Wie immer im Achtelfinale

6. Dezember 2012Dominik> Bundesliga

Die Vorrunde der Champions League ist abgeschlossen, mit einem überraschend guten Abschneiden der deutschen Vereine. Wir lassen die Gruppenspiele der Bundesligavertreter nochmal Revue passieren und machen heute mit dem FC Bayern weiter, die den Sieg in der Gruppe F erringen konnten. Als dritte deutsche Mannschaft konnten die Münchener gestern zu Hause gegen Borisow den Gruppensieg erringen. Das war der Schlusspunkt einer souveränen Gruppenphase.

Begonnen hat die diesjährige Champions League Saison mit einem Heimspiel gegen den auf dem Papier schwersten Gruppengegner: Dem FC Valencia. Und die Zuschauer bekamen vor allem in der Schlussphase eine turbulente Partie. Kapitän Schweinsteiger brachte die Münchener in der 38. Minute verdient in Führung, Kroos – der eine astreine Partie ablieferte – erhöhte in der 76. Minute auf 2:0. Damit war die Luft aus dem Spiel, bis die Nachspielzeit begann. Zunächste kamen die Spanier durch Nelson Valdez in der ersten Minute der Nachspielzeit zum Anschlusstreffer, zwei Minuten später flog Rami mit der Ampelkarte vom Platz und es gab Elfmeter. Dieser wurde allerdings von Mandzukic verschossen, die drei Punkte blieben zum Auftakt aber nach einem glanzlosen, aber souveränen Sieg in München. Zeitgleich gab es im zweiten Spiel der Gruppe einen Überraschungssieg von BATE Borisov in Lille, die Weißrussen mit Aleksiandr Hleb gewannen auswärts mit 3:1.

Am zweiten Spieltag kam es dann auch gleich zu der Begegnung der beiden siegreichen Teams, die Bayern mussten die Reise nach Weißrussland antreten. In einem sehr surrealen Spiel mussten die Münchener eine unnötige Niederlage hinnehmen. Trotz mehrerer Torschüsse, besserer Passquote und zwei Drittel Ballbeseitz musste man sich am Ende mit 3:1 geschlagen geben. Bereits nach 23 Minuten gelang Pavlov die 1:0-Führung, mit der es in die Pause ging. In der 78. Minute erzielte Rodionov scheinbar die Vorentscheidung mit dem 2:0, doch Ribéry konnte in der ersten Minute der Nachspielzeit noch auf 1:2 verkürzen. Dem Spielverlauf angemessen konnte Bressan dann nach 94 Minuten sogar noch einen Konter zum 3:1 abschließen, Borisov setzte sich damit nach dem zweiten Spieltag an die Spitze. Im Parallelspiel konnte Valencia zu Hause gegen Lille ganz sicher mit 2:0 gewinnen und mit Punkten mit den Bayern gleichziehen.

Somit war man am dritten Spieltag beim Auswärtsspiel in Lille schon etwas unter Zugzwang, um am Ende nicht zittern zu müssen. Ähnlich wie im ersten Spiel gegen Valencia konnte man die Partie ohne großen Glanz, aber sehr souverän für sich entscheiden. Bei einem Angriff der Bayern dribbelte Lahm sich in den gegnerischen Strafraum und wurde zu Fall gebracht, Thomas Müller verwandelte den fälligen Strafstoß nach 20 Minuten zum 1:0-Endstand. Jetzt zeigte sich, warum Lille noch ohne Punkte da stand: Die Franzosen waren äußerst hamrlos und strahlten keine Gefahr aus. Im anderen Spiel der Gruppe F gab es die ersten Punktverluste für Borisov, denn Valencia schaffte es zu einem 3:0-Auswärtssieg und setzte sich damit an die Spitze der Gruppe, gefolgt von den punktgleichen Teams aus Weißrussland und München.

Die Harmlosigkeit der Franzosen spiegelte sich am vierten Spieltag beim Rückspiel in München dann auch im Ergebnis wider. Mit 6:1 wurde der OSC Lille wieder nach Hause geschickt, bereits nach 33 Minuten stand es nach einem Dreierpack von Pizarro und weiteren Treffern von Schweinsteiger und Robben 5:0. In der zweiten Halbzeit schaltete man dann mehrere Gänge zurück und verwaltete das Ergebnis. Auf den Treffer von Kalou reagierte man postwendend mit dem sechsten Treffer, diesmal durfte sich Toni Kroos in die Liste der Torschützen eintragen. Zwei der Tore fielen sogar nach direkt verwandelten Freistößen, was bei den Bayern doch eher selten vorkommt. Auch das andere Heimspiel in der Gruppe wurde gewonnen, Valencia rang Borisov mit 4:2 nieder und blieb somit vor den Bayern – am folgenden Spieltag sollte also ein ganz wichtiges Spiel folgen, bei dem Bayern und Valencia direkt aufeinander trafen.

