Die Ampel: Schon wieder keine Krise in Mönchengladbach

8. November 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Die grünen Wochen im Kraichgau sind vorrüber: Von den letzten sechs Bundesligaspielen konnte nur eines gewonnen werden, dem stehen aber drei Niederlagen gegenüber. Trainer Stanislawski platzte nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern der Kragen, er kritisierte seine Mannschaft öffentlich. Die TSG hat den guten Saisonstart verspielt und droht im Mittelfeld zu versinken. Die Ampel steht auf GELB.

1.FC Kaiserslautern: Der Aufwärtstrend der letzten Wochen konnte auch in Hoffenheim fortgesetzt werden: Das Team ist nun mehr seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen und trotz zwei Auswärtsspielen in Folge konnten wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt werden. Mit Dorge Kouemaha scheint man nun auch einen Nachfolger für Srdjan Lakic gefunden zu haben. Nach dem schlechten Saisonstart könnte es nun kaum besser laufen beim FCK, die Ampel steht auf GRÜN.

1.FC Köln: Immer wieder steht die mangelnde Konstanz des 1.FC Köln im Fokus dieser Kolumne. Beeindruckend, dass die Kölner diese Woche nicht mal zwei Spiele, sondern lediglich zwei Halbzeiten benötigten um dies unter Beweis zu stellen: Führte man zur Pause noch 2:0 in Bremen, war am Ende doch Werder der Sieger. Hinzu kommen noch die Ausfälle von Henrique Sereno und Ammar Jemal, die in den letzten Wochen entscheidend dabei geholfen haben, die Abwehr zu stabilisieren. Auch die öffentliche Kritik von Lukas Podolski am Vereinsvorstand verbessert das Bild, das die Kölner zur Zeit abgeben nicht wirklich. Die Ampel bleibt auf GELB.

1.FC Nürnberg: So langsam sollte der Club zusehen, seine Serie von sieglosen Spielen zu beenden. Da dies nun aber in einem Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Freiburg nicht funktioniert hat, muss man sich langsam sorgen machen in Franken: Eine Unkonzentriertheit von Innenverteidiger Timm Klose kostete den Club sogar den einen Punkt, den ein Unentschieden gebracht hätte. Die absehbare Rückkehr von Javier Pinola macht ein wenig Hoffnung, doch der FCN ist aus dem kuscheligen Mittelfeld tief in den harten Abstiegskampf gefallen, wir haben uns für ROT entschieden.

Bayern München: Es scheinen schwere Zeiten auf die Bayern zuzukommen: In den Spielen gegen Neapel und Augsburg konnten die Führungen nicht mehr so souverän verwaltet werden wie zuvor, hinzu kommen nun die Sperren von Boateng und Tymoshchyuk sowie die Verletzungen von Schweinsteiger und Robben. Allerdings steht der FCB mit einem Bein im Achtelfinale der Championsleague und mit 5 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze Bundesliga. Die Ampel bleibt natürlich auf GRÜN.

Bayer Leverkusen: Nach der durchschnittlichen Vorstellung beim 1:0 in Freiburg folgten eine Niederlage in Valencia und das 2:2 gegen den HSV, bei dem man das gleiche Phänomen feststellen konnte wie eine Woche zuvor in Freiburg: Nach 20-30 Minuten guten Fußballs stellen die Leverkusener die Arbeit ein und überlassen dem Gegner das Feld. Michael Ballack präsentiert sich vorher meist als guter Spielgestalter, wirkt aber sehr schnell Müde und ideenlos. Während sich alle auf Trainer Robin Dutt stürzen möchten wir darauf hinweisen, dass Leverkusen mit Arturo Vidal einen Spieler verloren hat, der im vergangen Jahr als Takt- und Ideengeber glänzte und dieses Jahr schmerzlich vermisst wird. Deshalb schalten wir zurück auf GELB.

Borussia Dortmund: 4:0 gegen Augsburg; 5:0 gegen Köln; 5:1 gegen Wolfsburg. Die letzten Heimspiele des BVB lesen sich wie die unglaublichen Erfolge der Vorsaison. Hinzu kommt der erste Dortmunder Sieg in der Championsleague seit gefühlten 10 Jahren. Eine gute Woche für den BVB, der weiter als stärkster Konkurrent der Bayern gehandelt werden muss. Deshalb bleibt es weiter GRÜN.

Borussia Mönchengladbach: Der Ausfall der Stürmer de Camargo und Bobadilla sollte eigentlich das Ende des Gladbacher Höhenfluges sein. Das hat auch ein paar Spiele ganz gut geklappt. Schließlich war der einzige verbliebene Gladbacher Stürmer Mike Hanke. Der hat zwar auch schon mal ein Tor geschossen, aber wer erinnert sich daran? Und Marko Reus, plötzlich zweite Spitze hinter dem glücklosen Mike, vergab gegen Leverkusen beste Chancen, kam in Hoffenheim nicht wirklich ins Spiel und dann… traf er vier Mal in den letzten beiden Partien. Dumm gelaufen mit der Krise. Vielleicht, wenn Torhüter ter Stegen ausfällt. Bis dahin aber erst mal GRÜN.

FC Augsburg: Nach den Punkten gegen Mainz und Bremen schalteten wir die Ampel auf gelb, auch nach der Niederlage in der letzten Woche blieb dies unverändert. Und nun gab es ein tapfer erkämpftes 1:2 gegen Bayern München, bei dem sogar die Chance zum Ausgleich gegeben war. Und das ohne Torwart Jentzsch und Kapitän Uwe Möhrle. Doch trotz allem steht Augsburg nun auf dem letzten Tabellenplatz und hat vier Punkte Rückstand auf Platz 15. Angesichts dieser Umstände leuchtet die Ampel ROT.

