Ein richtiger Montag: Hoffenheim, Hände und Ärsche

25. Februar 2013FelixBlogs, | Ein richtiger Montag

Montags sieht das Leben immer ein bißchen düsterer aus – für unsere Autoren sogar ganz, ganz dunkel! Darum teilen sie jeden Montag ihre Gedanken mit der Welt. Und diese kann sicher sein, dass uns wirklich Nichts gefallen wird.

Heute ist wieder so ein richtiger Montag!

Kann sich noch jemand erinnern, als Marvin Compper sich im Winter aus Hoffenheim verabschiedete und seinen Abgang damit begründet wurde, dass „er sich nicht für den Abstiegskampf in Hoffenheim motivieren könnte“? Ein paar Wochen später wird man sich in Sinsheim wünschen, mehr Spieler hätten diese Ehrlichkeit gehabt.

Was in den vergangenen Wochen und Monaten bei der TSG falsch gelaufen ist, gibt insgesamt ein unglaubliches Bild ab. Vielen Mosaiksteinchen, die der alte Manager Markus Babbel und der neue Manager Andreas Müller zusammengefügt haben, fehlt es nicht nur an der Form, um ein Gesamtbild abzugeben. Sie haben nicht mal zueinander passende Farben. Dabei geht es nicht nur darum, dass die meisten Akteure nicht bereit sind, sich an taktische Vorgaben zu halten oder einen  Sprint mehr als unbedingt nötig anzuziehen. Beispielhaft ist die Kombination von verpflichteten Spielern wie David Abraham, Eugen Polanski und Igor De Camargo mit Trainer Marco Kurz.

Alle diese genannten Spieler (sowie einige weitere, die im Sommer verpflichtet wurden) haben bereits ihre Klasse auf hohem Niveau nachweisen können, litten aber in den letzten Monaten unter argen Motivationsproblemen und haben bei ihren alten Vereinen stark nachgelassen. Statt einem feurigen Redner mit grandiosen Motivationstechniken setzte man diesen Leuten jedoch Trainer Marco Kurz vor die Nase, der zwar ein ehrlicher Arbeiter ist, aber beim besten Willen keine Begeisterung vermittelt.

Woran soll er auch appellieren? Welche Motivation, die über Geld hinausgeht, hätten die Spieler, um für die TSG Hoffenheim ihre Knochen hinzuhalten? Die tollen Fans? Der  große Name des Vereins? Die wunderbare Sprechblase, der Verein sei wichtig für die Region? All‘ diese Fragen hat sich Marvin Compper vor Beginn der Rückrunde gestellt. Und als er keine Antwort finden konnte, hat er das sinkende Schiff verlassen. Weil er wusste, dass er es nicht retten konnte, und den wenigen, denen er es zutraute, nicht im Weg stehen wollte.

Hoffenheim war ein ehrgeiziges Projekt des besten Investors, der jemals sein Geld in einen Fußballverein gesteckt hat. Schaut man sich das ausgegebene Geld und den damit verbundenen sportlichen Erfolg an, wurde in Hoffenheim unglaublich gute Arbeit geleistet (deutlich besser als in Chelsea, Manchester oder Leipzig). Diese Arbeit wird nun kaputt gemacht. Weil viele Ärsche gemeinsam umreißen, was wenige Hände aufgebaut haben.

Und es sind noch 5 Tage bis zum Wochenende!

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Wer wird Weltmeister 2014?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

Anlässlich des Freitagabendspiels Wolfsburg gegen Düsseldorf starten wir eine neues Experiment: Das Projekt “Betrunken am Spielfeldrand”. Wir protokollieren ein Fußballspiel und beginnen eine halbe Stunde vorher, alle 10 Minuten einen Kurzen zu trinken…

Was haben Mike Hanke, Patrick Helmes und Stefan Kießling gemeinsam? Sie alle müssten schon mindestens 100 Länderspiele haben. Zumindest wenn man die Trends des Jahres 2012 rückwirkend betrachtet…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Wir sehen eine Wiederholung von Spielern, die sich Schweiß aus dem Gesicht wischen. Es handelt sich tatsächlich um die Highlights der zweiten Hälfte." > Frankreich - England
More in Blogs, | Ein richtiger Montag (38 of 133 articles)