Im Vorfeld des Spiels war klar: Der Sieger der Partie wäre schon vor dem letzten Spieltag für das Achtelfinale qualifiziert. Das Spiel zog sich ein wenig, wurde dann kurz vor der Pause aber durch einen Knalleffekt wieder offen. Nach einem harten Einsteigen gegen Alaba sah Barragan zu recht die rote Karte, die bis dahin stärker spielenden Bayern waren somit eine knappe Stunde in Überzahl. Das Spiel blieb trotzdem offen, Bayern bestimmte das Spiel, Valencia setzte aber immer wieder gefährliche Konter und hatte die besseren Chancen. Knapp 15 Minuten vor dem Ende dann der Schock für die Gäste: Dante fälschte einen Schuss von Feghouli unhaltbar für Neuer ab – 1:0 für Valencia und Bayern damit noch nicht durch! Doch die Antwort folgte sofort: Lahm brachte eine Flanke in den Strafraum, wo Gomez auf Müller verlängerte, der den Ball ebenfalls im Netz unterbringen konnte. Damit stand es 1:1, so blieb es auch. Beide Teams waren qualifiziert, denn im anderen Spiel verlor Borisov überraschend zu Hause gegen Lille.

Somit ging es am letzten Spieltag im Fernduell zwischen Bayern und Valencia um den Gruppensieg mit dem Vorteil für das deutsche Team: Man musste nur zu Hause gewinnen und hatte alles selber in der Hand, denn den direkten Vergleich konnte man für sich gewinnen. Bayern kontrollierte zu Hause gegen Borisov die Partie und kam ging durch ein Tor von Gomez mit einer Führung in die Pause, während Valencia zu dem Zeitpunkt ebenfalls führte. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten die Münchener in der zweiten Hälfte also nachlegen – und das taten sie auch! Boateng sah zunächst nach einem harten Tackling die Rote Karte: Hart, aber vertretbar und vor allem nach Badstubers Verletzung sehr unglücklich. Doch postwendend gelang die richtige Antwort, Müller konnte einen Angriff erfolgreich abschließen und sorgte für das 2:0 – das Spiel war entschieden. Nun spielte man das Spiel locker zu Ende und schraubte den Spielstand noch auf 4:0 durch Tore von Shaqiri und Alaba hoch. In der 89. Minute gelang den Gästen durch Filipenko der Ehrentreffer. 4:1 hieß es am Ende und der Gruppensieg war perfekt.

Damit zog die Mannschaft um Jupp Heynckes abermals in die KO-Runde ein. Das geschah in den letzten zehn Jahren bei jeder Champions League Teilnahme, mit einer Ausnahme: In der Saison 02/03 schied man bereits in der Vorrunde, obwohl die Gruppe mit dem AC Mailand, Deportivo La Coruna und dem RC Lens nicht sehr stark war. In der Saison 07/08 musste man sich mit der Europa League zufrieden geben und kam dort bis ins Halbfinale, muss sich aber Zenit St. Petersburg in zwei Spielen geschlagen geben. Positiv, wenn auch unglücklich, muss man die zwei Finalteilnahmen in den letzten drei Jahren hervorheben. Während man allerdings 09/10 verdient nur Zweiter wurde, war die Niederlage in der letzten Saison gegen Chelsea sehr unnötig und unverdient. Auffällig: Häufig schied man in der KO-Runde gegen die gleichen Teams aus. Gegen Real Madrid 01/02 und zwei Jahre später noch einmal, gegen Chelsea 04/05 sowie 11/12, gegen den AC Mailand 05/06 und 06/07 und schließlich gegen Inter Mailand im Finale 09/10 und im Achtelfinale 10/11. Nur gegen den FC Barcelona, der 2009 Endstation war, spielte man nur ein Mal – etwa ein Omen für diese KO-Runde?

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Wer ist der bessere Trainer?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

” Ein Spiel wie der Film “Stolz & Vorurteil”. Man wartet erst eine Stunde, dass etwas passiert und dann eine Stunde, dass es endlich aufhört.”

Der FC Bayern tritt in dieser Saison zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im Champions League Finale an. Doch wer den Grund dafür nur in der gefürchteten finanziellen Stärke des Rekordmeisters sieht, der irrt sich gewaltig und sollte lieber nochmal genauer hinschauen – denn diese Erfolge sind auch das Produkt hervorragender Jungendarbeit, die auch ohne Guardiola blendend funktioniert…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Shay Given versucht seit 30 Minuten, sich mit einem nassen Handtuch abzutrocknen. Ein aussichtsloser Kampf." > Irland - Kroatien
More in > Bundesliga (171 of 418 articles)