Die Ampel: Die Sommertransfers der Bundesliga

15. November 2011Dominik> Bundesliga, | Die Ampel

Heute gibt es dank der Länderspielpause ein Special unserer beliebten Kolumne “Die Ampel” – die Transfer-Ampel! Wir bieten euch eine Übersicht über die Transferaktivitäten aller Vereine der Bundesliga in diesem Sommer. Wir zeigen euch auf, ob die Vereine sich möglicherweise gut verstärkt haben (grün), ob die Transfers bedenklich waren (gelb), oder ob die Abgänge überhaupt nicht kompensiert werden konnten (rot).

1899 Hoffenheim: Die Mannschaft hat keinen Stammspieler verloren, im Gegenteil, man konnte sich von alten, auf das Abstellgleis geratene Spielern trennen und junge Talente verleihen. Im Gegenzug blieb man der Philosophie treu und verplichtete junge, ausbaufähige Spieler wie zum Beispiel Fabian Johnson, Daniel Williams oder Sven Schipplock. Vor allem die ersten beiden Spieler konnten schon mit guten Leistungen glänzen. Aufgrund dieser Tatsachen stellen wir die Transfer-Ampel auf GRÜN.

1.FC Kaiserslautern: Das Team vom Betzenberg verlor seine Torgarantie der letzten Saison, mit Namen Srdjan Lakic, an den WfL Wolfsburg, darüber hinaus wechselte kurz vor Wechselfrist Stammspieler Ivo Ilicevic an den HSV. Für verhältnismäßig viel Geld kaufte man Itay Shechter von Hapoel Tel Aviv ein, 2,5 Millionen Euro ließ man ihn sich kosten – seine Leistungen waren allerdings bisher eher durchwachsen. Dagegen konnte der ausgeliehene Kouemaha überzeugen. Die Ampel steht deswegen auch noch gerade so auf GELB, auch im Hinblick auf die Erwartungen und Möglichkeiten der Lauterer.

1.FC Köln: Schaut man sich nur mal die Transferaktivitäten des Effzeh an, und lässt sich nicht von den Problemen auf und neben dem Platz ablenken, so sieht man, dass hier sehr gut gearbeitet wurde. Junge Talente wurden zahlreich verliehen, um ihnen Spielpraxis zu geben. Im Gegenzug hat man Sascha Riether aus Wolfsburg verpflichten und Mato Jajalo fest an sich binden können. Beide Spieler konnten sich als Stammspieler etablieren. Mit Henrique Sereno und Ammar Jemal konnte man zwei Spieler mit Potential ausleihen. Im Gegenteil zur normalen Ampel leuchtet die Transfer-Ampel ohne Zweifel in einem hellen GRÜN.

1.FC Nürnberg: Die Nürnberger verloren zahlreiche Stammspieler, Ilkay Gündogan wechselte für 4 Millionen Euro nach Dortmund, Andreas Wolf verließ den Verein ablösefrei in Richtung Bremen und Julian Schiebers Leihe endete und er kehrte zum VfB Stuttgart zurück. Dagegen kam für kleines Geld Markus Feulner, der schon überzeugen konnte, genau wie zum Beispiel Alexander Esswein (200.000 €, Dynamo Dresden), Timm Klose (400.000 €, FC Thun) oder Tomas Pekhardt (2 Mio. €, FK Jablonec). Wir schalten die Ampel auf GELB, da sich erst noch zeigen muss, ob der Abgang der Stammspieler auch weiterhin zu kompensieren ist.

Bayern München: Der deutsche Rekordmeister investierte die größte Summe aller Bundesligisten und legte dabei besonderen Wert auf die Defensive. Für Manuel Neuer, Deutschlands Nummer Eins, zahlte man alleine über 20 Millionen Euro an den FC Schalke, zudem kamen Rafinha (5,5 Mio. €, FC Genua) und Jérôme Boateng (13,5 Mio. €, Manchester City) für die Abwehr. Miroslav Kloses Abgang wurde mit dem Kauf von Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen kompensiert. Darüber hinaus wurde mit Takashi Usami ein japanisches Talent ausgeliehen, Kaufoption inklusive. An Abgängen musste man sonste keine Stammspieler verkraften, Altintop, Ottl, Ekici – sie alle hätten genauso wie Thomas Kraft nur wenig Einsatzzeiten bekommen. Mit nur sieben Gegentoren in Liga, Pokal und Champions League und vielen eigenen Toren sieht man sofort, dass die Transfers Früchte tragen, folglich kann hier nur GRÜN leuchten.

