Die bösen, bösen Bayern.

9. Januar 2012DominikBlogs

Es war bisher DAS Thema der Winterpause: Jung-Nationalspieler Marco Reus wechselt im kommenden Sommer von der Borussia zur Borussia, vom Niederrhein ins Ruhrgebiet, von Mönchengladbach nach Dortmund. Bevor ich zum eigentlichen Kommentar zu diesem Thema komme, möchte ich noch etwas klarstellen: Ja, ich bin Bayernfan und nein, in keinster Weise neidisch auf diesen Transfer. Im Gegenteil, ich beglückwünsche alle drei Parteien – die beiden Vereine und den Spieler selbst – zu diesem Wechsel. Mich stört nur zum wiederholten Male die Berichterstattung der Presse sowie die Reaktionen vieler Fußballfans. Durchweg ist zu lesen: “Hammer-Transfer”, “Der richtige Schritt für Reus”, “Dortmund sticht Bayern aus”, etc.

Stellen wir uns nun folgendes Szenario vor: Reus hätte nicht seinen Wechsel zum BVB, sondern zu Bayern München bekannt gegeben. Was hätte es für einen Aufschrei in den Medien und bei allen Fußballfans gegeben, die Schlagzeilen hätten nicht wie oben ausgesehen, sondern in etwa dieses Format gehabt: “Bayern schwächt erneut den Gegner”, “Bayern wirft mit Geld um sich”, Das nächste Talent, das bei den Bayern versauert”, etc.

Zum Wechsel selber möchte ich gar nicht viel schreiben, da soll jeder für sich entscheiden, ob zum Beispiel ein Reus 17,5 Millionen Euro wert ist. Dennoch möchte ich klarstellen, dass das Klischee, dass Bayern immer und immer wieder die Ligakonkurrenten schwächt, völlig aus der Luft gegriffen ist. Oder anders gesagt: Jeder macht es doch. Woher kamen denn Dortmunds Spieler Hummels, Gündogan oder jetzt Reus? Oder Toprak und Schürrle bei Leverkusen? Oder Holtby, Obasi und Fuchs bei Schalke? Sie kamen allesamt von Ligakonkurrenten, was ja auch völlig normal und legitim ist.

Diese Doppelmoral der Medien und auch einiger vieler Fußballfans ist das, was mich an der ganzen Sache so dermaßen stört. Natürlich gehört das Konkurrenzdenken und die Rivalitäten im Fußball dazu und dass die Fans da nur selten objektiv denken verstehe ich – dies ist mit Sicherheit bei mir nicht anders. Aber gerade von den Gazetten erhoffe ich mir doch ein wenig mehr Objektivität.

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