Die Ampel: Zehn Ausrufezeichen für Marvin Compper

14. Dezember 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

Aufgrund des Nachholspiels zwischen dem 1.FC Köln und Mainz 05 erscheint die Ampel diese Woche ausnahmsweise am Mittwoch.

1899 Hoffenheim: Nachdem wir letzte Woche bei Hoffenheim die große Krise aufgerufen haben, holte die Mannschaft von Holger Stanislawski gegen desillusionierte Nürnberger drei Punkte. Damit stehen die Kraichgauer wieder auf Platz 9 und zumindest die Sorgen noch in den Abstiegsstrudel zu rutschen können vergessen werden. Dennoch sei hier auf die außergewöhnlich dämliche Aktion von Marvin Compper verwiesen, der in der Nachspielzeit (!) bei einer sicheren 2:0-Führung (!!) gegen einen Gegner nahe der Selbstaufgabe (!!!), in Unterzahl (!!!!), so ungeschickt in einen Zweikampf ging, dass er die rote Karte sah. Marvin, du hast dir jedes einzelne Ausrufezeichen verdient! Die Ampel leuchtet wieder GELB.

1.FC Kaiserslautern: Letzte Woche beklagten wir die mangelnde Torausbeute der Pfälzer. Als Antwort darauf schenkte uns Olcan Sahan am vergangenen Sonntag einen der schönsten Treffer des Spieltags, als er per Volley aus unmöglicher Position den Ball zum 1:1 ins Netz jagte. Ansonsten hatten die Pfälzer viel, viel Glück, denn ähnlich wie Köln oder Wolfsburg hätten auch sie durchaus mit 4 oder 5 Gegentoren im Gepäck abreisen können. Der Punkt lässt die Roten Teufel den Relegationsplatz verlassen, dennoch bleibt der Eindruck von 5 Spielen ohne Sieg. Es bleibt weiter ROT.

1.FC Köln: Nach dem Sieg gegen den SC Freiburg drohte etwas extrem ungewohntes zu passieren: Hätte der FC sein Nachholspiel gegen Mainz 05 gestern Abend gewonnen, stünden die Kölner mit 23 Punkten auf Platz 7 und damit ganz nah an den Rängen, die zur Teilnahme am Europapokal berechtigen. Zum Glück blieb es beim 1:1. Oft beklagten wir die mangelnde Konstanz des Teams, aber die Tatsache, dass sich die Kölner tapfer gegen eine Niederlage in Stuttgart stemmten und den SC Freiburg mit einer Mischung aus nüchternem (1.Halbzeit) und rauschartigem (2.Halbzeit) Fußball mit 4:0 besiegen konnten macht Hoffnung auf mehr. Vielleicht auch dann, wenn Lukas Podolski (5 Tore in den letzten 3 Spielen) mal keine Lust hat. GELB

1.FC Nürnberg: Das 0:2 gegen 1899 Hoffenheim markiert einen weiteren Tiefpunkt in der furchteinflößenden Serie des FCN: Wie schon ein paar Wochen zuvor gegen Freiburg wurde ein Heimspiel gegen einen Gegner, der seit Wochen außer Form ist, verloren. Der Ausfall von Pinola wiegt schwerer als erwartet und auch die Rückkehr von Rafael Schäfer ins Tor des Clubs wirkt nicht hilfreich. Hinzu kommen nun noch die Sperre von Timothy Chandler und das Abrutschen auf den Relegationsplatz. Die Ampel leuchtet ROT.

Bayern München: Bayern München ist Herbstmeister: GRÜN. So, damit hätten wir das Sportliche erledigt und es bleibt etwas Raum um sich über Bayerns Vorstandschef Knalli Rummenigge aufzuregen: Da tönt der Bayernchef Dienstagvormittag in einem prominentem Vertreter der deutschen Sportpresse, es sei nicht der Stil des FC Bayern mit einer B-Elf aufzulaufen und Spiele abzuschenken. Und am nächsten Abend steht nicht nur Hansjörg Butt im Tor, sondern auch noch fast die komplette zweite Mannschaft vor ihm auf dem Spielfeld und die Bayern verlieren verdient mit 0:2 bei Manchester City. Es ist völlig verständlich seine erste Elf zu schonen, wenn der Einzug in die nächste Runde bereits feststeht. Aber vorher große Ankündigungen über „den FC Bayern“ zu machen um hinterher festzustellen, dass es in der Mannschaft eine Grippewelle gab, die seltsamerweise nur Stammspieler getroffen hat, ist erbärmlich.

