Die Ampel: Über Kirchen, Dörfer und Tim Wiese

28. August 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Wir bewerten die aktuelle Situation der Bundesligisten in den Farben Rot, Gelb und Grün. Das ist das einfache Prinzip der Ampel, die Euch einen schnellen Überblick gibt, was wo mit wem eigentlich los ist.

 

 

1.FC Nürnberg
Die neue Saison begann mit einem glücklichen Auswärtssieg für den Club. Außer den drei Punkten gewann man in Hamburg darüber hinaus die Erkenntnis, dass Hiroshi Kiyotake zu den besseren Japanern gehört, die in den letzten Jahren in die Bundesliga wechselten.

Bayern München
Bayern startete die Saison mit zwei lästigen Pflichtaufgaben in der Nachbarschaft, die beide problemlos gemeistert wurden: In Fürth wurde mit 3:0, in Regensburg sogar mit 4:0 gewonnen. Hinzu kommt das Semipflichtspiel gegen Borussia Dortmund im Rahmen des Supercups. Die Form spricht für die Bayern, wenn es am Sonntag zum ersten „richtigen“ Spiel dieser Saison gegen den VfB Stuttgart geht.

Borussia Dortmund
Mit ein wenig Glück, aber viel fußballerischem Talent gelang Borussia Dortmund am Freitag ein 2:1-Sieg gegen Werder Bremen. Besonders der Treffer zum 2:1 sollte der Konkurrenz Angst machen: Zum einen, weil er sofort fiel, als er fallen musste. Zum anderen, weil die offensive Mittelfeldreihe mit Großkreutz, Reus, Götze und Kuba furchtbar schwer zu verteidigen ist.

Eintracht Frankfurt
In einem äußerst unterhaltsamen Spiel feierte Eintracht Frankfurt einen 2:1-Sieg gegen Bayern Leverkusen. Obwohl die Mannschaft komplett umgestellt wurde reichte es, auch dank eines tollen Publikums, zum einem glücklichen Sieg. Das mit Lanig und Aigner zwei Neuzugänge die Tore erzielten, ist eine Bestätigung für den mutigen Umbau der Mannschaft. Inui und Occean, ebenfalls neu in Frankfurt, zählten darüber hinaus zu den besseren Spielern ihrer Mannschaft.

Fortuna Düsseldorf
Dani Schahin, zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung wohl eher als Ergänzungsspieler für die 2.Liga gedacht, führt plötzlich die Torjägerliste der Bundesliga an. Seine beiden Tore sorgten für die größte Überraschung des 1.Spieltags, denn mit einem Auswärtssieg der Fortuna haben wohl die wenigsten gerechnet. Schön für die Fortuna, die sich nach langer Abstinenz mit drei Punkten und grünem Licht in der Bundesliga zurückmeldet.

Hannover 96
Nach dem deutlichen Pokalerfolg und dem Torfestival in Wroclaw war Hannover genau 50 Minuten gegen Schalke auf Kurs: Mit biederem, aber widerlich effektivem Defensivfußball hielt man die Schalker vom eigenen Tor fern und traf nach einer Standardsituation. Und dann wurden die Spieler zu übermütig und gaben aus der Hand, was nach einem sicheren Sieg aussah. Immerhin: Der späte Ausgleich reicht für die grüne Lampe.

Schalke 04
In der ersten Halbzeit hatte ich den Eindruck, dass die junge Schalker Innenverteidigung mit Papadopoulos und Matip sich enorm weiterentwickelte hat, besonders in den Bereichen Zweikampfstärke und Timing. Die Hannoveraner deckten in Halbzeit 2 auf, dass es bei beiden in körperlicher und gedanklicher Schnelligkeit noch kleinere, minimale Defizite gibt. Aber die Offensive ist nach wie vor toll! Ein 2:2 in Hannover und 5:0 in Saarbrücken reichen aber für eine grüne Ampel vor dem ersten Heimspiel.

VfL Wolfsburg
Das erste Saisonspiel wurde, wenn auch etwas glücklich, mit 1:0 gewonnen. Erstaunlich war dabei wie kalt Neuzugang Bas Dost den Ball zum Siegtreffer im Netz unterbrachte. Hat Felix Magath etwa den Spieler gefunden, der auch in der Bundesliga an seine Leistungen aus der Eredivisie anknüpfen kann? Jefferson Farfan wäre sicherlich froh, nicht mehr so alleine zu sein.

