Unterwegs mit Ultras

4. Dezember 2012Felix> Bundesliga

Gewaltbereitschaft und gewalttätige Fans sind derzeit das beständig wiederkehrende Thema in Gesprächen rund um den deutschen Fußball. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Begriff „Ultra“. Um Vorurteile abzubauen, oder zu bestätigen, haben wir ein Interview mit Birgit B. (Name von der Redaktion geändert) (24) geführt, die einige Jahre die Ultras eines Bundesligisten hautnah miterleben durfte.

 

Teil 1: Gruppenstruktur und Polizei

 

Doppelsechs: Frau B., sie sehen auf den ersten Blick überhaupt gar nicht gewalttätig aus – in welchen Kampfsportarten sind Sie denn trainiert?
Birgit B.: In gar keinen. Ich habe einen Bürojob.

 

Wie sind sie in Kontakt mit der Ultragruppierung eines Bundesligisten gekommen?
Durch eine Beziehung. Mein damaliger Freund war Ultra, ein fest integrierter Bestandteil einer bestehen Gruppe. Wir haben uns durch Fußball kennengelernt – während eines Auswärtsspiels im Gästeblock. Wir fanden uns sehr sympathisch und wurden nach einiger Zeit ein Paar.

 

Ihre erste Erfahrung innerhalb der Gruppe war…
…wieder eine Auswärtsfahrt. Auf Einladung meines Freundes durfte ich in einem von den Ultras organisierten Bus zu einem Auswärtsspiel mitfahren.

 

“Da waren Angestellte, Arbeitslose, Studenten und Selbstständige dabei. Praktisch ein Querschnitt der Gesellschaft.”

 

Und, wenn man den Medien Glauben schenken darf, waren Sie eingeschüchtert von den zwielichtigen und vernarbten Gesichtern einschüchternder Straftäter.
Nein! Überhaupt gar nicht! Das waren alles nette und normale Leute. Die bekannten Klischees über betrunkene oder streitsuchende Randalierer sind falsch und übertrieben. Da waren Angestellte, Arbeitslose, Studenten und Selbstständige dabei. Praktisch ein Querschnitt der Gesellschaft. Nur alle in den Vereinsfarben gekleidet.

 

Gab es keinerlei negative Erfahrungen auf dieser ersten Fahrt?
Doch. Aber nicht von Seiten der Ultras. Wir wurden auf einer Autobahnraststätte von der Polizei angehalten und durchsucht. Man kann nicht behaupten, dass die Polizisten uns besonders gut behandelt hätten.

 

Inwiefern?
Die hatten Schäferhunde. Ohne Maulkorb! Man hat uns auf Waffen oder ähnliches durchsucht und war dabei nicht gerade zimperlich. So fühlte man sich ein Bisschen wie ein „Schwerverbrecher“, obwohl man doch eigentlich nur das Spiel sehen wollte. Wenn man so behandelt wird, ist es kein Wunder, dass eine aggressive Stimmung aufkommt bzw. bereits bestehenden Aggressionen und Ärger noch geschürt werden.

 

Womit wir bei einem weiteren Klischee wären, das man mit den Ultras verbindet: Das Feindbild Polizei. Ist es wirklich so stark?
Absolut!

 

Und berechtigt?
Nach einiger Zeit muss man sich an diese Behandlung gewöhnen. Auch wenn es immer wieder starke Stücke gab: Bei einem Derby gegen einen Lokalrivalen wurden wir von einer Gruppe Polizisten eingekesselt und plötzlich fingen die an, auf Mitglieder der Gruppe mit Schlagstöcken einzudreschen. Es war zunächst gar nicht offensichtlich, warum das geschehen ist. Später habe ich erfahre, dass einige Mitglieder einen Blocksturm (Anm. der Redaktion: Versuch, an der Kartenkontrolle vorbei in den eigenen Block zu drängen.) versucht haben.

 

Wurden diese Leute als Ultras identifiziert?
Ja. Die Gesichter der Ultras der Polizei sehr gut bekannt.

 

“Fast in jeder Ultragruppe gibt es Beamte, die in Zivil ermitteln sehr genau beobachten, wer sich daneben benimmt.”

