Greuther Fürth – 1.FC Nürnberg

24. November 2012FelixLive-Blogs, Live-Blogs

Am 13.Spieltag gibt es die Urgroßmutter aller Derbys das erste Mal in der Bundesliga: Die SpVgg. Greuther Fürth trifft auf den Club aus Nürnberg. Wir sind bestens vorbereitet auf das fränkische Derby: Die Rostbratwürstchen sind verzehrt, die Kerzen am Lothar-Matthäus-Schrein entzündet und die Versicherungen bei Quelle abgeschlossen.

 

Umkämpftes Derby findet keinen Sieger

Bei der ersten Auflage des Lokalderbys zwischen Fürth und Nürnberg im Rahmen der Fußballbundesliga gab es viele Fouls und zwei Platzverweise, aber keine Tore. Die beste Torchance der Partie vergab der Fürther Stürmer Gerald Asamoah fast schon komödiantisch, als er sich einen Fehlpass erlief und frei vor dem Nürnberger Tor auftauchte, dann aber einfach stehen blieb und wartete, bis die Verteidiger des Clubs zu ihm aufgeschlossen hatten.

Zahlreiche gelbe Karten und Wortgefechte dominierten die Partie. Für die wenigen Höhepunkte des Spiels sorgten der Nürnberger Markus Feulner und der Fürther Sercan Sararer durch Platzverweise. Feulner musste nach 35 Minuten vorzeitig in die Kabine, weil er kurz hinter der Mittelinie übermäßig hart in einen Zweikampf ging und die rote Karte sah. In der zweiten Halbzeit musste dann auch Sararer vom Feld. Er schlug, bereits mit Gelb vorbelastet, seinem Gegenspieler Pinola bei einem Zweikampf den Unterarm ins Gesicht. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 0:0, das beiden Vereinen im Abstiegskampf nicht weiterhilft und als Prestigeerfolg ebenfalls nichts taugt.

 

Das Spiel

Samstag, 24.11.2012, 15:30 Uhr, Fürth
Greuther Fürth – 1.FC Nürnberg 0:0

Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Pekovic (46.Edu) – Sararer (61.Gelb/Rot), Prib, Stieber – Asamoah (65.Klaus).

Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons (75.Cohen) – Kiyotake (46.Plattenhardt), Feulner (35.Rote Karte), Frantz, Esswein (38.Balitsch) – Polter.

Tore: keine.

 

Vor dem Spiel
Greuther Fürth hat vor dem Derby keine Personalsorgen mehr.: Gerald Asamoah, der Spieler mit der größten Bundesligaerfahrung, ist wieder fit. Zudem sind die letzte Woche gesperrten Milorad Pekovic und Thomas Kleine wieder einsatzbereit.

Der Club zeigte sich zuletzt Heimstark: Gegen Wolfsburg und Bayern München sprangen 4 Punkte heraus. Heute spielen die Nürnberger zwar auswärts, aber fast vor der eigenen Haustür.

Vor dem Anpfiff noch ein Gruß an die Spielplaner der DFL. Es ist eigentlich unzumutbar, dass dieses Traditionsduell parallel zu Spielen von Bayern, Dortmund und Schalke ausgetragen wird. War Freitag oder Samstagabend wirklich nicht möglich?

1.Minute
Los geht’s in der altehrwürdigen, traditionsreichen und überhaupt nicht lächerlichen “Trolli-Arena”.

3.Minute
Asamoah sorgt für die richtige Derbystimmung, als er dem trabenden Timm Klose grundlos in die Hacken tritt.

4.Minute
Stieber taucht frei im Nürnberger Strafraum auf und wird von Klose abgeräumt, der nicht damit rechnete, dass der Ungar schneller war als der Ball. Zur allgemeinen Verärgerung gibt es keinen Strafstoß.

7.Minute
Die Fürther gehen hier ordentlich auf die Knochen. Alle 30 Sekunden liegt ein anderer Nürnberger auf dem Boden.

11.Minute
Die Spieler des Club sind beeindruckt davon, dass Fürth das Spiel mit höchstem Tempo und Einsatz beginnt. Für eine Torchance hat dies aber bisher noch nicht gereicht.

14.Minute
Die ersten Aktionen der Nürnberger sind Freistöße von Pinola und Kiyotake, die kompromisslos aus dem Strafraum herausgeköpft werden.

16.Minute
Die Fürther Mittelfeldspieler verbringen derzeit zu viel Zeit damit, über den Ball zu treten.

17.Minute
Gerald Asamoah und Timm Klose streiten sich mit Bernd Nehrig und Alexander Esswein um den Titel “beste Freunde der ersten halben Stunde”.

22.Minute
Die Nürnberger haben ihr Spiel darauf eingestellt, lange Bälle auf die großen Innenverteidger des Gegners zu schlagen. Fürth versucht durch Dribblings von Asamoah, Stieber und Schmidtgal Raum zu gewinnen.

27.Minute
Das Spiel ist intensiv. So werden Spiele genannt, die schlecht sind, aber durch viele Fouls und Nickeligkeiten so unterhaltsam sind, dass sie nicht langweilig werden.

28.Minute
Die Fürther Unerfahrheit zeigt sich in der Zweikampfführung: Sie treten immer einen anderen Clubspieler um. Die Nürnberger versorgen kollektiv Gerald Asamoah mit Schmerzen.

