Nichts gemacht und doch gewonnen

15. Juni 2014Felix> WM 2014, Gruppe F, Live-Blogs

Eigentlich geht die WM erst mit diesem Spiel los: Es ist die erste Partie im legendären Maracana Stadion von Rio de Janeiro. Zu Gast sind mit Lionel Messi, Sergio Agüero und Edin Dzeko eine breite Auswahl internationaler Topstars. Argentinien gegen Bosnien & Herzegowina zum Auftakt der Gruppe F!

 

spiel

 

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Montag, 16.06.2014, 00:00 Uhr, Rio de Janeiro

Argentinien – Bosnien-Herzegowina 2:1

1:0 Kolasinac (3.,Eigentor), 2:0 Messi (65.), 2:1 Ibisevic (84.)

 

- Anpfiff -

Argentinien setzt neben Lionel Messi auf Sergio Agüero. Hinten steht eine Fünferkette, vor der Javier Mascherano den Abräumer geben soll. Bei Bosnien spielen mit Mujdza, Bicakcic, Spahic, Kolasinac, Besic, Misimovic und Dzeko gleich sieben Spieler, die in der Bundesliga aktiv sind oder waren.

1.Minute
Argentinien gegen Bosnien und Herzegowina. Zwei gegen einen ist eigentlich unfair.

3.Minute – Tor für Argentinien!
Mujdza begrüßt Agüero mit einer freundlichen Grätsche an der Auslinie. Den fälligen Freistoß bekommt Kolasinac vor’s Schienbein. Von dort geht er rein.

8.Minute
Die Bosnier zeigen sich unbeeindruckt durch den Rückstand und rennen tief in die argentinische Hälfte. Meistens sogar mit Ball.

14.Minute
Der beste Spieler mit “M” in diesem Spiel heißt überraschend Misimovic, der durch Ballgewinne und Zuckerpässe besticht.

19.Minute
Bosnien unterbindet mit hohem Aufwand argentinische Angriffe. Das eigene Offensivspiel verschwindet einfach in der argentinischen Fünferkette.

23.Minute
Bei jedem Ballkontakt ist Lionel Messi plötzlich von 27 Bosniern umzingelt. Weshalb er jeden Ball verliert.

27.Minute
Das Spiel verzichtet komplett auf Torchancen, ist aber unterhaltsam. Das liegt vor allem am brasilianischen Publikum, dass die Mannschaft des argentinischen Rivalen so sehr mag, dass Bosnien hier ein Heimspiel hat.

36.Minute
Jetzt nicht mehr.

40.Minute
Beide Mannschaften verlieren seit 20 Minuten den Ball spätestens 25 Meter vor dem gegnerischen Tor. Das Spiel ist so vorhersehbar wie ein Fechtkampf mit einem Metronom.

Halbzeit
Argentinien steht seit seiner Führung hinten massiv und unterbindet so bosnische Angriffe. Nach vorne hofft man auf Einzelaktionen von Messi, der bisher als einsame Insel in einem Meer von blauen Spielern zu verhungern droht.

46.Minute
Anscheinend soll in der zweiten Halbzeit irgendwas passieren: Argentinien wechselt zwei Mal und bringt Higuain und Gago.

52.Minute
Die Wechsel zeigen Wirkung: Bosnien wird besser.

57.Minute
Argentinien verwaltet das 1:0 mit so viel Tempo, wie es mit angezogener Handbremse und eigerasteter Messisperre möglich ist.

62.Minute
Was den Bosniern Mut machen sollte: Die Argentinier sind hinten nicht gut, sondern viele. Dummerweise ist die eigene Abwehr auch nicht mehr gut, sondern müde.

65.Minute - Tor für Argentinien!
Plötzlich hat Messi bei der Ballannahme Platz. Blöd, denn er rennt an vier Bosniern vorbei und macht eine schönere Variante des Neymar-Tores von Donnerstag.

69.Minute
Was für keine Geschichte! Vedad Ibisevic wird vor einer Ecke eingewechselt und macht nicht das 2:1. Er kommt nicht mal an den Ball.

75.Minute
Die Albiceleste hat ihren Gegner einfach kaputt gestanden und trabt nun mit Ball und Sieg im Gepäck nach Hause.

84.Minute – Tor für Bosnien-Herzegowina!
Als alle nur noch hin- und her joggen steht Ibisevic plötzlich frei vor Romero und tunnelt den Torwart. Das ist sie ja doch, diese Geschichte!

87.Minute
Die Argentinier reagieren schockiert bis angewidert, dass sie hier nochmal laufen müssen. Die Bosnier stürmen euphorisiert in einem 2-4-4 System nach vorn.

90.Minute
Eine Ballannahme von Higuain und ein Tackling von Kolasinac zeigen in weniger als einer Sekunde, wie weit Argentinien und Bosnien, Real Madrid und Schalke 04, Eleganz und Rustikales auseinander liegen.

- Abpfiff -

Argentienien – Bosnien-Herzegowina 2:1

fazit

Effizienz statt Ästhetik

Mit gnadenloser Effektivität gewann Argentinien sein erstes Spiel der Gruppe F gegen Bosnien mit 2:1. Dabei profitierte die Albiceleste von einem frühen Eigentor ihres Gegners (3.). In der Folgezeigt reihten sich die Spieler in einer Fünferkette am eigenen Strafraum auf und hielten so die Führung. In der Offensive setzte man auf Einzelaktionen von Weltstar Lionel Messi, der jedoch immer wieder gegen eine Gruppe von Gegenspielern den Ball schnell verlor.

Nachdem die von ihren fruchtlosen Offensivbemühungen erschöpften Bosnier müde wurden, schlugen die Argentinier eiskalt zu. Der nun weniger aggressiv gedeckte Messi traf mit einem sehenswerten Schuss zum 2:0 (65.). Der späte Anschlusstreffer durch Ibisevic (84.) war nicht mehr als ein Schönheitsfehler. Bosnien wurde zum Opfer einer abgezockteren Mannschaft, die mit minimalem Einsatz den Sieg einfuhr.

 

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