Und plötzlich standen sie im Finale

26. April 2012FelixBlogs

Vor einem halben Jahr verfasste ich einen Kommentar zur Champions League, in dem ich zum Ausdruck brachte, dass mich das drohende Ausscheiden von Borussia Dortmund nicht überraschte. 6 Monate später verfasse ich wiederholt einen Kommentar zur Champions League, und dieses mal sind gleich mehrere Dinge anders: Es geht nicht um ein Ausscheiden, sondern um ein Weiterkommen. Es geht nicht um Borussia Dortmund, sondern um Bayern München. Und ich bin überrascht. Sogar sehr.

Bis zum letzten Elfmeter von Bastian Schweinsteiger hatte ich keinen Zweifel daran, dass Real Madrid ins Finale der Champions League einziehen würde. Erst als der Ball tatsächlich über der Linie war, musste ich anerkennen, dass Bayern München im Finale der Champions League 2012 steht. Und das keinesfalls unverdient.

Mit Villareal, Neapel und Manchester City spazierte der FC Bayern durch eine Vorrundengruppe, in der außer den Münchnern keine Topadresse vertreten war, aber auch durch die einzige Gruppe, in welche Mannschaften aus den vier besten Ligen Europas gelost wurden. Egoismen und Lauffaulheit drohten dann bereits im Achtelfinale den Weg ins Finale in Basel versanden zu lassen. Doch Trainer Jupp Heynckes erkannte das Problem der Elf, nahm den Brasilianer Rafinha aus der Mannschaft und hauchte damit dem Flügelspiel neues Leben ein. Philipp Lahm und David Alaba liefen mehr, rückten weiter auf und schafften so mehr Platz für Robben und Ribery, die in Basel zu häufig auf sich allein gestellt waren. Die Wirkung der Maßnahme war offensichtlich: Basel wurde mit 7:0, Marseille im Viertelfinale mit wiederholt mit 2:0 besiegt. Doch dann kam das übermächtige Real. Das scheinbar übermächtige Real. Das Real, das den Bayern fußballerisch turmhoch überlegen war. Und doch reichte der Wille der Bayern aus, um die Klasse der Spanier zu übertrumpfen.

Die Reise ins Finale in München begann mit der Verpflichtung von Franck Ribery im Jahr 2007 und der von Arjen Robben 2 Jahre später. Seitdem hat Bayern München ein Duett von Weltklassespielern auf beiden Außenbahnen, die bereits zwei Mal für den Einzug ins Champions League Finale verantwortlich gemacht werden können. Um die beiden herum wurde in den letzten Jahren eine Mannschaft aufgebaut, die einen stärkeren Eindruck macht, als jene, die 2010 als Außenseiter gegen Inter Mailand verlor.

Mit Manuel Neuer verfügen die Bayern, und das dürfte spätestens gestern allen klar geworden sein, über einen Torwart, der zwei Klassen besser ist als Hansjörg Butt. Philipp Lahm, der Cristiano Ronaldo mit Ausnahme der 1.Halbzeit des Rückspiels furchtbar auf die Nerven ging, ist durch seine Rolle als Kapitän der DFB-Elf weiter gereift. Bastian Schweinsteiger, noch durch seine Verletzungspause gehandicapt, zeigte sich stark in seiner Rolle als Leader und überraschte die Madrilenen mehrfach mit Antritten aus dem zentralen Mittelfeld. Und Mario Gomez besitzt nun endlich das Selbstvertrauen, was ihm in seinem ersten Jahr bei Bayern noch fehlte, und zeigte in den Spielen gegen Madrid jene Einsatzfreude, die bisher das einzige Argument für Ivica Olic im Duell um die Sturmposition beim deutschen Rekordmeister war.

Junge Spieler, die sich großartig entwickelt haben, wie Alaba, Badstuber und Luiz Gustavo habe ich bewusst unerwähnt gelassen, da man im Finale nicht auf sie zurückgreifen kann. Im Finale, das im eigenen Stadion ausgetragen wird. Im Finale, gegen ein Team, dessen 4 wichtigste Defensivspieler nicht zu Verfügung stehen werden. Allerdings auch im Finale gegen ein Team, und damit will ich keinesfalls die Partystimmung zerstören, das den FC Barcelona besiegt hat.

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