Meine Perle: Weiße Pappschilder & Frank Rost

17. April 2012StephanBlogs, | Meine Perle

Ich erfahre es jedes Jahr aufs Neue: Das Leben als HSV-Fan ist hart. Man kämpft mit dem Anspruchsdenken im Umfeld, der Lustlosigkeit der Profis und chronischer Titellosigkeit. Meine Ansichten zu Hamburg. Meiner Perle.

Fußball kann so schön sein.
Und weiße Pappschildchen treiben mir Tränen in die Augen.

Es begann wie immer doch wurde am Ende alles gut. Der HSV hatte sich mal wieder etwas vorgenommen: Druckvoller Beginn im Stile einer Spitzenmannschaft, die das Spiel bereits nach 15 Minuten entschieden haben möchte. Und dann das Unfassbare: Aus dieser Anfangsdruckphase entsteht ein Tor für den HSV. Für den richtigen HSV. Für den großen HSV. Für den Hamburger Sport-Verein. Es war Balsam und Baldrian auf alle HSV-Seelen. Son, für den grippeerkrankten Petric auf dem Feld, nimmt den Ball und das Geschenk der Hannoveraner Passivität dankend an und vollendet einen Sololauf zum 1:0.

Was dann geschah war glücklicherweise wieder bekannt: Die Hamburger erarbeiten sich mühsam Chancen, um diese nicht zu verwerten. Ich warte still auf den Ausgleich. Der Halbzeitpfiff reißt mich aus meinen Träumen von einer besseren Welt. Einer Welt in der weiße Pappschildchen mehr bedeuten als Tore. Komischerweise ist der Ausgleich noch nicht gefallen.

Der HSV startet Druckvoll in die zweite Halbzeit. Der geübte Fan weiß: Gleich fällt der Ausgleich. An diesem Samstag reibt er sich aber verwundert die Augen. Die Abwehr um Heiko Westermann steht stabil und das verdankt sie nicht nur ihrem Kapitän, sondern auch seinem Pendant in der Innenverteidigung: Nach sechs Einsätzen in Folge gewinnt Michael Mancienne Zweikämpfte und zeigt gutes Stellungsspiel. Ob dies an dieser oft zitierten Spielpraxis liegt?

Um 17.20Uhr ist es dann endlich geschafft. Ein Heimsieg! Zu Null!
Wieder Pappschildchen. Mit hüpfenden Spielern auf dem Rasen. Feuchte Augen.
Wer dieser Mannschaft nach diesen Bildern Söldnertum und kein Herz für den HSV unterstellt hat das Spiel nicht gesehen oder sitzt Sonntags in Person von Frank Rost beim Doppelpass. Nachdem dieser erfolgreich an allem rumgenörgelt hat bringt er sich gekonnt mit all seinen rhetorischen Fähigkeiten in Position: „Wenn irgendwann der HSV sagt, dass er gerne mit mir reden will, dann bin ich der Letzte, der da nicht mitredet“. Interessant, Frank. Wir wissen alle nicht was er damit bezweckt noch kennen wir seinen Plan. Aber zum Glück ist das auch nicht wichtig.

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