Die Ampel: Wer wird “Döner der Hinrunde”?

20. Dezember 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Nachdem in Nürnberg ein ungefährdeter 2:0 Sieg gelang durfte man auf Seiten der Kraichgauer durchaus mit einem versöhnlichen Jahresabschluss mit 6 Punkten rechnen, zumal der Spielplan den Hoffenheimern eine formschwache und krisengeschüttelte Hertha zum Jahresabschluss bescherte. Doch statt des Heimsiegs gab es einen tobenden Holger Stanislawski, wieder einen Platzverweis gegen einen Gegner in Unterzahl und ein Rückrundenauftakt ohne Innenverteidiger, weil Compper und Vorsah gesperrt sind. Yay! GELB

1.FC Kaiserslautern: Zum Abschluss der Hinrunde sammelten die Lauterer nochmal fleißig Punkte, aber wegen des schwachen Saisonstarts reichen die 5 Zähler, die seit dem 10.Spieltag alle durch Unentschieden gesammelt wurden, nicht um den Relegationsplatz zu entkommen. Auch gegen Hannover wurde mit einer beherzten Vorstellung ein Punkt hinzugewonnen, aber die mangelnde Klasse vor dem Tor verhindert mehr Siege für den FCK. Wie man hört soll Srdjan Lakic in Wolfsburg sehr unglücklich sein. Bis zum nächsten Erfolg bleibt die Ampel auf  ROT.

1.FC Köln: Das hat Spaß gemacht, nicht wahr? Die Kölner schossen den SC Freiburg mit 4:0 ab, unter der Woche traf Lukas Podolski gegen Mainz 05 zum fünften Mal in nur drei Spielen und dann reiste man zum FC Bayern, gegen den der FC seit dem Aufstieg 2007 kaum ein Spiel verloren hatte. Und plötzlich bekam Podolski Gegenspieler, die sich wehrten und dann war es auch noch kalt und dann macht Fußball auch keinen Spaß (Wie kommt Jürgen Klopp eigentlich auf die Idee, Podolski sei zu unkonstant?). Die Folge: Hilflose Rheinländer schenkten das Spiel gegen zehn Bayern mit 0:3 ab. Liebe Kölner, ihr seid so herrlich GELB.

1.FC Nürnberg: Den Franken gelang nach der ernüchternden Heimniederlage gegen Hoffenheim ein überraschender 3:0-Erfolg in Leverkusen. Obwohl Dieter Hecking eine Rumpfelf aufbieten musste (nette Idee mit Markus Feulner als Außenverteidiger) und Torwart Raphael Schäfer wieder einmal nicht überzeugen konnte wird das Jahr mit 6 Punkten aus den letzten 3 Spielen abgeschlossen. Somit ist der Abstiegskampf ein Stückchen weiter weg und die Ampel leuchtet wieder GELB.

Bayern München: Das ungefährdete 3:0 gegen den 1.FC Köln sorgt für einen versöhnlichen Jahresabschluss beim Rekordmeister. Vorstandsvorsitzender Rummenigge erteilte zudem allen möglichen Spekulationen um Transfers in der Winterpause eine Absage, was wohl auch bedeutet, dass Olic bleibt und Cisse nicht kommt. Oder halt das genaue Gegenteil, schließlich ist Knalli ja auch ein ziemlicher Taktikfuchs und ein geübter Kenner im Umgang mit Medien und Weißbiergläsern. Die Ampel leuchtet bei Tabellenführung natürlich GRÜN an der Säbenerstraße.

Bayer Leverkusen: Zugegeben, die Leistung der Mannschaft beim 0:3 gegen Nürnberg wirkte extrem lustlos. Aber trotzdem ist es nicht nachzuvollziehen, warum Trainer Robin Dutt nach der ersten Niederlage in 8 Spielen erneut wie die Sau durchs Dorf getrieben wird. Ihm gelang der Einzug ins Championsleague Achtelfinale, dabei sogar ein Heimsieg gegen den FC Chelsea. Und trotzdem kommt der arme Mann dem Titel „Döner der Bundesliga“ immer näher: Er wird medial aufgespießt, man wirft ihm vor sich im Kreis zu drehen und hat ihn jetzt solange schmoren lassen, dass man auch Vereinsintern anfängt ihn scheibchenweise abzusägen. Wir verweisen auf die ordentliche Hinrunde, trotz des Abgangs von Arturo Vidal und den schweren Verletzungen von Renato Augusto und Tranquillo Barnetta steht man gesichert auf einem Europapokalplatz, und lassen die Ampel auf demonstrativem GRÜN.

