Die Ampel: Rudi, sag’ doch auch mal was!

31. Januar 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1.FC Kaiserslautern: Nach dem Punktgewinn zu Hause gegen Bremen kam nun ein weiterer Zähler gegen Augsburg hinzu, wobei die Lauterer erstmals seit dem 9.Spieltag wieder 2 Tore in einem Spiel erzielen konnten. Zwar waren es nicht die neuen Stürmer, sondern Verteidiger Dick, der beide Tore erzielte, aber in positiver Trend ist hier durchaus zu erkennen. Schade, dass auch die Konkurrenz fleißig Punkte sammelte, weswegen die Ampel vorerst auf ROT bleibt.

1.FC Köln: Nach dem 1:4 gegen Schalke lässt sich durchaus eine Krise bei den Kölnern ausmachen, die nun wieder bedenklich nah an die Abstiegsränge herankommen. Hinzu kommt nun der Ausfall von Lukas Podolski, der bei den Geißböcken bisher Hauptverantwortlicher für Torerfolge war. Zwar kommt mit dem Koreaner Chong Tese ein Ersatz, der in der zweiten Liga bereits einige Tore erzielen konnte, dennoch wird er wohl kaum den deutschen Nationalspieler Podolski ersetzen können. Wir schalten um auf ROT.

1.FC Nürnberg: Nach zwei Siegen in Folge trat der Club im Freitagabendspiel bei Hannover 96 an und bekam eine kleine Euphoriebremse verpasst: Ohne Punkte und Tore ging es zurück ins Frankenland. Da man jedoch durch die Siege gegen Leverkusen und Berlin einen netten Vorsprung auf die Abstiegsplätze herausspielen konnte, ist dies verschmerzbar. GELB

1899 Hoffenheim: Nachdem gegen Ende der Hinrunde wieder ein Aufwärtstrend bei Hoffenheim zu erkennen hat das Team in der Winterpause zwei langjährige Stammspieler verloren. Es braucht Zeit, bis die Mannschaft dies auffangen kann, eine Verpflichtung von Srdjan Lakic wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Niederlage in Dortmund ist kein Beinbruch und somit bleibt die Ampel auf GELB.

Bayer Leverkusen: Was machen die Leverkusener eigentlich falsch? Sie stehen auf einem Europacuprang und stehen im Achtelfinale der Championsleague. Und ständig werden im Verein neue Feuer gelegt: Trainer Dutt ist an Niederlagen Schuld und seine Siege sind nicht überzeugend. Michael Ballack wird bei einem Sieg ausgewechselt und sitzt beim darauffolgenden Unentschieden auf der Bank, ist aber ohnehin an beidem Schuld. Gerne auch trotz, mit, wegen oder gegen seinen Trainer. Und Wolfgang Holzhäusers Aussage „Nicht alles, was wir uns von Ballacks Verpflichtung erhofft haben, ist auch eingetreten“ wird gemeinhin mit „Das Projekt Ballack ist gescheitert.“ Übersetzt. Könnte Rudi Völler vielleicht demnächst wieder öffentlich jemanden beschimpfen? Es ist so lange her, das wir was von  ihm gehört haben…. Achso, sportlich: GRÜN.

Bayern München: Nach dem 1:3 gegen Mönchengladbach und einer großartigen PR-Aktion auf facebook, welche Nerlinger und Rummenigge sich wahrscheinlich zu später Stunde feixend auf der Weihnachtsfeier ausgedacht haben, platzte Trainer Jupp Heynckes der Kragen: Er wolle, so seine eigenen Worte, „bis Ende Mai eine andere Mannschaft auf dem Platz sehen.“ Für mich bedeutet das so viel wie: Am Saisonende trainiere ich bei einem anderen Verein. Immerhin gewannen die Bayern sein Abschiedsspiel mit 2:0. GRÜN

Borussia Dortmund: Wie bereits in der Vorwoche, und zu Saisonstart häufiger gesehen, rannte die Borussia ihren Gegner in den ersten 60 Minuten einfach nieder (exemplarisch Kehls Vorarbeit zum 1:0) und kam dabei zu einem 3:1 Erfolg gegen den Angstgegner aus Hoffenheim. Sollten die Dortmunder es jetzt noch schaffen, Lucas Barrios auch in der Rückrunde noch zu behalten, dürfte der BVB nur schwer zu stoppen sein. Denn nun gibt es keine garstige Championsleague mehr, die den Lauf der Dortmunder ausbremsen könnte. GRÜN

Borussia Mönchengladbach: Lienen, Fach, Luhukay, Advocaat, Heynckes, Frontzeck. Nach so vielen durchschnittlichen Trainern hat Borussia Mönchengladbach es einfach verdient einen wirklich guten Mann auf der Bank sitzen zu haben. Mit der gleichen Berechtigung könnte man hier auch einige Torhüter der Borussia aufzählen und anmerken, wie gut Marc-Andre ter Stegen eigentlich ist. Im Moment ist einfach alles GRÜN.

