Die Ampel: Von Labbadia und seinen 5 Nachfolgern.

18. Oktober 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Das 0:2 in Stuttgart bremst die Euphorie nach dem Punktgewinn gegen die Bayern etwas. Dennoch lieferte das Team in der Mercedes-Benz Arena keine schlechte Arbeit und verlor gegen einen Gegner, der sich seit Wochen in blendender Verfassung zeigt und bereits Hannover und Schalke glatt mit 3:0 schlagen konnte. Trotz der Auswärtsniederlage und der Orientierung in Richtung Tabellenmittelfeld leuchtet die Ampel weiter GRÜN.

1.FC Kaiserslautern: Beim 2:1 Auswärtssieg in Gelsenkirchen zeigten die Roten Teufel einen leidenschaftlichen Auftritt, der gepaart mit weitestgehender Lustlosigkeit der Gastgeber für den ersten Auswärtssieg der Saison reichte. Die Auswirkungen auf die Tabelle werden jedoch dadurch geschmälert, dass die Konkurrenten aus Augsburg, Hamburg und Köln ebenfalls drei Punkte einfuhren. Wir lassen die Ampel auf ROT, bis die Pfälzer die Leistung im wichtigen Heimspiel gegen Freiburg bestätigen können.

1.FC Köln: Dem FC gelang mit dem 2:0 gegen Hannover ein durchaus überraschender Heimsieg, herausgeschossen von einem entfesselt wirkendem Lukas Podolski. Nachdem das vorherige Spiel in Berlin innerhalb von 45 Minuten 0:3 verloren wurde ein wichtiger Fingerzeig, in welche Richtung es für die Kölner in Zukunft gehen soll. Dennoch leuchtet die Ampel weiter GELB, bis die Kölner mehr Konstanz in ihre Spiele bringen können.

1.FC Nürnberg: Die Franken verloren trotz guter Chancen das Spiel beim VfL Wolfsburg mit 1:2 und rutschen etwas tiefer in die zweite Tabellenhälfte ab. Eigentlich noch keine problematische Situation, allerdings sind die kommenden Gegner Stuttgart und der FC Bayern, dazu fällt neben Kapitän Raphael Schäfer auch noch Javier Pinola aus, dessen Klasse und Erfahrung auf der linken Abwehrseite schmerzlich vermisst werden dürfte. Deshalb schalten wir die Ampel zurück auf GELB.

Bayern München: Momentan wirkt es so, als würden die meisten Bundesligateams nach München fahren, dort ihre Kräfte schonen und drei Punkte zurücklassen. Mit nun bereits 5 Punkten Vorsprung weiter auf der Suche nach dem zweiten Gegentor der Saison: Der GRÜN leuchtende FC Bayern München.

Bayer Leverkusen: Letzte Woche beklagte ich mich an dieser Stelle über Unruhe im Verein und durchschnittliche sportliche Leistungen des Teams. An diesem Wochenende kamen eine unnötige Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung und ein 2:2 in Mönchengladbach hinzu. Und ergänzen prima das von mir in der Vorwoche gezeichnete Bild. Unter dem Bayerkreuz bleibt es bei GELB.

Borussia Dortmund: Den Dortmundern gelang am vergangenen Freitag ein ebenso wichtiger wie dreckiger 2:0 Auswärtssieg bei Werder Bremen. Der ist nicht nur wichtig, weil die Mannschaft in der Tabelle einen großen Sprung nach vorn machen kann (und damit wieder vor Schalke steht), sondern auch, weil die Dortmunder sich diese drei Punkte gegen eine gut aufgelegte Werdermannschaft hart erarbeiten mussten. Die Dortmunder Ampel leuchtet GRÜN.

Borussia Mönchengladbach: Es ist ärgerlich, das trotz bester Chancen und Überzahl gegen Leverkusen keine 3 Punkte eingefahren werden konnten, zudem kassierte die Borussia zum ersten mal in dieser Saison 2 Tore in einem Spiel. Zwar wiegt der Ausfall von de Camargo vor dem gegnerischen Tor schwer, aber gegenwärtig stehen die Fohlen noch ganz weit oben in der Tabelle. Die Ampel bleibt auf GRÜN.

FC Augsburg:  Nach 8 erfolglosen Spielen hat es im neunten endlich geklappt: Der erste Bundesligasieg des FC Augsburg! Noch dazu durfte dieser in der Fremde bejubelt werden. Die Schwaben dürften froh sein, einen erfahrenen Torwart wie Simon Jentzsch zu haben, der mit seinen Paraden den Grundstein für den Erfolg legte und Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der mit brachialer Gewalt einen der bedeutendsten Elfmeter der Augsburger Vereinsgeschichte versenken konnte. Wir schließen uns der Euphorie an und stellen die Ampel auf GELB.

FSV Mainz 05: Seit dem ersten Spieltag wartet der FSV Mainz 05 nun auf einen Punkt im eigenen Stadion. Auch gegen den bis dahin sieglosen FC Augsburg setzte es für die Pfälzer eine Niederlage und langsam muss man sich vor Augen führen, was am Bruchweg bisher keiner sehen oder hören möchte: Der Mannschaft fehlt es an Abstimmung und Qualität. Thomas Tuchel geht seit ein paar Wochen den Weg des Oenning, und probiert jeden Spieltag eine neue Startelf aus. Dadurch hakt der Spielaufbau und auch das Selbstvertrauen ist hinüber. Mit Fuchs, Holtby und Schürrle wurde nicht nur Spielstärke, sondern auch Gefahr nach Standardsituationen eingebüßt. Auch die Verbannung von Elkin Soto, bisher das Herzstück des Mainzer Spiels, auf die Reservebank führt nicht zu mehr Erfolg. Mainz steht noch nicht auf einem Abstiegsrang, aber wir sehen ROT.

