Ein richtiger Montag: Das Netz

21. Oktober 2013FelixBlogs, | Ein richtiger Montag

Montags sieht das Leben immer ein bißchen düsterer aus – für unsere Autoren sogar ganz, ganz dunkel! Darum teilen sie jeden Montag ihre Gedanken mit der Welt. Und diese kann sicher sein, dass uns wirklich Nichts gefallen wird.

Heute ist wieder so ein richtiger Montag!

Keine Überraschungen: Natürlich kommt man auch heute noch nicht um Stefan Kießlings 2:0 vom vergangenen Freitag herum. Wer es tatsächlich noch nicht gesehen hat: Der Bayerstürmer kommt nach einer Ecke zum Kopfball und setzt die Kugel gut anderthalb Meter neben den kurzen Pfosten ins Toraus. Das fiese Spielgerät sucht sich jedoch ein Loch im Hoffenheimer Tornetz und fliegt ohne Veränderung der Flugbahn hindurch.

Bei Bayer herrscht Verwirrung, bei Hoffenheim Ratlosigkeit: Irgendwie liegt der Ball plötzlich im Netz. Und genau darum geht es hier, denn dieser Fakt wurde bisher bei jeglicher Berichterstattung völlig außer Acht gelassen: Der verdammte Ball lag im Tor. Wie deutlicher soll ein visuelles Zeichen für einen Torerfolg sein? Wie surreal ist die Vorstellung, dass in der Bundesliga ein Ball durch ein Loch im Netz ins Tor fliegt? Es ist kein Wunder, dass die Hoffenheimer nicht protestierten, die Bayerspieler furchtbar überrascht waren und die Unparteiischen sich täuschen ließen.

Es geht hier nicht darum, eine grobe Fehlentscheidung von Schiri Felix Brych zu rechtfertigen. Sondern einen simplen Grund für das vielfach hinterfragte Verhalten der Akteure auf dem Rasen zu geben. Das Tornetz ist für alle Zuschauer der wichtigste Gradmesser bei der Beurteilung, ob der Ball im Kasten ist oder nicht. Im Stadion bricht der Jubelsturm erst dann los, wenn das Netz zappelt. Manchmal sogar dann, wenn der Ball es nur von außen berührt hat.

Die Möglichkeit, dass in der höchsten Spielklasse des Profifußballs ein simpler handwerklicher Fehler dafür sorgt, dass ein offensichtlich neben das Tor geköpfter Ball von mindestens 20 Involvierten als Treffer erkannt wird, beweist zum einen, wie sehr man sich auf das Tornetz verlässt. Zum anderen, dass die Vorstellung einer inkorrekten Funktionsweise genauso abstrus erscheint, als würde im Spiel im Rasen eine Klappe aufgehen, ein Stürmer darin verschwinden und sich anschließend wieder verschließen.

Gerade in der Beurteilung auf dem Platz dürfte niemand an die Möglichkeit gedacht. Viel eher dürfte man sich selbst anzweifeln: „Ich dachte, der Ball wäre daneben gegangen, aber er liegt im Netz. Da muss ich mich wohl getäuscht haben.“, dürfte wohl der häufigste Gedanke in der 70.Minute dieses Spiels gewesen sein. Vergesst die Verschwörungstheorien und streicht den Gedanken, dass Felix Brych ein inkompetenter Vollarsch ist. Der Mann hat einen groben Fehler gemacht, aber er hat sich, wie alle Zuschauer und Spieler, auf ein Hilfsmittel verlassen, dessen Funktionstüchtigkeit so banal erscheint, dass niemand es als Fehlerquelle in Betracht gezogen hat.

…und es sind noch 5 Tage bis zum Wochenende!

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