FC Augsburg: Augsburg hat nun zwei Mal in Folge die Chance verpasst, einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt zu besiegen. Dabei ist es nicht eine mangelhafte taktische Einstellung oder fehlender Wille der den Schwaben fehlt, sondern ihre liebenswürdige Unfähigkeit in manchen Situationen. Erfreulich, dass mit Stephan Hain ein Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft zurückgekehrt ist und direkt das wichtige 2:2 gegen Kaiserslautern erzielen konnte. Trotzdem steht Augsburg auf einem Abstiegsplatz. ROT

FSV Mainz 05: Das war wahrscheinlich das kürzeste „Sechs-Punkte-Spiel“ der Bundesligageschichte. Im direkten Duell mit Abstiegskandidat Freiburg brauchte Mainz 05 etwa fünf Minuten um das Spiel zu entscheiden. Durch die Rückkehr von Adam Szalai, der bereits in Leverkusen eine tolle Partie spielte, scheint für die Mainzer eine Rückrunde im gesicherten Mittelfeld durchaus denkbar. 5 Tore in zwei Spielen sind auf jeden Fall ein witziger Start. Besser wäre es, wenn das Team demnächst vielleicht sogar in beiden Halbzeiten treffen könnte. GELB

Hannover 96: Lang und gerne machten wir uns hier über die wiederentdeckte Mittelmäßigkeit der Hannoveraner lustig, und jetzt das: Der Sieg gegen Nürnberg beendet nicht nur eine Serie von sieglosen Spielen. Nein, er beendet sie nach genau 96 Tagen. Ein echter Knaller, oder? Darüber hinaus hat Hannover durch das fleißige Sammeln von Punkten bereits wieder Anschluss an die Europapokalplätze gefunden und einen Stürmer von Manchester United verpflichtet. Das klingt gar nicht mehr so langweilig. Deshalb schalten wir die Ampel auf GRÜN.

Hamburger SV: Immer schön, wenn man Premieren feiern kann. Diesmal geht es Thorsten Finks ersten Auswärtssieg in der Bundesliga. Mit diesem gelingt dem HSV wieder der Sprung ins untere Mittelfeld der Tabelle und Fink darf in der kommenden Woche die gleiche heiße Luft verbreiten wie vor dem Debakel gegen Dortmund: „Wenn wir den BVB die Bayern schlagen, das gibt uns einen Schub, dann ist auch die Euphorie wieder da.“ Es ist immer interessant zu sehen, ob Leute was gelernt haben. Die Ampel leuchtet vorerst weiter GELB.

Hertha BSC:  Fast die Hälfte der Hinrunde stand Hertha BSC im gesicherten Mittelfeld und hatte allen Grund, den Blick nach oben statt nach unten zu richten. Und plötzlich legten sich in den Köpfen einige Schalter um und die Berliner beweisen seitdem den Selbsterhaltungstrieb eines Lemmings: Führungen wurden reihenweise verspielt, Trainer wegen persönlicher Eitelkeiten entlassen. Dem neuen Trainer Michael Skibbe fehlt mit Raffael das Herz der Mannschaft, weil dieser immer noch gesperrt ist. Vielleicht ist durch seine Rückkehr besseres zu erwarten. Vorerst bleibt die Ampel auf ROT.

SC Freiburg: Nach dem wichtigen Erfolg über den FC Augsburg traten die Freiburger mit großen Willen beim FSV Mainz an, doch bereits nach 5 Minuten stand es 0:2 und die Freiburger mussten in Unterzahl weiterspielen. Vielleicht ist diese Art der Niederlage aber besser für die Mannschaft, als wenn man dieses wichtige Spiel unglücklicher verloren hätte. Der Neustart nach der Winterpause dürfte damit noch nicht komplett abgeblasen sein, trotzdem bleibt die Ampel auf ROT.

Schalke 04: Auf Schalke herrscht derzeit große Euphorie: Mit sechs Punkte und sieben Toren ist die Mannschaft in die Rückrunde gestartet, obwohl Spieler wie Farfan, Holtby oder Jones noch kein Spiel bestritten und Raul in Köln auch nicht auf dem Platz dabei war. Doch plötzlich tun sich sogar Fehleinkäufe (jetzt mehr ein ehemaliger Fehleinkauf) wie der Rumäne Ciprian Marica hervor und drehen schwierige Spiele wie das in Köln. Trotz eines frühen Rückstands, der lange gehalten werden konnte, glaubten die Schalker an ihre Chance und drehten das Spiel in beeindruckender Weise. Außergewöhnlich. GRÜN

VfB Stuttgart: In den Monaten November, Dezember und Januar gelangen dem VfB Stuttgart nur zwei Siege (davon einer im Pokal gegen den HSV); die letzten vier Ligapartien wurden allesamt verloren. Der Saisonstart, bei dem ein begeisternder VfB Stuttgart im umgebauten Stadion den FC Schalke mit 3:0 nach Hause schickte, ist in weite Ferne gerückt. Der typische Leistungsabfall eines Teams, das von Bruno Labbadia trainiert wird, hat die Schwaben eingeholt. Es darf abgewartet werden, ob Labbadia erstmals das Ruder wieder herumreißen kann oder erneut keine komplette Saison bei einem Verein bleiben wird. Nur eines von beiden kann etwas an der Ampelfarbe verändern: ROT.

VfL Wolfsburg: Jede Woche ohne Neueinkäufe oder Suspendierungen ist eine gewonnene Woche für die Wölfe. Gegen Bayern darf  ruhig mal verloren werden; zumal sich das Team von Felix Magath nicht abschießen ließ, sondern tapfer dagegenhielt und nur zwei Tore kassierte, die beide überaus unglücklich waren. Deshalb bleibt die Ampel auf GELB.

Werder Bremen: Werder Bremen kann sich über einen unspektakulären, aber gelungenen Start in die Rückrunde freuen: Trotz großer Personalprobleme holte die Mannschaft zunächst Auswärts einen Punkt und blieb dabei ohne Gegentor (Die drei Auswärtsspiele zuvor hatten den Bremern 0 Punkte und 14 Gegentore beschert), und konnte im anschließenden Heimspiel die Konkurrenz von Bayer Leverkusen aus Distanz halten. Zwei Unentschieden reichen aber nicht aus, um an der Ampelschaltung etwas zu verändern, sie leuchtet weiter GELB.

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