FSV Mainz 05: Nach neun sieglosen Spielen am Stück hat Mainz endlich den zweiten Saisonsieg einfahren können, wobei Neuzugang Anthony Ujah endlich eine entscheidende Rolle spielen konnte. Trotzdem bleibt das Team im Abstiegskampf und wird seine Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis stellen müssen, bevor die Ampel nicht mehr auf ROT steht.

Hannover 96: In der letzten Woche gab es ein sehr gutes Spiel in Kopenhagen, das mit einem Sieg belohnt wurde und ein Unentschieden gegen seit Wochen gut aufgelegte Schalker. Einzig im Hinblick auf Torwart Zieler gibt es an der Leine Unstimmigkeiten: Der junge Torhüter hatte zuletzt einige Punkte auf dem Gewissen und trug an einigen Gegentoren die Schuld, auch wenn er nie allein dafür verantwortlich gemacht werden konnte. Nach dem Spiel gegen Schalke legte Trainer Slomka den Finger in die Wunde und kritisierte den Torwart öffentlich. Trotz des Vorrückens auf Platz 6, die Ampel bleibt vorerst GELB.

Hamburger SV: Das Team von Thorsten Fink macht immer größere Fortschritte und sammelt Punkt um Punkt im Tabellenkeller. Trotz einer neuformierten und dadurch anfangs extrem verunsicherten Innenverteidigung holten die Hamburger in Leverkusen einen Rückstand auf und hatten sogar Chancen auf den Sieg. Unter dem neuen Trainer Fink wurde noch kein Spiel verloren, deshalb schalten wir die Ampel für den HSV trotz der Ausfälle von Bruma, Petric und Rajkovic auf GELB. In dieser Form scheint der erste Heimsieg der Saison in greifbarer Nähe.

Hertha BSC:  Die Heimniederlage der Hertha gegen Marko Reus fällt nach dem überraschenden Erfolg in Wolfsburg nicht wirklich ins Gewicht. Als bester Aufsteiger steht Hertha mit einer ausgeglichenen Bilanz von 4 Siegen, 4 Unentschieden und 4 Niederlagen im Tabellenmittelfeld, die Abstiegszone ist komfortable sechs Punkte entfernt. Da darf man schon mal verlieren und trotzdem alles GRÜN sehen.

SC Freiburg: Endlich darf man im Breisgau wieder jubeln! Nach dem der Sportclub in den vorherigen Wochen häufig die bessere Mannschaft war, aber nicht siegen konnte, gewannen die Freiburger in Nürnberg ein Spiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte. Dadurch verlässt der SC den letzten Tabellenplatz. Die guten und engagierten Leistungen der letzten Wochen, kombiniert mit den Tatsachen, dass Freiburg nur noch 2 Punkte auf Platz 15 fehlen und das Umfeld ruhig blieb reichen für GELB.

Schalke 04: Letzte Woche stellten wir Schalke 04 nach langem Zögern von gelb auf grün. Was folgte, waren zwei Unentschieden gegen Larnaka und Hannover sowie die Verletzung von Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Andererseits war das Spiel gegen die Zyprioten ein Muster ohne Wert, weil viele Spiele aus der zweiten Garde für die Königsblauen aufliefen, deren Verbleib in der Europaleague wohl kaum gefährdet ist. Und das Unentschieden in Hannover darf als Erfolg gewertet werden, da die direkten Konkurrenten Dortmund, Bremen und Bayern ihre Spiele dort verloren haben. Zumal sich in Niedersachsen mit Teemu Pukki ein anderer Stürmer anstelle des verletzten Huntelaar auszeichnen durfte. Es bleibt also GRÜN in Gelsenkirchen.

VfB Stuttgart: Wir glaubten, die Stuttgarter hätten endlich Konstanz in ihre Leistungen gebracht und wären nun ein ernsthafter Kandidat im Kampf um die Europapokalplätze. Danach kamen drei Bundesligaspiele ohne Sieg. Zwar kann man den Schwaben das 1:1 gegen Borussia Dortmund wohl kaum zur Last legen, aber aus den Spielen gegen Mainz und Nürnberg sollte man mehr als einen Punkt mitnehmen, wenn man europäisch vertreten sein will. Also eine Stufe zurück auf GELB.

VfL Wolfsburg: Es wird ein großes Rätsel des deutschen Fußballs bleiben, was im Sommer 2010 in Felix Magaths Kopf schiefgelaufen ist. Er war mit einer besseren Jugendmannschaft von Schalke 04 Vizemeister geworden, predigte Sparsamkeit und wollte in Ruhe ein Team aufbauen. Dann gab er Millionen aus, vergraulte Spieler und Betreuer, verschwand nach Wolfsburg und scheint nun am gleichen Punkt angekommen zu sein. Die Spieler beschweren sich öffentlich über Magath, fühlen sich nicht richtig geführt, beklagen sich über zu hartes Training, fehlende Spritzigkeit und mangelhafte taktische Ausrichtung des Trainers. Magath wirft seinen Profis eine falsche Berufseinstellung vor. Dazu kommt eine 1:5 Packung in Dortmund. Wolfsburg ist in diesen Tagen ROT.

Werder Bremen: Und wieder ein typisches Spiel von Werder Bremen: Grauenhaftes Abwehrverhalten begünstigt einen Gegner, der eigentlich gar nicht so furchterregend ist (komödiantisches Highlight diesmal der Pass vor dem 0:2, der etwa 60 Meter über das Spielfeld kullert, bevor er Lukas Podolski erreicht);  anschließend folgt ein famoser Sturmlauf, der das Spiel noch zu Werders‘ Gunsten dreht. Eigentlich alles wie immer am Weserstrand. Alles GRÜN.

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