Die Ampel: 1.Spieltag

12. August 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spiel bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot). Viel Spaß beim Lesen!

1899 Hoffenheim: Hat in Hannover verloren. Naja.GELB.

1.FC Kaiserslautern: Überraschend viele Leute sehen im FCK einen Absteiger für die kommende Saison, was nicht unwesentlich mit dem Abgang von Srdjan Lakic zusammenhängen wird. Jene Kritiker werden sich bestätigt sehen: Kaiserslautern blieb in Bremen ohne Tor. Dennoch ist ein 0:2 im Weserstadion sicherlich kein Genickbruch für irgendeine Mannschaft in der Liga. Die von Präsident Stefan Kuntz ausgestrahlte Besonnenheit und die Fachkompetenz von Trainer Marco Kurz geben genug Anlass, die Ampel auf GELB zu schalten.

1.FC Köln: Die vergangene Rückrunde brachte für die Fans der 1.FC Köln ungeahnte Gefühle: Es fing an mit einem Jubel über Führungstreffer der Mannschaft im eigenen Stadion an und ging später dazu über, dass man mit dem Gefühl einen Sieg der eigenen Mannschaft sehen zu werden Samstags Richtung Müngersdorf fuhr. Verursacht wurden diese Auswüchse bei den Fans von einer Mannschaft, die sich in den Heimspielen zerriss und angeführt wurde von einem Kölner Urgestein, das seit Jahren einen Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft hat. Stole Solbakken änderte den Kapitän, lies den Spieler außerhalb des Platzes mehr Freiheiten und erdachte ein „kompaktes 4-4-2 System“, für das seine Spieler entweder zu dumm oder zu faul zu sein scheinen. Die Quittung gab es in Form einer deutlichen 0:3 Heimniederlage gegen Wolfsburg. Dazu fehlt Novakovic im nächsten Spiel gesperrt. Die Ampel steht deswegen auf ROT.

1.FC Nürnberg: Der 1.FC Nürnberg hat im vergangen Jahr nur knapp die Qualifikation für die Europaleague verpasst und mit Julian Schieber, Ilkay Gündogan und Mehmet Ekici wichtige Stützen der Mannschaft abgeben müssen. Andere Spieler sind nun gefordert, in ihre neuen Rollen hineinzuwachsen: Etwa Markus Feulner, der nach langen auf der Dortmunder Bank seine Klasse wieder beweisen darf.Der 1:0 Auftaktsieg in Berlin gibt genügend Anlass zur Hoffnung, dass es das System von Trainer Dieter Hecking war, dass die Nürnberger auf Platz 6 brachte, und nicht die Klasse einzelner Akteure. Da eine weitere Saison fernab der Abstiegsränge möglich scheint, steht die Ampel im Frankenland auf GRÜN.

Bayern München: Der Sieg im DFB-Pokal scheint wenig aussagekräftig: Zwar wurde der Tabellenführer der Zweiten Liga im eigenen Stadion besiegt, dennoch war dabei die unvorsichtige Vorgehensweise der Braunschweiger Defensive, die zu zwei Elfmetern führte, dabei ein größerer Faktor als die spielerische Klasse der Bayern. Der nächste Gegner Mönchengladbach verteidigte geschickt und nutzte ein schweres Missverständnis von Neuer und Boateng, um drei Punkte aus der Allianzarena mitzunehmen.  Der neuformierte Abwehrblock wirkt noch nicht eingespielt, was allerdings in dieser Phase der Saison kaum überraschen kann. Die Auftaktniederlage sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Bayern als großer Favorit auf die Meisterschaft in die Saison gehen. Deshalb steht die Ampel auf GELB.

Bayer Leverkusen: Dem peinlichen Pokal Aus in Dresden folgte ein enttäuschender Auftritt in Mainz. Der Gegner, unter der Woche im UEFA-Cup aktiv und dort sogar bis ins Elfmeterschießen gefordert, wirkte frischer und geistig schneller als die erholten Leverkusener – ein alarmierendes Zeichen. Die Gegentore fielen nach Unkonzentriertheiten, vor allem die Innenverteidigung mit Reinartz und Neuzugang Toprak muss besser zusammenarbeiten. Die geschilderten Probleme, die Verletzung von Stammtorwart Rene Adler und die Idee des neuen Trainers Robin Dutt sich auf Kosten von Michael Ballack profilieren zu wollen, lassen die Ampel in sattem ROT leuchten.

