Ein richtiger Montag: Mentalitäts-, Kopf- und Kellerprobleme

30. September 2013FelixBlogs, | Ein richtiger Montag

Montags sieht das Leben immer ein bißchen düsterer aus – für unsere Autoren sogar ganz, ganz dunkel! Darum teilen sie jeden Montag ihre Gedanken mit der Welt. Und diese kann sicher sein, dass uns wirklich Nichts gefallen wird.

Heute ist wieder so ein richtiger Montag!

Ich bin immer noch etwas ratlos über das Interview von Jens Keller nach dem Spiel in Hoffenheim. Der dort erst die Frage nach mentalen Problemen im Schalker Team barsch verneinte und im gleichen Satz (!)  ein Kopfproblem bei der Mannschaft diagnostizierte. Diese mir vollkommen neue Trennung zwischen „Mentalitätsproblem“ und „im Kopf stimmt was nicht“ ist die nächste erstaunliche Kreativleistung des Trainers, der im Saisonverlauf bereits dem Wort „überragend“ eine völlig neue Bedeutung verlieh.

Mal Klartext: Natürlich hat Schalke hat ein enormes Mentalitätsproblem. Spieler wie Farfan, Neustädter, Huntelaar, Clemens und ganz besonders Dennis Aogo lassen sich gerne mal hängen, wenn irgendwas nicht passt (wie Gegner, Spielstand, Wetter oder das letzte Dribbling, das nicht funktioniert hat) und könnten mit ihrer Einstellung kaum weiter entfernt sein von den Schalker Idealen des kämpfenden Dauergrätschers. Aber genau das hat Manager Horst Heldt bei seinen Neuverpflichtungen billigend in Kauf genommen oder komplett ignoriert.

Wir sprechen hier von einem Team, bei dem Kevin-Prince Boateng (der in Mailand endlich erwachsen geworden ist) einer der vernünftigsten Spieler auf dem Rasen ist. Man mag Mitleid haben mit dem wild schreienden Benni Höwedes, der teilweise an seinen Mitspielern verzweifelt, aber das löst das Kernproblem nicht, das aus einer Gruppe von Funktionären besteht, die von Manager Heldt bis Trainer Keller keinerlei Autorität ausstrahlen.

Dass die Spieler teilweise keinen Bock auf Fußball haben ist nicht mal völlig unentschuldbar, denn Schalke kann außer Kontern nicht viel auf den Rasen bringen. Mit dem Konzept von hinterlaufenden Außenverteidigern scheinen die Königsblauen komplett überfordert, dass die Viererkette trotzdem ständig zu hoch und unorganisiert steht ist ein Fiasko der Güteklasse Labbadia. Dass bei eigenem Ballbesitz Stürmer und bei gegnerischem Ballbesitz die Doppelsechs teilweise komplett verschwinden grenzt an Magie, weil man beim durchzählen doch immer wieder auf 11 Spieler kommt.

Die Schalker Mannschaft ist voller Arschlöcher, die in seltenen Fällen von akuter Motivation zu häufig von den eigenen taktischen Vorgaben ausgebremst werden. Erstmals kann man Jens Keller, bei aller populistischen Hertzjagd, die gegen ihn gemacht wird, auch ernsthafte Vorwürfe machen. Da es ihm weder gelingt, seinen Kader auf Linie zu bringen, noch, irgendein taktisches Konzept mit einer fußballerisch brauchbaren Truppe umzusetzen. Es kann keinen Widerspruch geben: Platz 14 mit diesem Kader ist wirklich scheiße.

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