Bayer Leverkusen: Schon früh war man sich mit André Schürrle und Mainz über einen Wechsel einig, das Loch in der Innenverteidigung, welches Sami Hyypiä wegen seines Karriereendes hinterlassen hat, sollte mit Ömer Toprak gestopft werden. Die Verletzung von René Adler im Tor begegnete man zunächst mit David Yelldell und Fabian Giefer, doch beide scheiterten. Deshalb wurde kurzfristig Bernd Leno vom VfB Stuttgart bis zum Winter ausgeliehen, der in den bisherigen Partien insgesamt einen hervorragenden Eindruck machte. Den Abgang von Arturo Vidal konnte man noch nicht kompensieren, er fehlt merklich, das Spiel ist nicht mehr so kreativ und überraschend wie noch letzte Saison. Insgesamt steht die Ampel deshalb auf GELB.

Borussia Dortmund: Der deutsche Meister vertraute im Großen und Ganzen auf seine erfolgreiche Elf der letzten Saison, allerdings musste man den Abgang von Spielmacher Nuri Sahin zu Real Madrid verkraften. Als Ersatz holte man aus Nürnberg Ilkay Gündogan, und auch Ivan Perisic ist im Mittelfeld variabel einsetzbar und kam aus Brügge. Dazu wurden die jungen Talente Chris Löwe und Moritz Leitner verpflichtet, die beide schon auf sich aufmerksam machen konnten. Zwar konnte man den Abgang Sahins noch nicht kompensieren, dennoch hat man sich wieder oben in der Tabelle platzieren können, weil man den Kader sinnvoll in der Breite verstärken konnte. Argumente dafür, die Ampel beim BVB auf GRÜN zu schalten.

Borussia Mönchengladbach: Gladbach konnte sich letzte Saison nur knapp von der zweiten Liga fernhalten, am Kader musste unbedingt gebastelt werden. Wenn man sich nun die aktuelle Position in der Liga anschaut, so denkt man sich “Das hat gut geklappt”. Doch die reinen Transferaktivitäten sind gar nicht so positiv gewesen. Man verlor durchaus gute Spieler wir Matmour, Bradley oder Idrissou. Dagegen sicherte man sich die Dienste von Bobadilla und Wendt und nahm sonst nur Talente unter Vertrag, sicherlich auch, weil finanziell nicht mehr möglich war. Die Spieler konnten insgesamt noch nicht überzeugen und kommen – außer Bobadilla – auch nicht auf viele Einsätze. Da aber eben die Leistung insgesamt stimmt, steht die Ampel auf GELB.

FC Augsburg: Der Aufsteiger besitzt natürlich auch nur bescheidene Möglichkeiten, hat damit aber ganz gut gewirtschaftet. Zwar verlor man mit Leitner und Traoré zwei gute Spieler, konnte aber mit Mölders für Ersatz im Sturm und Langkamp in der Abwehr sorgen. Auch wenn Mölders noch nicht häufig treffen konnte, so konnte er doch zeigen, was er leisten kann. Die Mannschaft kämpft und hat häufig unglücklich Punkte liegen lassen. Trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten konnte man die Abgänge soweit kompensieren, die Mannschaft allerdings nicht verstärken, weshalb es aus Transfersicht GELB leuchtet.

FSV Mainz 05: Es ist leicht zu sehen, dass die Mainzer Abgänge nur sehr schwer hätten kompensiert werden können: Neben den oft genannten Schürrle, Holtby und Fuchs, die einen wesentlichen Beitrag zur Europapokalteilnahme der Mainzer leisteten, gingen auch andere Leistungsträger. So stabilisierte Miroslav Karhan die Mainzer Defensive über viele Jahre, auch wenn er in der Rückrunde nicht mehr zum Einsatz kam. Die neuen konnten bisher die Erwartungen nicht erfüllen: Julian Baumgartlinger präsentierte sich zu unsicher vor der Abwehr, Stieber ist häufig zu ballverliebt, Choupo-Moting spielte teilweise auf dem rechten Flügel und wirkte dort extrem verloren. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Auch Nicolai Müller und Zdenek Pospech beließen es bei guten Ansätzen. Die mangelnde Qualität der Neuen ist ein Grund für den Mainzer Sturzflug in der Liga. Die Ampel steht auf ROT.