Bayer Leverkusen: Bayer Leverkusen konnte am vergangenen Wochenende mit einem 0:0 bei Hannover 96 einen direkten Konkurrenten um die Europacupränge in einem Auswärtsspiel auf Distanz halten. Das Team ist damit wettbewerbsübergreifend seit sieben Spielen ungeschlagen, in der Liga gab es die letzte Niederlage am 10.Spieltag. Gratulation zu dieser tollen Statistik, die Ampel leuchtet GRÜN.

Borussia Dortmund: Manchmal soll es einfach nicht sein. Damit ist nicht das wenig überraschende Ausscheiden der Dortmunder aus der Champions League gemeint, welches hier bereits diskutiert wurde. Vielmehr geht es darum, auf welch unglücklichem Wege das 1:1 gegen Kaiserslautern zustande kam, denn die Dortmunder waren hochüberlegen und testeten einige Mal die Qualität des Aluminiumgestänges der Tore im Signal-Iduna Park. Durch das zweite Unentschieden in Folge entgeht den Dortmundern somit die Titelverteidigung in Sachen Herbstmeisterschaft. Da allerdings in der Rückrunde die Doppelbelastung für das Team wegfällt und die Ausgangsposition weiter hervorragend ist, bleibt die Ampel GRÜN.

Borussia Mönchengladbach: Ohne die Stammspieler Marco Reus und Harvard Nordtveit setzte es für die Gladbach in Augsburg die erste Bundesliganiederlage nach 5 Spielen, in denen das Team nicht besiegt werden konnte (davon wurden vier gewonnen). Dies bedeutet zwar das Abrutschen auf Rang 4 in der Tabelle, reicht aber bei weitem nicht aus, um von einer Krise zu reden oder ein anderes Licht als GRÜN leuchten zu lassen.

FC Augsburg: Dem FC Augsburg gelang am vergangenen Wochenende der zweite Heimsieg in Serie, wodurch die Schwaben den letzten Tabellenplatz verlassen konnten. Interessanterweise gelangen die wichtigen Punkte in Spielen, in denen mit Bellinghausen und Jentzsch zwei Stützen der Mannschaft verletzt fehlten. Zwar kann man nicht behaupten, dass Mohammed Amsif einen besseren Job macht als Stammtorwart Jentzsch, aber das Duo de Jong und Werner auf der linken Seite belebt das Spiel des FCA enorm. Trotzdem bleibt die Ampel vorerst ROT.

FSV Mainz 05: Nach dem Heimsieg gegen Bayern München ließen die Mainzer Unentschieden in allen Geschmacksrichtungen folgen: 0:0 gegen Hamburg, 1:1 in Köln, 2:2 in Wolfsburg. Die Mannschaft wirkt seit der Länderspielpause stabilisiert, hat noch kein Spiel verloren und die vorhergehende Niederlagenserie anscheinend gut verkraftet. Dadurch entfernt sich langsam wieder von den Abstiegsrängen. Die Ampel leuchtet weiter GELB.

Hannover 96: Seit Wochen feiern wir in dieser Kolumne die Rückkehr von Hannover 96 ins biedere Tabellenmittelfeld der Bundesliga. Passend dazu gab es gegen Bayer Leverkusen an einem tristen Dezemberabend bei Schmuddelwetter ein 0:0 im eigenen Stadion. Noch Fragen? GRAU… äh… GELB!

Hamburger SV: Mit einem erneuten Unentschieden setzt sich der HSV weiter ab von den Abstiegsrängen, auf denen der Verein in dieser Saison unangenehm viel Zeit verbracht. Dazu blieb das Team erneut ohne Gegentor, was nach dem bisherigen Saisonverlauf ein außergewöhnliches Ereignis ist, jedoch unter Thorsten Fink zur Normalität wird. Auch aus diesem Grund bleibt die Ampel GRÜN.