Borussia Dortmund: Nach zwei Unentschieden und jeder Menge vergebener Chancen fand der deutschen Meister am Samstag und Freiburg einen dankbaren Gegner und in Schiri Günther Perl einen unfreiwilligen Helfer: Vor Gündogans Führungstor hatte der Assistent bereits die Fahne gehoben, doch Perl ließ das Spiel weiterlaufen weil er sah, dass der Steilpass der die Freiburger Abwehr auseinander nahm von einem Mittelfeldspieler der Breisgauer kam. Erfrischend zudem das Interview von Kevin Großkreutz nach dem Spiel, der nicht, wie sonst üblich, die Mannschaft in den Mittelpunkt stellte. „Wichtig ist vor allem, dass ich mal wieder getroffen habe.“ Genau, Kevin! GRÜN

Borussia Mönchengladbach: Da sind sie wieder, die Gladbacher vom Beginn der Hinrunde. Nachdem die Fans der Borussia teilweise Schützenfeste ihres Teams ertragen mussten (4:1 gegen Wolfsburg, 5:0 gegen Bremen) gab es endlich mal wieder einen gepflegten 1:0-Sieg und als Geschenk zum Jahresende sogar die dreckigste aller Varianten: Früh in Führung gehen und danach schön  den Fuß auf Ball und Gegner halten. Das gefällt uns und wird mit Platz vier nach der Hinrunde belohnt. GRÜN

FC Augsburg: Es ist schon erstaunlich, dass Simon Jentzsch der einzige Augsburger Spieler ist, dem gemeinhin Bundesliganiveau bescheinigt wird und nach dessen Ausfall die Schwaben die meisten ihrer mittlerweile 15 Punkten holen konnten. Zumindest beim 1:1 in Hamburg sicherte Ersatzmann Mohamed Amsif seinem Team den Zähler. Damit hat Augsburg 7 Punkte aus den letzten 4 Hinrundenspielen gesammelt und wieder Anschluss an die Plätze, die den Klassenerhalt bedeuten können hergestellt. Wir spenden GELBfarbenes Licht der Farbe in der Winterpause.

FSV Mainz 05: Mainz 05 hat sich durch die Heimsiege gegen den VfB Stuttgart und Bayern München Luft im Abstiegskampf verschaffen können, doch diese Erfolge liegen nun bereits wieder einige Wochen zurück und seitdem konnte die Mannschaft kein Spiel mehr gewinnen. Somit bleiben nach dem 0:1 in Mönchengladbach 2 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, was nach der schlimmen Serie zwischen Spieltag 2 und 12 ein recht gutes Ende für die Mainzer Hinrunde ist. Deshalb lassen wir die Ampel weiter GELB leuchten.

Hannover 96: Obwohl wir in den letzten Wochen viel gestichelt haben ist es nun an der Zeit ein Lob an die Hannoveraner auszusprechen: Trotz der ungewohnten Doppelbelastung rettete sich das Team auf dem Zahnfleisch, aber ohne Niederlage in die Winterpause. Die in den letzten Spielen gewonnen Punkte könnten sich als äußerst wertvoll erweisen, sollte sich das Ende der Hinrunde als Schwächephase herausstellen. Dann hätten die Niedersachsen trotz einer Krise nicht viele Zähler eingebüßt und könnten erneut um den Einzug ins internationale Geschäft mitspielen. Deshalb bleibt die Ampel GELB.

Hamburger SV: Große Erwartungen in der Hansestadt: Im Heimspiel gegen den FC Augsburg konnte der HSV den Anschluss nach Europa wieder herstellen! Zumindest delirierten unsere Freunde von der MoPo dies auf ihre Sportseite. Der Plan ging auf: Die Fans im Stadion vergaßen einfach den Saisonstart, das Leistungsvermögen der Spieler und das gerade erst gelungene Entkommen von den Abstiegsrängen und quittierten die kämpferisch starke Leistung, die nur zu einem unglücklichen 1:1 reichte, mit Pfiffen. Boulevardzeitungen können es einfach nicht ertragen, wenn einfach mal alles OK ist. Wir schon: Der HSV geht mit GRÜNem Licht in die Winterpause.