 

 

Bayer Leverkusen
Eigentlich hätte das Spiel in Frankfurt gewonnen werden müssen. Eigentlich hätte Stefan Kießling dabei mindestens eine seiner gefühlt 100 Chancen verwandeln können. Eigentlich sollte jetzt alles grün sein in Leverkusen. Aber es war eine unglückliche Niederlage, die jedoch Hoffnung für die nächsten Wochen macht. Gelb.

Borussia Mönchengladbach
Auch Gladbach gelang zum Saisonstart ein Sieg. Aber die fußballerischen Defizite des Teams waren nicht nur im Pokal in Aachen, sondern auch in der Liga gegen Hoffenheim offensichtlich. Eine Standardsituation, ein eher schwacher Freistoß von Arango, brachte den Gladbachern drei Punkte. Doch die Chancenlosigkeit in der Champions League gegen Dynamo Kiev verhindert ein grünes Licht.

FC Augsburg
Markus Weinzierl, neuer Trainer des FCA, präsentierte sich bei seinen Auftritten vor dem Spiel eher als rhetorisch mittelmäßig begabter Dressman denn als Fußballfachmann. Und so wirft die Heimniederlage gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf doch die Frage auf, was schwerer wiegt in Augsburg: Den mühevoll auf Bundesliganiveau gehieften Kader oder die Ablösung des kompetenten Duos Rettig/Luhukay durch die Novizen Paula/Weinzierl.

Greuther Fürth
Willkommen in der Bundesliga, liebe Fürther. Wer euch da am Wochenende so zusammengeschlagen hat, das waren die Bayern, aber keine Angst, die machen das mit jedem. Es sei denn, sie verprügeln sich selbst, dann hat man eine Chance zu entkommen. Also keine Angst, die Niederlage ist nicht schlimm, und jetzt habt ein wenig Spaß.

Hamburger SV
Ein wichtiger Rat für alle, die sich um den HSV Sorgen: Kirche –> Dorf. Es ist noch nichts Schlimmes passiert. Das Pokalaus war blöd, aber die Niederlage gegen Nürnberg sollte mehr Hoffnung als Furcht verursachen. Denn diese Hamburger Mannschaft wollte gewinnen, hatte aber kein Glück und war fußballerisch nicht gut genug. Das ist aber auch kein Wunder, wenn verletzungsbedingt im zentralen Mittelfeld zwei Spieler auflaufen müssen, die in der Abwehr (Westermann) oder in Norwegen (Skjelbred) besser aufgehoben wären.

Mainz 05
Mit einer ordentlichen Leistung ein 1:1 in Freiburg geholt. Das ist nicht gut, das ist nicht schlecht, das ist gelb.

SC Freiburg
Und nun muss ich schon zum zweiten Mal was zu einem 1:1 zwischen Mainz und Freiburg schreiben. Soll ich mich darüber beschweren, dass das Spiel im Rahmen der Bundesliga ausgetragen wird? Dass die 2.Liga für dieses Spiel ein besserer Ort wäre und ich Köln, Berlin und Kaiserslautern vermisse? Lassen wir das. Gelb.

VfB Stuttgart
Boom-Boom-Vedad hat es leider verbockt: Gegen Moskau mit zwei Toren noch der entscheidende Mann auf dem Platz, verschoss er gegen Wolfsburg erst einen Elfmeter und jagte den Nachschuss Vollspann in die Canstätter Kurve. Das sah zwar extrem lustig aus, reicht aber nur für Gelb.

Werder Bremen
Jürgen Klopp sagte nach dem Spiel seiner Borussia gegen Bremen einen wunderschönen Satz: „Ich habe noch nie eine so gut organisierte Bremer Mannschaft erlebt.“ Ein Kompliment und eine schallende Ohrfeige zugleich. Bremen schlug sich gut, war nach vorne gefährlich und hinten teilweise überfordert. Vielleicht doch mehr Ohrfeige. Gegen den Meister darf man aber durchaus verlieren: Gelb.

 

 

1899 Hoffenheim
Nach einem Spiel auf Rot zu schalten, das ist hart. Aber Hoffenheim hat es sich verdient, weniger durch das 1:2 in Mönchengladbach, aber dem grauenhaften 0:4 in der ersten Pokalrunde bei einem Regionalligateam muss Rechnung getragen werden. Dabei muss gesondert hervorgehoben werden, dass Tim Wiese bei allen Gegentoren in Berlin richtig mies aussah und sich in der Liga einen mittelmäßigen Freistoß von Arango in die Torwartecke legen ließ. Daran kann man arbeiten.

 

 

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