Hannover 96: Trotz des derzeitigen Tabellenrangs und beachtlicher Leistungen: Das 0:2 in Köln deutet an, dass der Weg der Niedersachsen wieder zurück ins Mittelmaß gehen könnte. Statt wie bisher mit wenigen Chancen ein Spiel zu gewinnen, verlor Hannover am Rhein trotz einer Vielzahl von guten Möglichkeiten. Hinzu kommen nun anstrengende Wochen auf die Mannschaft zu: Die Kombination aus Europapokal und DFB-Pokal beschert den Spieler 3 englische Wochen, die Hannover bisher stets Punkte gekostet haben. Wir schalten eine Stufe zurück auf GELB.

Hamburger SV: Nummer Fünf ist da. Thorsten Fink, Nachfolger von Frank Arnesen, Nachfolger von Rodolfo Cardoso, Nachfolger von Michael Oenning, Nachfolger von Armin Veh (das sind die HSV-Trainer der letzten 6 Monate.). Und auf ihn wartet eine Mannschaft voller Profis, die zu wenige (Bruma, Mancienne, Son) oder zu viele Winter gesehen haben (Jarolim, Drobny); oder einfach keinen Bock haben (Petric, Kacar). Trotz des Siegs in Freiburg: Die Abwehr des HSV ist vogelwild und die Hamburger haben in dieser Saison noch kein Spiel bestritten, in dem ein Sieg verdient gewesen wäre (incl. dem Pokalspiel in Oldenburg). Der Tabellenletzte bleibt bei ROT.

Hertha BSC: Eine hohe Niederlage in München ist kein Beinbruch, zumal Hertha mit dem 0:4 im Vergleich noch sehr gut dasteht. Die einzige Sache, die einem Sorgen machen kann, bleibt Torhüter Thomas Kraft: Seine Präsenz und Stärke bei Elfmetern bleibt beeindruckend, aber im Spiel bleibt er einfach unglaublich schlecht: Sowohl beim Herauslaufen, seinem Stellungsspiel oder den Versuchen Bälle abzuwehren, die aus 25 Meter auf sein Tor zu rollen zeigt Kraft erhebliche Defizite. Weil dieser Beitrag ihm gehört, soll seine Trikotfarbe Vorbild für die Ampel sein: GELB.

SC Freiburg: Der SC Freiburg rannte den Hamburger SV im Kellerduell des vergangen Spieltags über 90 Minuten nieder, erspielte sich etliche Großchancen, kassierte aber am Ende ein Tor mehr als er schoss. Dass es nicht für drei Punkte reichen würde, stand aber schon nach 47 Minuten fest, als Papiss Cisse sein siebtes Saisontor erzielte: Denn immer wenn der Toptorjäger in dieser Saison für Freiburg traf, konnte sein Team nicht mehr gewinnen. Witzige Statistik, oder? Nicht ganz so witzig ist Tabellenrang 17, der den Breisgau ROT ausleuchtet.

Schalke 04: Schalke 04 neigt in dieser Saison dazu, Abhängigkeit von einem Spieler zu zeigen. Und dieser ist weder Spanier, noch Niederländer, sondern Peruaner und rennt normalerweise in einem irren Tempo die rechte Seite rauf und runter. Jefferson Farfan ist sein Name, er wurde in den ersten Saisonspielen schmerzlich vermisst und wurde nach der Länderspielpause von Huub Stevens geschont, was im Nachhinein keine gute Idee war. Obwohl man der Mannschaft durchaus zutrauen sollte, auch ohne Farfan gegen biedere Lauterer zumindest einen Punkt mitzunehmen, gab es wegen eine weitestgehend lethargischen Auftritts eine Heimniederlage, die noch dazu eine längere Pause für Torwart Ralf Fährmann mit sich bringt. Die Ampel bleibt unverändert GELB.

VfB Stuttgart: Und plötzlich waren sie Vierter: Die Stuttgarter haben es mit einem souveränen 2:0 Erfolg gegen Hoffenheim geschafft, in die Spitzengruppe der Bundesliga vor zu stoßen. Mit einem qualitativ hochbesetztem Kader und einem Trainer, der zumindest für außergewöhnlich gute Hinrunden bekannt ist könnten die Stuttgarter zum Überraschungsteam der Hinrunde werden. Zumal drei der nächsten vier Gegner in der unteren Tabellenhälfte stehen (Nürnberg, Mainz und Augsburg). Bedeutet natürlich eine GRÜN leuchtende Ampel.

VfL Wolfsburg: Was ein guter Torwart doch alles Ausmachen kann: Diego Benaglio ist nach haarsträubenden Patzern zu Beginn dieser Saison nun wieder auf dem Leistungsniveau angekommen, dass dazu beigetragen hat, dass der VfL Wolfsburg Champions und Europa League spielen durfte. Dazu kommt mit Mario Mandzukic ein Stürmer, der in Spielweise und Entwicklung stark an Edin Dzeko erinnert. Da zwischen den beiden Protagonisten vom Wochenende viel graues Mittelmaß herumläuft, wird Felix Magath sicherlich schon den Kauf von 5-6 neuen Spielern im kommenden Winter planen. Die Ampel bleibt erstmal GELB.

Werder Bremen: Werder Bremen war gegen den Meister aus Dortmund die spielbestimmende Mannschaft, doch es fehlte das Glück gegen Zehn Spieler ein Tor zu erzielen. Beide Dortmunder Treffer wurden von stümperhaftem Abwehrverhalten begünstigt, doch dieses gehört schon seit einigen Jahren zu den Markenzeichen des SV Werder. Mit der Aussicht auf die Rückkehr von Stammtorwart Tim Wiese bleibt die Ampel GRÜN.

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