 

Durch Fahndung?
Nicht direkt. Fast in jeder Ultragruppe gibt es Beamte, die in Zivil ermitteln sehr genau beobachten, wer sich daneben benimmt. Durch ständiges Begleiten und beobachten, durch das Aufnehmen und Personalien wenn man eingekesselt wird und Videoauswertung kommen die meisten Sachen zu Stande.

 

Klingt ein wenig nach Spionage. Ein Begriff, den man mit Kampf und auch Krieg verknüpft.
Ein wenig ist es so. Die Polizei und die Ultras haben eine denkbar schlechte Beziehung zueinander: Man erwartet von der Gegenseite immer das Schlimmste und nimmt jeden kleinen Anlass gern an, um Provokation zu üben. Ein Vertrauen in den Freund und Helfer gibt es selten bis gar nicht.

 

Häufig wird immer nur eine Seite an den Pranger

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gestellt. Würden Sie sagen, Ultras und Polizei trifft die gleiche Schuld?
Es ist vielleicht nicht 50:50, aber eine Mitschuld trägt die Polizei schon. Es gibt ständig Provokationen von beiden Seiten, durch einkesseln, willkürliche Personalkontrollen oder Ähnliches. Auch die Art und Weise wie gesprochen wird, ist eher aggressiv statt diplomatisch. Innerhalb der Ultras wird das Feindbild der Polizei extrem geschürt und Vorfälle, wie der von mir geschilderte, werden gerne als Beispiel genommen. Das gilt dann als Universalrechtfertigung für jedes aggressive Verhalten gegenüber Polizisten. Und diese Gewaltausbrüche geben der Polizei dann wieder Anlass, härter gegen die Ultras vorzugehen. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, wo das ganze seinen Ursprung hat. Fakt ist, dass es immer wieder das Wechselspiel von Gewalt und Gegengewalt gibt.

 

Wie sieht es mit den Strukturen innerhalb der Gruppierungen aus? Gibt es eine klare Hierarchie?
Ja, die gibt es. An der Spitze steht der Vorstand, er besteht aus 2-3 Leuten, die gewählt werden. Sie entscheiden. Dann gibt es den Capo. Der gibt im Spiel die Gesänge vor und peitscht die Leute an, er genießt hohes Ansehen innerhalb der Gruppe. Feste Teams organisieren den Auf- und Abbau von TiFo-Material wie Blockfahnen, vorbereiteten Choreografien oder Ähnlichem. Darunter gibt es immer wieder Einzelposten, etwa den Kontakt zu anderen Ultragruppen hält für Absprachen zum Treffen oder wer für die Herstellung von neuem TiFo-Material zuständig ist – sie gehören alle zum „harten Kern“. Die meisten anderen sind einfach nur Mitglieder. Allerdings sind alle miteinander bekannt, es gibt keine graue, gesichtslose Masse. Man kennt sich untereinander und respektiert sich.

 

Wie war Ihr Status innerhalb der Gruppe.
Ich war praktisch anerkannter Gast. Das bedeutet, dass ich zwar an Sitzungen nicht teilnehmen durfte, aber von den Mitgliedern während und im Vorfeld von Spielen als einer von ihnen akzeptiert und behandelt wurde.

 

Ist die Stimmung innerhalb einer Gruppe militärisch geprägt?
Nein. Sie ist kameradschaftlich und freundschaftlich. Man hilft sich gegenseitig und legt viel Wert auf gemeinsame Aktivitäten. Etwa das gemeinsame Auf- und Abbauen oder das Treffen am Fanprojekt vor und nach dem Spiel.

 

Ist die Teilnahme denn verpflichtend?
Nicht offiziell, aber man merkt es schon: Wer sich an diesen gemeinsamen Aktionen nicht beteiligt, verliert sehr schnell sein Standing innerhalb der Gruppe.

 

Am kommenden Freitag geht es weiter mit dem zweiten Teil des Interviews, in dem wir über die Ideologie der Ultragruppen sprechen und auf das Problem der Gewalt zu sprechen kommen.

 

zum nächsten Teil >>

1 comment zu “Unterwegs mit Ultras”

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