Die Ampel: Stell’ dir vor du schlägst Chelsea und keiner schaut hin

29. November 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Der trübe November war kein guter Monat für die Kraichgauer: Nur 2 von 9 möglichen Punkten wanderten auf das Konto der Kraichgauer. Und das obwohl alle Spiele gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel bestritten wurden. Dies lässt drei Schlüsse zu: Die Mannschaft hat ein Motivationsproblem oder die Mannschaft hat ein Qualitätsproblem oder Fußball macht einfach keinen Spaß wenn es draußen nass und kalt ist. So leuchtet die Ampel weiter matt und GELB.

1.FC Kaiserslautern: Die Länderspielpause am Anfang des Monats hat die Pfälzer völlig aus dem Tritt gebracht: Gelangen vor den Spielen der Nationalelf 5 Pflichtspiele ohne Niederlage in Serie so sieht es danach düster aus: Punkt- und Torlos rutschen die roten Teufel zurück auf einen Relegationsrang. Noch schalten wir die Alarmanlage nicht an, aber damit es GELB bleibt müssen wieder Punkte gesammelt werden.

1.FC Köln: Es ist wieder Stimmung beim FC! Seit Karnevalsbeginn am 11.11. sorgen die Kölner wieder für gute Stimmung in der Bundesliga. Zunächst tritt Präsident Overath zurück, anschließend gibt es einen großen Medienrummel um das abgesagte Heimspiel gegen Mainz und nun gibt es nach  dem 0:3 gegen Mönchengladbach jede Menge öffentliche Schuldzuweisungen: Podolski gegen den Vorstand, Eichner gegen Rensing, Rensing gegen Alle. Das ist witzig und GELB.

1.FC Nürnberg: Nach einer gefühlten Ewigkeit hat der Club wieder ein Spiel gewonnen. Wenn auch unter dem Eindruck äußerst passiver Lauterer, die beim Gegentor größtenteils zuschauten und sich kaum erkennbar gegen die Niederlage stemmten. Dennoch ist der Eindruck der Negativserie noch zu stark, um eine andere Farbe als ROT zu zeigen.

Bayern München: Und plötzlich war sie weg – die Tabellenführung. Lange schien sie wie in Stein gemeißelt, die Bayern waren dominant und schienen unschlagbar zu sein. Und nun zieht man überraschend Bilanz und stellt fest, dass 4 von 14 Spielen in der Bundesliga verloren wurden. Ganz so übermächtig sind die Bayern anscheinend doch nicht. Zumindest solange Bastian Schweinsteiger nicht ihr Mittelfeld sortiert. Deshalb leuchtet die Ampel erst mal GELB.

Bayer Leverkusen: Bei Bayer Leverkusen läuft die Medienkampagne gegen Trainer Robin Dutt weiter. Diesmal allerdings mit einem neuen Stilmittel: Das Kleinreden von Erfolgen. Bayer Leverkusen hat in der vergangen Woche den FC Chelsea geschlagen, was allgemein als Randnotiz wahrgenommen wurde. Dabei ist diese Leistung extrem außergewöhnlich und erwähnenswert und sollte angemessen honoriert werden. In der Liga gelang trotz eines 0:2-Rückstands noch ein 3:3 in Berlin, bei dem Stürmer Eren Derdiyok 3 Tore erzielte. Allein der Triumph in der Champions League lässt die Ampel GRÜN leuchten.

Borussia Dortmund: Der deutsche Meister ist zurück an der Tabellenspitze. Und sollte sich darauf besinnen, was in der letzten Saison auf dem Weg zur Meisterschaft äußerst hilfreich war: Keine Doppelbelastung in der Rückrunde, was gerade für einen jungen Kader wie den des BVB wichtig sein kann. Dies lässt das drohende Ausscheiden in der Champions League in einem anderen Licht erscheinen. Und dieses Licht funkelt GRÜN. Auf zur Titelverteidigung!

Borussia Mönchengladbach: Nun funktioniert alles bei der Borussia: Nicht nur, dass ein anderer Spieler als Marko Reus ein Tor erzielt hat, es war sogar Mike Hanke. Als ob er Stürmer wäre staubte der ehemalige Nationalspieler zwei Mal eiskalt ab. Nächste Woche winkt im Topspiel gegen den BVB sogar die Tabellenführung. Am 15.Spieltag. So GRÜN ist die Welt in Gladbach lange nicht mehr gewesen.

FC Augsburg: So langsam purzeln die Rekorde endlich bei den Augsburgern: Vor ein paar Wochen gab es den ersten Bundesligasieg, nun endlich den ersten Heimsieg in der Bundesliga. Dies sind Anlässe, zu denen wir die Ampel als Momentaufnahme auf GELB schalten. Der Anschluss an die Plätze, die einen Ligaverbleib sichern ist wieder hergestellt und kann sogar erreicht werden, wenn die nächsten 3 Punkte nicht so lange auf sich warten lassen.

