Die Mustererfolgsstory

25. April 2013Felix> Bundesliga

Eine Mannschaft, die im Kern zusammenbleibt und über drei Jahre immer noch eine größere Sensation schafft als im Jahr zuvor: Ein Muster, das man in erster Linie aus Sportfilmen oder Fussball Managern kennt. In Dortmund kann man diese Entwicklung gerade in der Realität betrachten und man sollte sich freuen, wenn man diese Phase miterleben darf. Was Borussia Dortmund in den letzten drei Jahren mit einer fast unveränderten Mannschaft leistete, passiert vielleicht alle 50 Jahre im Weltfußball.

Wer am Mittwochabend das Champions League Halbfinale zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid verfolgte wurde Zeuge des nächsten Schritts einer drei Jahre andauernden Entwicklung, die vermutlich mit dem Einzug ins Finale der Champions League ihren unglaublichen Höhepunkt erreicht haben wird.

Sven Bender (c) KSMedia

Lässt seine Nebenleute glänzen: Sven Bender. Foto: KSMedia

Die derzeitige Mannschaft von Borussia Dortmund prägt eine Ära, die für immer als Besonderheit in die Vereinsgeschichte des BVB eingehen wird. Begonnen hat dies mit der Meisterschaft 2011, die bereits einige Spieltage vor Saisonende fest stand und trotzdem, von der Erwartungshaltung vor der Saison betrachtet, als absolute Sensation galt. Fortgesetzt wurde diese Sensation von der Meisterschaft 2012, als die Borussia durch eine unglaublichen Rückrunde (15 Siege und 2 Unentschieden) den Titel verteidigte und anschließend im Pokalfinale den FC Bayern mit 5:2 demütigte, wie es dem Rekordmeister in seiner Vereinsgeschichte selten passiert ist. Gestern endete das letzte Signal-Iduna-Park-Kapitel dieser Erfolgsstory. Im letzten bedeutenden Heimspiel dieser Saison setzte Borussia Dortmund den vergangenen Jahren die Krone auf und besiegte Real Madrid durch einen Quattrick von Robert Lewandowski mit 4:1.

Das Besondere an der Geschichte um die derzeitige Mannschaft des BVB ist, dass die Protagonisten während der vergangen Jahre im Kern fast ausschließlich die gleichen waren: Die komplette Defensivabteilung mit Weidenfeller, Piszczek, Subotic, Hummels und Schmelzer war in allen drei Spielzeiten unangetastetes Stammpersonal. Sven Bender davor war stets der zuverlässige Partner von Nuri Sahin 2011 und Ilkay Gündogan in den Folgejahren. Mario Götze, Kevin Großkreutz und Jakub Blaszczykowski spielten in einer der laufstärksten offensiven Mittelfeldreihen Europas die Wegbereiter für die aufgehenden Fußballsterne Shinji Kagawa und Marco Reus. Im Sturm war Robert Lewandowski zunächst nur Joker hinter Welttorjäger Lucas Barrios, hat aber spätestens seit seinen 4 Toren gegen Real den Platz im gelb-schwarzen Stürmerolymp sicher, wo Siggi Held, Kalle Riedle und Stephane Chapuisat etwas zur Seite rücken müssen. In deren Schatten verdienten sich Felipe Santana und Sebastian Kehl die Auszeichnungen als beste Nebendarsteller, weil sie die Lücken, die Verletzungen oder Formschwäche in das Grundgerüst rissen, zuverlässig füllen konnten.

Diese 17 Männer stehen mit ihrem Trainer Jürgen Klopp für die außergewöhnlichsten 3 Jahre in der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund. Weil sie als Teil einer Gruppe bereits im ersten Jahr einen für mindestens extrem unwahrscheinlich gehaltenen Titel gewannen und in den folgenden Jahren immer noch einen draufsetzen konnten.

Kuba (c) KSMedia

Jakub Blaszczykowski, bekannt für nicht endende Laufarbeit. Foto: KSMedia.

Dass diese Geschichte in diesem Jahr ihr Ende nehmen wird, darf als sicher gelten. Schlüsselspieler wie Mario Götze und Robert Lewandowski, die bei allen Triumphen dabei waren, werden die Mannschaft verlassen. Wohlmöglich werden andere prägende Gestalten folgen, weil es mit dem BVB nun wirklich keine neuen Herausforderungen mehr geben wird. Und spätestens nach diesem Jahr wird die Borussia die Außenseiterrolle, die ihren ohnehin schönen Fußball auch noch sympathisch und mitreißend machte, für einige Jahre abgelegt haben.

Dennoch freue ich mich auf das Finale von Wembley. Weil ich gespannt bin, ob die goldene Generation von Borussia Dortmund die Pointe unter ihre 3 Jahre setzen kann. Es wäre schade, wenn das letzte Kapitel einer so schönen Geschichte unvollendet blieb.

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