Borussia Dortmund: Der Saisonstart der Dortmunder hätte besser nicht laufen können: Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise wie die Gäste vom Hamburger Sportverein niedergerannt wurden war beeindruckend. Niedergerannt ist in diesem Zusammenhang das richtige Wort: Die Kraft und Bereitschaft der Dortmunder, über 60 Minuten höchstes Tempo zu gehen ist zu diesem Zeitpunkt der Saison extrem beeindruckend. Trotz aller Euphorie, die nun verständlicherweise wieder ausbricht, muss Dortmund auf die Auszeichnung als „Titelfavorit“ warten bis sich zeigt, ob Ilkay Gündogan gegen besser stehende Gegner die Pässe spielen kann, die seinen Vorgänger Nuri Sahin in ähnlichen Situationen auszeichneten. Natürlich leuchtet die Ampel GRÜN.

Borussia Mönchengladbach:Die Relegationseuphorie wurde mitgenommen, die Mannschaft wurde zusammengehalten und die Stabilität der Mannschaft konserviert: Dennoch hätte niemand erwartet, dass die Borussia 3 Punkte aus der Allianzarena mitnimmt. Dennoch ist gerade das Gladbacher Umfeld gerne etwas zu überschwänglich im Moment des Erfolgs, was die Mannschaft nicht verunsichern sollte. Auch in der letzten Saison gab es am 2.Spieltag ein 6:3-Erfolg in Leverkusen, im Anschluss bastelte die Mannschaft eine lange Kette aus überflüssigen Niederlagen. Deshalb schalten wir trotz der großartigen Leistung, welche die Bayern teilweise zur Verzweiflung brachte, die Ampel auf ein warnendes GELB.

FSV Mainz 05: Ähnlich wie beim 1.FC Nürnberg verließen auch hier drei Leistungsträger der vergangenen Saison den Verein, ohne gleichwertig ersetzt werden zu können. Trotzdem die Mainzer seit Jahren erfolgreich das Prinzip verfolgen, den Kader in der Breite zu verstärken und möglichst flexibel zu machen, reichte es für die Hessen nicht aus, sich in der ersten UEFA-Pokalrunde gegen die Rumänen von Gaz Metan Medias durchzusetzen. Der 2:0 Sieg gegen Bayer Leverkusen wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet: Beide Tore fielen extrem glücklich für die 05er, weshalb nicht klar ist, ob der Erfolg als Beleg für Mainzer Stärke oder Leverkusener Schwäche gewertet werden sollte. Deshalb schalten wir die Ampel auf GELB.

FC Augsburg: Natürlich zeugt es von großer Moral und starkem Willen im ersten Bundesligaspiel gleich zweimal einen Rückstand aufzuholen. Bei einer weniger emotionalen Betrachtung fällt jedoch auf, dass einige Hoffnungsträger der Mannschaft wie etwa Stürmer Sascha Mölders sich bei früheren Auftritten nicht in der Bundesliga durchsetzen konnten und auch am Wochenende spielerische Defizite offenbarten. Darüber hinaus muss die Frage erlaubt sein, wenn man schon in einem Heimspiel gegen den SC Freiburg keine 3 Punkte holt, in welchen Spielen dann? Deshalb leuchtet die Augsburger Ampel diese Woche nur GELB.

Hannover 96: Souveräner 2:1 Sieg zum Saisonstart. Nett. GRÜN.

Hamburger SV:Erstaunlich gut konnte der HSV im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Meister mithalten – etwa 10 Minuten lang. Anschließend ergab sich der HSV in sein trauriges Schicksal: Besonders Kacar und Elia stellten jegliche Bemühungen ein und trabten teilweise lustlos dem Ball hinterher. Abwehrchef Heiko Westermann wirkte bemüht, aber überfordert mit der Aufgabe gleichzeitig seine Nebenleute richtig zu postieren und die schnellen Dortmunder Angriffe zu stoppen. In dieser Form wird der HSV sich nur schwer in der oberen Tabellenhälfte postieren können. Allein die Zweite Halbzeit, zum einen durch einen überzeugenden Marcell Jansen, zum anderen durch die nachlassenden Dortmunder, macht Mut auf die kommenden Spiele. Die Ampel leuchtet deshalb gerade noch GELB.