FSV Mainz 05: Der Heimsieg gegen Stuttgart vor zwei Wochen war uns nach einer fast 2 Monate andauernden Krise noch nicht genug, um auf rotes Licht zu verzichten. Das Spiel gegen Köln fiel aus, aber gegen den FC Bayern gelang Mainz 05 ein für unmöglich gehaltener Heimsieg. Und durch das anstehende Nachholspiel können sich die Mainzer sogar wieder ins Mittelfeld absetzen. Wir schalten hoch auf GELB.

Hannover 96: Es ist nicht ganz klar, ob Hannover unter der Doppelbelastung von 8 zusätzlichen Europaleaguespielen leidet oder ob das Team an der eigenen, biederen Spielweise zu ersticken droht. Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass nach zwei Ausreißern (2009 nach unten, 2010 nach oben) das Tabellenmittelfeld sein liebstes Kind wieder in die Arme schließen darf. Dazu passend leuchtet es GELB.

Hamburger SV: Unentschieden sind was ganz tolles für Statistiken. Daraus lassen sich tolle Dinge basteln, etwa: Der HSV hat unter Thorsten Fink noch nicht verloren. Der HSV ist unter Fink auswärts sieglos. Der HSV hat unter Thorsten Fink nur ein Spiel gewonnen. Der HSV hat unter Thorsten nur einmal zu Null gespielt. Der HSV hat unter Thorsten Fink in jedem Spiel getroffen. Am wichtigsten scheint aber: Der HSV hat unter Thorsten Fink die Abstiegsränge verlassen. Und deswegen leuchtet die Ampel GELB.

Hertha BSC:  Die Hertha richtet sich gemütlich im Mittelfeld ein und arbeitet mit künstlerisch gestalteten Spielen an ihrer ausgeglichenen S-U-N Bilanz. Dabei wurde als neues Stilmittel das Verspielen von 2:0-Vorsprüngen entdeckt: Letzte Woche in Freiburg gab es die klassische Vollendung in des Ausgleichs in der Schlussminute, in dieser Woche eine avantgardistische Version mit folgendem Rückstand und anschließendem eigenem Ausgleich. Brilliant. GRÜN

SC Freiburg: Gerne wird in statistischen Momenten angegeben, wie ein Team in der Tabelle dastehen würde, wenn nur die erste oder nur die zweite Halbzeit herangezogen wird. Machen wir Mal eine ähnliche Aufstellung für den SC Freiburg: Vor der 90.Minute hat der SC in den letzten 3 Spielen nur 1 Punkt geholt. Nach der 90.Minute stehen für den SC Freiburg aber ganze 9 Punkte zu Buche. So viel Kampfgeist muss belohnt werden. Mit dem Anschluss im Abstiegskampf und der Ampel auf GELB.

Schalke 04: Schalke 04 bestritt am vergangen Samstag das emotionsloseste Derby der letzten Jahre. Es wirkte so, als ob die Mannschaft nach zehn Minuten mit den Schultern zuckte und dachte „Nö. Heute eben nicht.“ und den Dortmundern das Spiel überlies. Versuchen wir es ähnlich emotionslos: Eine Auswärtsniederlage beim deutschen Meister und aktuellem Spitzenreiter ist kein Beinbruch. Weiter GRÜN.

VfB Stuttgart: Dem Pflichtsieg gegen Augsburg folgte eine Niederlage bei einem direkten Konkurrenten um die Europaleagueplätze. Immerhin überlebten alle Stuttgarter Spieler Naldos Freistoß zum 2:0 unverletzt. Darüber hinaus bereitet man in Stuttgart die Überraschung der Saison vor: Immerhin könnten in der Rückrunde Sven Ulreich und Bernd Leno im Stuttgarter Tor stehen. Angesichts des Überangebots an unkreativen Mittelfeldspielern (Kvist, Gentner, Kuzmanovic, Bah) macht der Verzicht auf einen Sechser zu Gunsten eines zweiten Torwarts durchaus Sinn. Bis dahin aber vorerst GELB.

VfL Wolfsburg: Manchmal wirkt es so, als würde der Wolfsburger Trainer-Manager-Halbgott Felix Magath über Allem schweben: Magath spricht über seine Mannschaft mehr wie ein Berichterstatter und bemüht sich um Abstand. Verständlich, wenn er mit dem Fußball, den seine Mannschaft spielt, nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Zumindest scheinen die Wölfe nun zum bewährten Rhythmus von Heimsieg und Auswärtsniederlage zurück zu kehren, der weite Teile in der Hinrunde bereits funktioniert hat. Das reicht, um noch auf GELB zu bleiben.

Werder Bremen: Der Spaßzerstörer ist zurückgekehrt: War Bremens „Abwehr“ letzte Woche noch das humoristische Highlight der Bundesliga machte die Rückkehr von Naldo alles zunichte: Der Brasilianer gewann viele Zweikämpfe und organsierte seine Nebenleute. Auch gegen den stärksten Spieler des Gegners, Torwart Sven Ulreich, hatte Naldo ein Mittel gefunden: Mitte der zweiten Halbzeit versuchte er dem Torhüter mit einem Freistoß beide Hände zu brechen. Damit war er nicht erfolgreich, erzielte aber das 2:0 für sein Team. Ein guter Tag für Bremen und Naldo. GRÜN

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