Hannover 96: Hannover 96 konnte die erfolgreiche Mannschaft der Vorsaison zusammenhalten und musste sich lediglich von einigen Transfersünden der Vergangenheit trennen, wie DaMarcus Beasley oder Mikael Forssell. Für die neue Saison wurden lediglich Ergänzungen zur bisher funktionierenden Mannschaft verpflichtet. Nur Christian Pander erwies sich davon bisher als Alternative für die Startelf. Henning Hauger, Artur Sobiech und der Österreicher Royer sind bisher nur selten in Erscheinung getreten und konnten bei ihren Einsätzen nicht überzeugen. Die gute Form von Christian Pander reicht gerade eben für GELB.

Hamburger SV: Frank Arnesen krempelte den HSV-Kader im Sommer mächtig um. Langjährige Stammspieler wie Trochowski, Ze Roberto und Mathijsen wurden abgegeben, dazu die Niederländischen Stars Elia und van Nistelrooy. Damit die neue Mannschaft bereits eingespielt ist, verpflichtete Arnesen fast ausschließlich Spieler eines Teams: Der Reserve des FC Chelsea. So wurden Bruma, Sala, Töre, Mancienne und Rajkovic in den Volkspark gespült. Töre hat großes Potential, wirkt aber häufig noch zu ungestüm. Bruma und Rajkovic wurden zu wichtigen Stützen einer trotzdem extrem konfusen Innenverteidigung. Mancienne ist ein Unsicherheitsfaktor in der Abwehr und im Spielaufbau. Sala und Ilicevic kommen zusammen nur auf eine Einwechslung, da sie gesperrt oder verletzt waren. Der Norweger Skjelbred scheint nicht gut genug für die Bundesliga zu sein. Die Bilanz ist katastrophal: ROT.

Hertha BSC:  Keine Verein der Liga hat seine Mannschaft so effektiv verstärkt wie die Berliner, sämtliche Neueinkäufe wurden zu Stammspielern oder sinnvollen Ergänzungen des Kollektivs: Thomas Kraft ist der neue Torwart des Teams und bei einem durchschnittlichen Klub gut aufgehoben. Mike Franz erweist sich wieder als beinharter Verteidiger, Andreas Ottl organisiert zusammen mit Peter Niemeyer das Mittelfeld der Berliner. Die aus Hamburg gekommenen Ben Hatira und Torun zeigten bei ihren Einsätzen ein paar gute Aktionen und konnten beide bereits mit entscheidenden Aktionen zu Punktgewinnen beitragen. Die Ampel steht auf GRÜN.

SC Freiburg: Die Neuzugänge des SC Freiburg sind gering in Zahl und Qualität: Der Schweizer Beg Ferati hat aufgrund einer schweren Knieverletzung bisher nur zwei Kurzeinsätze absolvieren können. Der aus Bulgarien gekommene Dembele kommt in der Bundesliga nicht gut zurecht und Andreas Hinkel ist seine fehlende Spielpraxis bisher deutlich anzumerken. Hinzu scheint der Abgang von Ömer Toprak Richtung Leverkusen der Mannschaft extrem zu schaden. Die Ampel leuchtet ROT.

Schalke 04: Das erste Mal seit 2 Jahren passen die Neuzugänge von Schalke 04 auf ein einziges DIN A4 Blatt! Mal schauen, wen wir da haben. Marco Höger ist ein flexibler Ergänzungsspieler mit einigen Einsätzen, Ralf Fährmann stand bis zu seiner Verletzung mit wechselnden Leistungen im Schalker Tor. Christian Fuchs hat die Gefährlichkeit bei Standards erheblich erhöht, bleibt aber als Linksverteidiger defensiv zu wacklig. Teemu Pukki hat bei seinem ersten Einsatz von Beginn an umgehen 2 Tore erzielt. Hildebrand und Marica kamen dazu ablösefrei und konnten bisher nicht überzeugen. Die Rückkehrer Jones, Holtby und Moravek kamen in verschiedenen Phasen der Saison mit wechselnden Leistungen zu Einsatz. Insgesamt ist das GELB.