Hertha BSC:  Nun rächen sich die Unentschieden der Vorwochen: Die Hertha verlor am Freitag mit einer uninspirierten Leistung gegen Schalke 04 mit 1:2 und zeigte sich zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die Schalker Abwehr durch eigene Spielzüge in Gefahr zu bringen. Durch die vielen Punkteteilungen der Vorwochen hat man damit eine der gefürchteten „Seit x Spielen ohne Sieg“ Serien am Laufen, auf die wir natürlich mit Empörung reagiern müssen: Die Ampel wird auf GELB zurückgestellt.

SC Freiburg: Nachdem sich die Truppe von Marcus Sorg in den Vorwochen tapfer Punkt um Punkt erkämpft hatte, spielten die Freiburger auch beim 1.FC Köln anfangs gut mit und hätten mit ein wenig Glück sogar mit einer Führung in die Pause gehen können. Nach dem 2:0 für den FC brach die Mannschaft jedoch zusammen und produzierte mit fortschreitender Spieldauer immer mehr dämlich Fehler bei eigenem und gegnerischem Ballbesitz, die letztlich in einer 0:4-Niederlage mündeten. Diese bedeute den letzten Tabellen für die Breisgauer, wir spendieren dazu die ROTe Laterne.

Schalke 04: Schalke 04 steht plötzlich im Rennen um die Meisterschaft! Dank einer taktisch tollen Leistung des Trainers Huub Stevens, der gegen Hertha mit einer Raute im Mittelfeld und zwei Stürmern, aber extrem defensiv spielen ließ, rücken die Schalker auf den dritten Platz der Tabelle vor und bewirken dadurch, das zum ersten Mal bemerkt wird, dass man nur 3 Punkte hinter Bayern München steht. Es bleibt zu hoffen, dass Huub nicht am Ende der Saison den Verein wieder verlässt, weil er keine Lust mehr hat seine Frau erkrankt ist, wie zuvor schon in Köln und Hamburg. Zum Europaleaguespiel in Israel konnte Stevens nicht mitfliegen, weil seine Mutter krank ist. Hoffentlich ist es nichts Ansteckendes. GRÜN

VfB Stuttgart: Gegen Bayern München hatte der VfB Stuttgart eigentlich gute Chancen, oberflächlich weil die Mannschaft extrem heimstark ist, aber vor allem, weil sie über die defensivstärksten Außenverteidiger der Liga verfügt. Zumindest theoretisch. Allerdings fiel Khalid Boulahrouz für das Spiel komplett aus, und auch Cristiano Molinaro war nur eine gute halbe Stunde dabei. Dies bedeutete mehr Raum für Ribery & Robben und das führt meist zwingend zu Bayernsiegen. GELB

VfL Wolfsburg: Erfrischend, mit viel Dummheit und Ungeschicklichkeit der VfL Wolfsburg am Samstag in Bremen agierte. Beim 1:0 der Bremer agierte nicht nur Torwart Benaglio extrem unglücklich, weil er den Ball zu kurz abwehrte, extrem erheiternd war auch Alexander Madlung, der sich wie der dicke Tanzbär im Fünfmeterraum im Kreis drehte. Anschließend versuchten die Wolfsburger immer wieder, die Bremer ins Abseits laufen zu lassen. Vielleicht waren sie auch einfach nur zu langsam. Auf jeden Fall war viel Glück dabei, dass die Wölfe nur mit vier Gegentoren nach Hause geschickt wurden, denn immer wieder rannten zwei oder drei Bremer ungedeckt auf Diego Benaglio zu. Der kicker fragt diese Woche, „Schafft Felix Magath mit dem VfL Wolfsburg noch die Wende?“. Wir fragen „Schafft der VfL Wolfsburg mit Felix Magath noch die Wende?“. Natürlich bleibt es bei ROT.

Werder Bremen: Nach der krassen Niederlage in München schoss Werder Bremen einen hilf- und orientierungslosen VfL Wolfsburg aus dem Weserstadion. Dennoch zeigt die Mannschaft zu wenig Konstanz, um langfristig oben mit zuspielen. Das Theater um Willi Lemke und Klaus Allofs ist ebenfalls noch nicht ausgestanden. Die Ampel bleibt vorerst auf GELB.

 

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