30.Minute
Das erste Mal wird eine Flanke der Nürnberger gefährlich. Weil Mavraj den Ball schlecht trifft und fast ein Eigentor erzielt.

33.Minute
Markus Feulner ist jetzt auch im Derbymodus. Er benutzt in den letzten zehn Minuten seine Ellbogen häufiger als seine Füße.

35.Minute
Gerald Asamoah ist plötzlich frei vor Schäfer. Erst wird er langsamer. Dann bleibt er stehen. Dann dreht er sich im Kreis und läuft Kopf voran in Rafael Schäfer.

36.Minute – Platzverweis für Nürnberg!
Rot für Feulner nach einem groben Foulspiel im Mittelfeld. Der Schiedsrichter zögert zunächst, will nur Gelb zeigen, aber die anschließende Rudelbildung lässt ihn glatt Rot zücken.

38.Minute
Asamoah fällt in eine Flanke von Stieber und bringt den Ball aufs Tor. Schäfer hält ihn fest. Den Ball.

39.Minute
Sararer schubst den Nürnberger Torwart und bekommt Gelb. Währenddessen kommt Balitsch für Esswein und nimmt Feulners Position im Mittelfeld ein.

42.Minute
Eine Direktabnahme von Asamoah fliegt senkrecht in den Himmel. Rafael Schäfer taxiert den Ball, bekommt furchtbare Angst in den Augen und fängt ihn dann doch.

45.Minute
Nun treten sich die Mittelfeldspieler beider Teams wieder Gegenseitig den Ball vors Schienbein. Schön, dass dieser Satz mit “den Ball” gebildet werden kann.

Halbzeit
Dieses Spiel hält alles, was ein Derby verspricht: Hart geführte Zweikämpfe, Platzverweise und jede Menge technischer Fehler, die Übermotivation oder einsetzendem Taubheitsgefühl geschuldet sind. Das Spiel bietet fast keinerlei Chancen, ist aber enorm unterhaltsam. Fürth tut mehr für das Spiel nach vorne und geht, angesichts der Überzahl, als leichter Favorit in die zweite Hälfte.

46.Minute
In der Halbzeit haben beide Trainer gewechselt: Dieter Hecking schickt Marvin Plattenhardt für Kiyotake aufs Spielfeld. Bei Fürth kommt Stürmer Edu für Defensivspieler Pekovic.

48.Minute
Das Spiel hat nichts von seiner Klasse verloren. Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit bringen 5 Freistöße, aber keine Torchance.

50.Minute
Schmidtgal läuft nicht mit dem Ball ins Aus, obwohl alle Nürnberger es so gesehen haben und einfach stehen bleiben. Das gibt Schmidtgal viel Zeit und Platz, die er für eine halbhohe Flanke direkt auf Schäfer nutzt.

54.Minute
Greuther Fürth versucht sehr viel. Mit dem Klappen hapert es extrem.

56.Minute
90% der Flankenversuche beider Teams sind so schlecht, dass es im Anschluss nicht mal einen Einwurf gibt, sondern Abstoß für den Gegner.

59.Minute
Fürth geht auf den Führungstreffer. Nürnberg wartet mit neun Spielern in der eigenen Hälfte und hofft, dass es irgendwann poltert.

61.Minute – Platzverweis für Fürth!
Sararer haut Pinola den Ellbogen ins Gesicht und sieht Gelb/Rot.

65.Minute
Das Spiel wird immer intensiver. Mehr Fouls, mehr Platzverweise, mehr Aktionen, die überhaupt gar nicht funktionieren. Und praktisch überhaupt keine Torchancen.

66.Minute
Gerald Asamoah wird ausgewechselt. Felix Klaus kommt auf das Spielfeld. Asamoah braucht jetzt bestimmt noch einen Sandsack und 15 Minuten Zeit, bis man ihn ansprechen kann, ohne einen Schlag ins Gesicht zu bekommen.

70.Minute
Jetzt gibt es nicht mal mehr Fouls. Nur noch lange Bälle, die nicht ankommen.

74.Minute
Timmy Simons ist bei einer Grätsche gegen Edgar Prib kaputt gegangen. Das passende Ersatzteil heißt Almog Cohen und ist die israelische Version von Gennaro Gattuso.

76.Minute
Fürth bläst zur Schlussoffensive. Das führt zu Kopfballstaffetten im Nürnberger Strafraum und verzweifelten Einzelaktionen von Zoltan Stieber.

79.Minute
Edu wartet ab, bis Hanno Balitsch einen weiteren langen Ball über den Platz bolzt und hält ihm dann ordentlich die Sohle auf den Fuß. Balitsch humpelt und Hecking kann nicht mehr wechseln.

82.Minute
Plattenhardt entgeht eine gute Schusschance, als ihm ein Ball, den er nicht stoppen kann, unters Kinn springt.

83.Minute
Beide Mannschaften sind von langen Bällen abgerückt und stützen ihr Offensivspiel nun auf Kopf-Runter-Und-Los-Dribblings.

87.Minute
Das Spiel ist enorm spannend. Jeder kann hier gewinnen. Wenn sich irgendjemand mal eine Chance erspielen würde.

88.Minute
Frantz und Schmidtgal schreien sich so lange an, bis der Schiri beiden Gelb und ein Maoam gibt.

Abpfiff
Es ist vorbei. Die Urgroßmutter aller Derbys hat bei ihrem Bundesligadebüt keine Bonbons dabei gehabt.

 

 

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