VfB Stuttgart: Der VfB Stuttgart hat nach dem langen Abstiegskampf der letzten Saison den Kader punktuell verstärkt und fast alle Neuen erfüllten ihre Aufgabe: Maza und Kvist kamen, um die Defensive der Schwaben zu stabilisieren und konnten dies mit Erfolg umsetzen. Die endgültige Verpflichtung des bereits von Dortmund ausgeliehenen Hajnal macht sich positiv im Offensivspiel bemerkbar. Im Gegensatz zu Kuzmanovic oder Gentner sorgt der Ungar für die Kreativität im Spiel des VfB. Der zurückgekehrte Julian Schieber hat noch kein Spiel bestritten, weil er einen Kreuzbandriss auskurierte. Ibrahima Traore, der aus Augsburg, wurde in der Liga sieben Mal eingewechselt und überzeugte beim Pokalsieg gegen Frankfurt. Das klingt alles sehr GRÜN.

VfL Wolfsburg: Na das wird aber anstregend. Vielleicht lösen wir das im Telegramstil: Srdjan Lakic – na das war ja bisher gar nichts. Der Kroate befindet sich im Formtief. Noch kein Tor;  Marco Russ – war in Frankfurt Durchschnitt, ist in Wolfsburg überraschenderweise auch durchschnittlich; Mateusz Klich – Noch kein Einsatz; Patrick Ochs – Stammspieler, aber mit deutlichem Leistungsabfall im Vergleich zu seinen Auftritten in Frankfurt; Hasan Salihamidzic – guter Einstieg, dann verletzt; Christian Träsch – auf Anhieb Kapitän geworden, entspricht Magaths Vorliebe für ideenlose Spieler im zentralen Mittelfeld; Aleksiandr Hleb – hat nur ein halbes Jahr Vertrag und trotzdem anderthalb Millionen gekostet. Immerhin ein Tor in Dortmund; Rasmus Jönsson – Warum???; Sotirios Kyrgiakos – Aufgrund schlechter Leistungen bereits wieder suspendiert; Hrvoje Cale – als Alternative für Schäfer verpflichtet, bisher 1 Spiel; Thomas Hitzlsperger – Langweiliger Einstand, dann verletzt; Chris – machte schon zwei Spiele trotz inoffizieller Invalidität. Gemessen an Erfahrungswerten sollte er bald wieder 4 Monate ausfallen. Vielleicht ja in der nächsten Runde, Felix. ROT

Werder Bremen: Auch bei den Bremern galt es, den Abgang von langjährigen Vereinsmitgliedern zu kompensieren, wobei der Prominenteste wohl Torsten Frings sein dürfte. In der Defensive bietet sich Andreas Wolf als alternative Fehlerquelle zu Prödl an. Der Grieche Papastatopoulos überzeugt auf der rechten Abwehrseite und gibt Clemens Fritz dadurch mehr Möglichkeiten im Spiel nach vorn. Aleksander Ignjovski und Lukas Schmitz sind für Werdermaßstäbe gute Außenverteidiger und beruhigen diese Baustelle auf der linken Seite. Mehmet Ekici kam mit großen Erwartungen aus Nürnberg, hat sich aber bisher noch nicht an das höhere Niveau in Bremen gewöhnen können. Dennoch hat er die Zeit auf seiner Seite, zumal Hunt und Marin das Fehlen eines Zehners im Aufbauspiel kompensieren können. Im Sturm ist Rückkehrer Rosenberg eine bewegliche Alternative zu den sperrigen Arnautovic, Avdic und Wagner. Nach einigen Fehlschlägen in den Vorjahren wieder ist die Bremer Ampel dieses Jahr GRÜN.

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Wer ist der bessere Trainer?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

Seit der EM 2012 diskutiert Deutschland um die Rolle des Bundestrainers Jogi Löw: Ist der Badener nach 3 erfolglosen Turnier noch der richtige Mann für den Job? Felix hat seinen Pinsel hervorgeholt, der nur schwarz oder weiß malen kann, und hält ein feuriges Plädoyer – für beide Seiten!

Was haben Mike Hanke, Patrick Helmes und Stefan Kießling gemeinsam? Sie alle müssten schon mindestens 100 Länderspiele haben. Zumindest wenn man die Trends des Jahres 2012 rückwirkend betrachtet…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Shay Given versucht seit 30 Minuten, sich mit einem nassen Handtuch abzutrocknen. Ein aussichtsloser Kampf." > Irland - Kroatien

Fatal error: Allowed memory size of 67108864 bytes exhausted (tried to allocate 71 bytes) in /var/www/web922/html/wordpress/wp-includes/meta.php on line 574