Hertha BSC:  Wochenlang leuchtete bei der Hertha bei uns grünes Licht, denn trotz vieler Unentschieden blieb die Hertha Woche für Woche im gesicherten Mittelfeld. Zwar wirkte die Mannschaft in den Spielen gegen Schalke und Hoffenheim phasenweise sehr uninspiriert, aber nicht wirklich schlecht. Doch das unwürdige und überflüssige Possenspiel um die gescheiterte Vertragsverlängerung und anschließende Entlassung von Trainer Markus Babbel erschüttert den gesamten Verein. Das gesamte Theater mit gegenseitigen Vorwürfen in der Öffentlichkeit und eine Serie von mehreren sieglosen Spielen bewegen uns zum Umschalten auf ROT.

SC Freiburg: Aufopferungsvoll erkämpften sich die Freiburger zwischen November und Dezember viele Punkte durch Tore in der Nachspielzeit. Und trotzdem stehen die Breisgauer nach 8 Gegentoren in den letzten beiden Spielen der Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz. Deswegen kann hier es im Schwarzwald nur ROT leuchten.

Schalke 04: Tabellendritter, 5:0 gegen Bremen gewonnen, davor mit der halben A-Jugend (und Timo Hildebrand!) 3:0 in Haifa. Ein Israelaufenthalt kann ja gerade für junge Leute prägend und kulturell wertvoll sein. Eine rundum positive Woche für die Schalker, die sich in den letzten Wochen des Jahres in absoluter Topform präsentieren. Nur die Winterpause könnte negativ sein, da sie den Lauf der Mannschaft unterbrechen könnte. Dennoch leuchtet die Ampel natürlich GRÜN.

VfB Stuttgart: Zwischenzeitlich stand der VfB auf den Europalegueplätzen. Und dann kam nicht mehr so viel – aus den letzten sechs Spielen konnte einzig das glückliche 2:1 im Heimspiel gegen Augsburg bei den Schwaben für Glücksgefühle sorgen. Nur Torwart Sven Ulreich spielt seit Wochen auf konstant hohem Niveau. Vor ihm stehen Spieler, die durchaus genügend Qualität mitbringen, um in der Championsleague mitzuhalten, aber diese zu selten abrufen. Ein übliches Schicksal der Teams von Bruno Labbadia. Die letzten Wochen des Jahres waren Leistungstechnisch eine Katastrophe, die Ampel steht auf ROT.

VfL Wolfsburg: Gegen Stuttgart erzielt der eingewechselte Amateurspieler Sebastian Polter das Tor zum entscheidenden 1:0. Eigentlich eine schöne Geschichte, aber die Wochen davor können nicht vergessen werden. Katastrophale Abwehrfehler, witzige Suspendierungen und deren Aufhebungen und die Schrullen eines Trainer-Manager-Halbgotts, der sich vermutlich selbst nicht mehr daran erinnern kann, wann zuletzt eine von ihm betreute Mannschaft mehrere Spiele hintereinander gewinnen konnte. Wolfsburg geht mit ROT leuchtender Ampel in die Winterpause.

Werder Bremen: Nehmen wir das Positive: Die Posse um die Vetragsverlängerung von Manager Allofs und Trainer Schaaf ist beendet. Zudem konnte Werder das Spiel in Schalke trotz eines deutlichen Rückstands mit Elf Mann beenden, nachdem bei den Packungen zuvor Sokratis (Gelb/Rot in Gladbach) und Hunt (Mordversuch in München) ganz dringen noch vom Platz fliegen mussten, obwohl es bereits 0:5/1:4 stand. Nicht so gut ist, dass Werder in den letzten drei Auswärtsspielen 14 Gegentore bekam. Da die dazwischenliegenden Heimspiele allerdings überzeugend gewonnen wurden, bleibt die Ampel auf GELB.

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Weisheit 20 aus unserem Adventskalender:  “In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche.” (Hans Meyer)

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Wer ist der bessere Trainer?


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Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

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Na das war ja der krönende Abschluss unter ein tolles Jahr 2012 von Schiedsrichter Wolfgang Stark. Nach seinem unerträglichen Rumgeeier beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Mai und seinen Fehlentscheidungen bei der EM…

” Ein Spiel wie der Film “Stolz & Vorurteil”. Man wartet erst eine Stunde, dass etwas passiert und dann eine Stunde, dass es endlich aufhört.”

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"Vor knapp 18 Monaten kaufte Liverpool den englischen Stürmer Carroll für knapp 40 Millionen Euro. Das ist etwa so, als ob der Hamburger SV 60 Millionen für Sascha Mölders oder Sebastian Polter ausgeben würde. Oder 10 Millionen für Markus Berg." > Schweden - England

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