Die Ampel: Schlussverkauf am Weserstrand

14. Mai 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Ampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

Die Saison ist vorbei und unsere Ampel ist ganz schön heißgelaufen. Wir müssen eine Pause machen, alles mal gründlich durchschrubben und die Glühbirnen auswechseln. Wir präsentieren: Die letzte Ampel zur Saison 11/12 (Teil 3)!

 

 

Hannover 96

Hannover 96 hat sich zum zweiten Mal in Folge für die Europaleague qualifizieren können und zudem im gleichen Wettbewerb das Viertelfinale erreicht. Außerdem gehört  der hochgelobte Lars Stindl zu den wenig beachtenden positiven Entwicklungen dieser Saison und das Sturmtrio aus Abdellaoue, Ya Konan und Diouf gehört, egal welche beiden Spieler auflaufen, zu dem Gefährlichsten, was die Liga zu bieten hat.

Obwohl am Ende der Saison, wie in der Hinrunde, die Kraft nicht mehr ausreichte um die vorherigen Leistungen zu bestätigen, schalten wir die Ampel auf Grün. Dennoch sollte man berücksichtigen, dass der siebte Platz, auf dem die Niedersachsen die Saison beendet haben, nur aufgrund der glücklichen Konstellation im DFB-Pokalfinale als Sprungbrett nach Europa dienen konnte. Man wird sich an der Leine weiter anstrengen müssen, um nicht im Mittelfeld zu versumpfen, wie über weite Strecken des vergangen Jahrzehnts.

SC Freiburg

Lächerliche zehn Punkte sammelte der SC Freiburg in der Hinrunde unter Trainer Marcus Sorg. Der Verein zeigte sich angesichts dieser Bilanz in der Winterpause Sorglos und Streichfreudig (Muhahaha). Der Trainer und sieben andere Sorgenkinder (woah!) wurden in der Winterpause aus dem Verein geworfen. Darunter Mannschaftskapitän Heiko Butscher und Toptorjäger Papiss Cisse, der auch in England zu den besten Stürmern der Liga zählt.

Unter dem neuen Trainer Christian Streich, einer Mischung aus dem garstigen D-Jugend Coach, den immer alle fürchteten, und Drill Sergeant Hartman, gelang das Unmögliche: Das Team sammelte auch ohne die 7 Spieler in der Rückrunde mehr als doppelt wie viele Punkte wie in der Hinserie. Folge daraus sind der Klassenerhalt und grünes Licht zum Saisonabschluss für den SC.

Schalke 04

Hinter den Schalker liegt eine äußerst erfolgreiche Saison: Trotz des Rücktritts von Trainer Ralf Rangnick, der in der Hinrunde plötzlich und überraschend das Handtuch warf, schaffte die Mannschaft die direkte Qualifikation für die Championsleague und das Viertelfinale der Europaleague. Der offensive Fußball, den der neue Trainer Huub Stevens spielen ließ, sorgte darüber hinaus für einige Schützenfeste und unvergessliche Heimsiege.

Lediglich gegen die anderen „großen Teams“ der Liga wollte sich kein Erfolg einstellen. In 7 Spielen gegen Gladbach, Dortmund und Bayern konnte nur 1 Sieg erzielt werden, die 6 anderen Spiele wurden allesamt verdient und meistens auch deutlich verloren. So wurde den Schalkern brachial ihre Grenze in dieser Saison aufgezeigt. Spaß haben und Platz 3 war drin, für mehr fehlte besonders in der Defensive die Klasse. Dennoch ist Platz 3 ein Grund zum Jubeln.

VfB Stuttgart

Was waren wir heiß auf die Entlassung von Bruno Labbadia. Die Entlassung, die ihn für immer aus der Bundesliga verbannen würde. Die Entlassung, die nach nur einem Sieg zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 nicht mal abwegig war. Die Entlassung, die nie vollzogen wurde. Wegen der Weitsicht von Fredi Bobic, der sich tatsächlich als fähiger Manager herausstellte.

Sowohl Bobics Maßnahme, an Labbadia festzuhalten, wie auch seine Entscheidung, Mittelstürmer Progrebnyak in der Winterpause durch den Hoffenheimer Ibisevic zu ersetzen: Er hat alles richtig gemacht. Wie auch bei den Transfers zu Saisonbeginn, als mit William Kvist der laufstärkste Mittelfeldspieler der Bundesliga verpflichtet wurde. Die gute Arbeit von Fredi Bobic und Bruno Labbadia hat den VfB zurück auf die europäische Bühne geführt. Wir gratulieren und zeigen unseren Respekt mit grünem Licht.

 

 

Werder Bremen

Werder Bremen war über weite Strecken der Hinrunde auf einem Championsleagueplate zu finden und spielte Offensivfußball, der an die schönen Jahre zwischen 2003 und 2008 erinnerte. Das darf auch im Angesicht einer grauenhaften Rückrunde nicht unberücksichtigt bleiben. Trotz der Abgänge vieler Leistungsträger, die dem Verein über 5 Jahre oder länger treu waren (Mertesacker, Jensen, Frings; zuvor bereits Almeida) startete Werder mit gutem Fußball in die Saison. Deshalb leuchtet unsere Ampel auch in Gelb.

Die Rückrunde zeigte deutlich, warum der begonnene Umbruch nach diesem Jahr abgeschlossen wird. Viele Spieler erreichten nicht mehr ihr altes Leistungsniveau (Borowski, Marin) oder waren zu häufig verletzt, um der Mannschaft zu helfen (Naldo, Pizarro). Deshalb wird in der kommenden Spielzeit eine komplett andere Mannschaft versuchen etwas Neues an der Weser entstehen zu lassen. Dass dabei die Einnahmen aus der Europaleague fehlen werden, wird den Neuaufbau eines Teams allerdings nicht beschleunigen.

 

 

1.FC Köln

Die Kölner waren die Könige der Lächerlichkeit in dieser Saison: Egal ob undisziplinierte Profis (Brecko, Peszko), Querelen in der Führungsebene (Overath, Finke), lustige Trainerwechsel (Solbakken) oder verbrecherische Fans, der FC bediente alle Klischees eines unsympathischen Vereins. Damit bot man der Mannschaft nicht nur ein Alibi für teilweise grottenschlechte Leistungen, man lenkte auch von den Kernproblemen im Verein ab.

Trainer Solbakken zeigte sich überfordert mit den Anforderungen der Bundesliga. Taktisch war sein Team zu oft unterlegen und auch die Ausdauerprobleme der Mannschaft zeugten davon, dass in der Vorbereitung nicht gut gearbeitet wurde. Als Volker Finke erkannte, dass er den falschen Mann an den Rhein geholt hatte, wurde sein Stuhl und nicht der des Trainers vor die Tür gesetzt. Solbakken ging erst einige Wochen später, als der Abstieg des FC bereits kaum noch zu verhindern war. Ein unwürdiges Ende der zweiten Amtszeit von Prinz Poldi, der eine der besten Saisons seiner Karriere spielte, den Verein aber nicht im Alleingang retten konnte.

 

In Teil 1 leuchtet unsere Ampel für folgende Vereine:

1.FC Nürnberg
Bayern München
Borussia Dortmund
Bayer Leverkusen
1899 Hoffenheim
1.FC Kaiserslautern

 

In Teil 2 leuchtet unsere Ampel für folgende Vereine:

Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
FSV Mainz 05
VfL Wolfsburg
Hamburger SV
Hertha BSC

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