Ein richtiger Montag: Unbekömmlicher Zahlensalat

19. November 2012FelixBlogs, | Ein richtiger Montag

Montags sieht das Leben immer ein bißchen düsterer aus – für unsere Autoren sogar ganz, ganz dunkel! Darum teilen sie jeden Montag ihre Gedanken mit der Welt. Und diese kann sicher sein, dass uns wirklich Nichts gefallen wird.

Heute ist wieder so ein richtiger Montag!

Dinge kommen und Dinge gehen wieder, auch im Fußball ist das so. Aber nicht nur Spieler, Manager und ganz besonders Nicolas Anelka tauchen auf und verschwinden irgendwann wieder: Auch sprachliche Eigenheiten scheinen manchmal einfach weg zu sein, wenn man sich gerade an sie gewöhnt hat. So wurden etwa zu der Zeit, als Louis van Gaal Trainer des FC Bayern war, im deutschen Sportjournalismus Chancen nur noch „kreiert“. Mittlerweile werden sie wieder herausgespielt, vor allem weil das Wort Gift für den Printjournalismus ist. Der Vorgang hat nämlich gar nichts mit Eiern zu tun, auch wenn man bei der Schreibweise zunächst daran denken möchte. Und das einfacher zu lesende „kre-ieren“ sieht wirklich dämlich aus.

Im Moment tue ich mich schwer damit, mich an einen neuen Trend zu gewöhnen, an dem unsere Seite sich schon im Titel aktiv beteiligt: Die Fußballberichterstattung wird immer Zahlenlastiger. Fünfer, Elfer und Sechzehner sind schon längst anerkannte Begriffe. Irgendwann in den Neunzigern kam die Viererkette hinzu, auch wenn das schon mehr an Radsport erinnert. Es folgte die Doppelsechs. Die spielt vor der Viererkette und hinter dem Zehner. Der Zehner, das habe ich an diesem Wochenende gelernt, ist manchmal eine Neuneinhalb. Und da wird es schon kompliziert.

Denn der Mittelstürmer, der vom Zehner und den Sechsern, welche die Doppelsechs bilden, in Szene gesetzt werden soll um Chancen zu kreieren herauszuspielen, kann auch ein falscher Neuner sein. Während die Neuneinhalb kein richtiger Zehner ist. Wir sind also schon bei Bruchzahlen und Adjektiv-Zahl Kombinationen angekommen. Wobei diese nicht eindeutig sind: Eine falsche Neun beschreibt nur einen Spieler, eine Doppelsechs umfasst zwei, eine flache Vier hingegen bezieht sich auf das komplette Mittelfeld. Wo sich Sechser, Zehner, Neuneinhalber und auch Neuner tummeln, aber nur, wenn sie falsch sind.

Vor  dem Sechser und hinter dem Zehner spielt neuerdings auch der Achter. In der Nationalelf wäre dies dann sogar der Deutschlandachter. In diesem Fall wäre Philipp Lahm nicht mehr Kapitän, sondern Steuermann. Beim FC Augsburg hingegen spielt Tobias Werner auf den Außenpositionen eine wilde Dreizehn. Und bald wird sicherlich auch die dumme Siebzehn, die langsame Zwanzig und die überflüssige Drei auf jedem Fußballplatz vertreten sein. Um den Zuschauer zu unterhalten. Obwohl der jetzt der zwölfte Mann ist. Eigentlich schade, dass Jörg Neun und Angelo Vier ihre Karriere längst beendet haben. Diese Namen repräsentieren eine längst vergangene Zeit, in der die taktisch anspruchsvollste Position noch einen Titel hatte, der auch jenen bekannt war, die nicht rechnen konnten: Libero.

Und es sind noch fünf ganz viele Tage bis zum Wochenende!

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