Hertha BSC: Den Saisonstart hatte sich Hertha sicherlich ganz  anders vorgestellt: 60000 Zuschauer erwarteten den 1.FC Nürnberg sicherlich nicht als unschlagbaren Kontrahenten. Stattdessen wurde mit grausamen Gebolze zielsicher der Bundesligarekord auf 17 Heimspiele in Serie ohne Sieg erhöht. Vor zwei Jahren konnte im Auftaktspiel Hannover 96 mit 1:0 besiegt, seitdem konnte die Hertha im Olympiastadion kein Bundesligaspiel mehr gewinnen. Dennoch ist dies kein Grund, für die Zukunft schwarz zu sehen: Der Stamm der Aufstiegsmannschaft ist zusammengeblieben und besteht aus erfahrenen Bundesligaspielern, welche durch Talente wie Lasogga ergänzt werden. Aus diesem Grund bleibt die Ampel GELB.

SC Freiburg: Die Breisgauer versäumten es trotz der zweimaligen Führung 3 Punkte aus Augsburg mitzunehmen, aber das Unentschieden sollte nicht als problematisch angesehen werden. Wichtiger scheint, dass jede Woche in der Cisse, welcher mit Sicherheit der kompletteste Stürmer der Bundesliga ist, noch beim SC Freiburg spielt, für den Verein eine gewonnen Woche ist. Deshalb: GELB.

Schalke 04:Der Superpokalsieger ließ im ersten Bundesligaspiel das vermissen, was ihm den ersten Titel der Saison bescherte: Das Glück, dass ein besserer Gegner seine Chancen nicht verwertete. Allgemein wird den Schalker die bessere Spielanlage zugestanden, die jedoch an mangelnder Präzision im Passspiel scheiterte. Die wirkt verwunderlich, stellte Trainer Rangnick doch mit Joel Matip und Jermaine Jones zwei Spieler vor die Abwehr, welche als Erfinder des geschmeidigen Kurzpassspiels gelten.Hinzu kommt der neue Stammplatz für Alexander Baumjohann, welcher wie jedes Jahr die Gelegenheit erhält eindrucksvoll zu beweisen, welch überragender Regionalligaspieler er wäre, würde man ihm diese Möglichkeit endlich eröffnen. Die Vorgabe von Trainer Rangnick, schnell zu kombinieren und Verbindung mit seiner Weigerung, Spieler die dazu in der Lage sind auf den Platz zu schicken sorgen in Gelsenkirchen für leuchtendes ROT.

VfB Stuttgart:Ein neues Stadion, eingeweiht mit einem 3:0 Erfolg über eine Mannschaft, die zu den stärksten der Liga gezählt und einiges zu beweisen hat.  Darüber hinaus ist es sehr positiv, dass Spieler wie Martin Harnik oder Shinji Okazaki ihre Leistung aus der Rückrunde bestätigen konnten und zeigten, dass sie das Zeug haben, Spieler auf gehobenem Bundesliganiveau zu sein. Das erste Spiel macht Hoffnung, dass die Stuttgarter das erste mal seit 3 Jahren ohne Trainerwechsel durch die Hinrunde kommen und Bruno Labbadia, sollte ihm das nicht zu langweilig sein, 12 Monate beim gleichen Verein bleiben kann. Klar, da strahlt die Ampel in GRÜN.

VfL Wolfsburg: Felix Magath hat es rechtzeitig zu Saisonbeginn geschafft, ein System zu entwickeln, dass einen klassischen Spielmacher wie Diego oder zuvor Misimovic überflüssig macht: Die Doppelsechs mit Träsch und Josue, die außen mit Salihamidzic und Ochs sind ein Mittelfeld, das zu den besten der Bundesliga gehört. Mandzukic als hängende Spitze  hinter Patrick Helmes, der endlich wieder zu guter Form gefunden hat komplettieren eine Offensivabteilung, mit der sich die Niedersachsen durchaus wieder Hoffnung auf Europa machen dürfen. Die Defensive war gegen Köln kaum gefordert und ist schwer zu beurteilen. Die Ampel zeigt dennoch GRÜN.

Werder Bremen:Die Leute vergessen zu schnell. Etwa, dass Markus Rosenberg vor drei Jahren eine Bundesligasaison mit 16 Treffern spielte und bester Torschütze von Werder Bremen war. Allerdings arbeitete der Schwede auch hartnäckig selbst daran, dass seine Klasse in Vergessenheit geriet: Ohne Ehrgeiz und Durchsetzungskraft trabte der Schwede in den Jahren danach durch so manchen gegnerischen Strafraum. Nun scheint er zurück zu sein und den Bremer Fans nach einer grauenhaften Saison wieder etwas Hoffnung zu geben.Dazu passend bewerten wir die Werderaner in der Vereinsfarbe GRÜN.

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