Ein richtiger Montag: Eine Meisterschaft und drei Irrtümer

18. März 2013FelixBlogs, | Ein richtiger Montag

Montags sieht das Leben immer ein bißchen düsterer aus – für unsere Autoren sogar ganz, ganz dunkel! Darum teilen sie jeden Montag ihre Gedanken mit der Welt. Und diese kann sicher sein, dass uns wirklich Nichts gefallen wird.

Heute ist wieder so ein richtiger Montag!

2007 ist ein echtes Seuchenjahr für Schalke 04. Das zeigt sich sechs Jahre später überdeutlich. Das hängt nicht mal damit zusammen, dass in diesem Jahr die Schalker die sicher geglaubte Meisterschaft durch Auswärtsniederlagen bei den Rivalen Bochum und Dortmund verspielte. Das bedingte nur etwas anderes, an dem die Schalker heute noch zu knabbern haben. Der VfB Stuttgart sicherte sich in diesem Jahr den Meistertitel. Und das führt zu drei Irrtümern, die Schalke 04 bis heute beeinflussen.

Irrtum 1: Timo Hildebrand ist ein guter Torwart. Das ist nicht zu hundert Prozent ein Irrtum, denn Timo Hildebrand war ein guter Torwart. Bis zum Jahr 2007, als er mit Stuttgart Meister wurde, im Pokalfinale stand und die verheerende Entscheidung traf, zum FC Valencia zu wechseln. Von da an ging es mit seiner Karriere bergab. Hildebrand konnte in den Folgejahren in Spanien, Portugal und Hoffenheim nicht überzeugen. Auf Schalke verlor er zwischenzeitlich seinen Platz im Tor an den mäßig begabten Lars Unnerstall. Zwar spielt der Torwart eine solide Rückrunde, doch Spiele wie das 0:3 in Nürnberg zeigen, dass aus Timo Hildebrand ein durchschnittlicher Torwart geworden ist, der keine Spiele mehr für sein Team gewinnen kann.

Irrtum 2: Horst Heldt ist ein guter Manager. Auf diesen Irrtum ist bisher nur Clemens Tönnies hereingefallen, als er 2010 Horst Heldt als Kontrollorgan für Felix Magath installierte. Heldt landete im Jahr 2006 mit den Spielern Boka, Hilbert, da Silva, Osorio und Pardo fünf absolute Glücksgriffe, die entscheidende Rollen in der Meistermannschaft des VfB Stuttgart übernehmen sollten. Seitdem kam jedoch keine gute Idee mehr aus dem Horstgehirn. Bereits unmittelbar danach zeigte der Manager durch die Verpflichtungen von Marica, Ewerthon oder Bastürk, dass er keinerlei Gespür dafür besitzt, welche Charaktere einer Mannschaft gut tun oder welches Leistungspotential ein Spieler noch besitzt. Auch die Liste der Neuverpflichtungen auf Schalke belegen, dass Horst Heldt nicht in der Lage ist, charakterliche Eigenarten von Spielern richtig zu bewerten. Schalke 04 hat eine Truppe, die extrem schwer zu schlagen ist, wenn alle Lust haben. Doch Spieler wie Fuchs, Neustädter, Bastos, Obasi, Barnetta oder Marica (alle von Heldt verpflichtet) geht eindeutig der Wille ab, immer alles (oder zumindest genug) zu geben.

Irrtum 3: Armin Veh ist ein guter Trainer. Das ist mit Einschränkungen richtig: Armin Veh ist ein guter Trainer, wenn er Lust hat (insofern passt es ins Bild, das Heldt ihn verpflichten möchte). Aber er verliert extrem schnell seine Motivation, was sich rasch auf seine Mannschaften überträgt. Es war letztlich uninspiriertes Gebolze seiner Kicker, was ihm in Stuttgart, Wolfsburg und Hamburger den Trainerposten kostete. Und die Tatsache, dass Armin das völlig egal zu sein schien. Eintracht Frankfurt hat enormes Glück gehabt, dass Veh sich auch nach der Aufstiegssaison noch ein halbes Jahr aufraffen konnte und die Truppe auf Rang 4 führte. Aber der jetzige Fußball der Eintracht ist ein Spiegelbild des VfL Wolfsburg 2010 und des Hamburger 2011: Eine ideenlose Offensive vor einer konzeptfreien Hintermannschaft. Da hilft es auch nicht, wenn man nach 6 Spieltagen das Überraschungsteam der Liga stellt.

Bitte liebe Schalker, lasst euch von dem Wunder der Stuttgarter Meisterschaft nicht länger beeinflussen und klaubt euch Personal zusammen, weil „die mal gut waren“. Ich möchte mich wirklich nur nicht immer wieder über die verpasste Meisterschaft 2007 ärgern.

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