Die größte Fehlentscheidung der Saison

16. Mai 2012FelixBlogs

Herzlichen Glückwunsch! Trotz einer deutlich sichtbaren fußballerischen Beschränkung und einem technisch weit überlegenen Gegner hat Fortuna Düsseldorf gestern Abend den Aufstieg in die Bundesliga vollzogen. Schließlich gehört Düsseldorf als Landeshauptstadtsverein des bevölkerungsreichsten Bundeslandes auch in die 1.Liga. Oder so.

Das scheint vielen auch vollkommen egal zu sein, denn was sich gestern Abend in Düsseldorf auf dem Platz abspielte scheint vielen nicht gefallen zu haben, außer dem ohnehin eitlen Schiedsrichter Wolfgang Stark, der dadurch endlich im Mittelpunkt stehen konnte. Diskussionswürdig war bereits der Platzverweis gegen den Berliner Ben-Hatira, der nach einem mittelschweren und einem harten Einsteigen nach 54 Minuten die Gelb-Rote Karte sah. Eine Entscheidung mit wenig Fingerspitzengefühl in einem derart wichtigen und umkämpften Spiel.

Der Schock über Starks Entscheidung war allen Spielern der Hertha anzumerken und schließlich fiel auch das 2:1 in der Phase kurz nach dem Platzverweis. Dass Stark anschließend das Spiel für mehrere Minuten unterbrach, weil die mitgereisten Berliner es für eine gute Idee hielten, den Rasen um die Eckfahne vor ihrer Kurve großflächig abzufackeln, ist eine gute Entscheidung, die nicht anders hätte getroffen werden können. Dieser Unterbrechung am Ende des Spiels mit einer Nachspielzeit von 7 Minuten Rechnung zu tragen ist auch vollkommen nachvollziehbar. Aber das unwürdige Ende mit einer zwanzigminütigen Unterbrechung hätte Stark allen Beteiligten wirklich nicht antun müssen.

Es sind bereits mehrere Meisterschaften (etwa Stuttgarts Titel 1992) durch verfrüht jubelnde Fans entschieden wurden, auch wenn regulär noch wenige Minuten auf der Uhr gewesen wären. Aber nachdem bereits fast 6 Minuten nachgespielt wurden und die Fans den Platz bereits geflutet hatten, muss man ihn wirklich räumen lassen und nochmal anpfeifen? Muss man Menschen, die freudetrunken das Spielfeld stürmen, wirklich als Gewalttäter und Chaoten beschimpfen? Muss man im Zusammenhang von Vätern und Müttern, die mit ihren Kindern auf den Rasen laufen, um den Aufstieg ihres Teams zu feiern, von einem sich abzeichnenden Blutbad sprechen? Kann man das Spiel nicht einfach beenden?

Aber Wolfgang Stark verwechselte kleinkarierte Pflichterfüllung mit weltmännischem Gleichmut. Er pfiff nicht etwa ab, er ließ das Spielfeld räumen und war nun Sheriff von Düsseldorf. Keinem Fan, keinem Spieler und keinem Verantwortlichen war mit den abschließenden 70 Sekunden stumpfen Gebolzes und den 20 Minuten zuvor ein Gefallen getan worden. Nur Stark, ohnehin bekannt dafür mit in Megawattstärke ausstrahlender Selbstgerechtigkeit und diebischer Freude Spieler beim kleinsten Vergehen vom Feld zu schicken, profitierte von der Situation. Nicht nur als Chef im Ring, sondern auch als “besonnener Krisenmanager”. Und er gab der ARD damit nicht nur die Möglichkeit, seine ekelhafte Kleinlichkeit ohne jegliches Nachdenken zu loben, sondern auch noch völlig normale Stadionbesucher in übelkeitserregender Weise zu kriminalisieren.

Denn die Fans, die auf den Platz rannten, sollten nicht für die Szenen verantwortlich gemacht werden. Die Schuld liegt bei den Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf und der ESPRIT Arena, die nicht genügend Sicherheitskräfte aufstellten, um den absehbaren Platzsturm vor dem Abpfiff zu verhindern. Und das dies in den Fokus rückte und das sportliche Geschehen überschattet liegt an Wolfgang Stark, der auf 70 verdammte Sekunden verzichten und das Spiel einfach hätte abpfeifen sollen. Aber „der beste Schiedsrichter Deutschlands“ verpasste die Chance,  ein logisches und menschliches Urteil zu fällen und ließ pingeliges Beamtentun walten.

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