Zwei mal Sechs: Die besten Außenverteidiger der Bundesliga

6. März 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

In unserer Kolumne “Zwei mal Sechs” stellen unsere Autoren ihre persönliche Top 6 zum aktuellen Thema der Woche auf. Nachdem wir uns bereits im vergangenen Jahr den besten Innenverteidigern gewidmet haben, suchen wir heute nach den besten Außenverteidigern der Bundesliga. Nicht nur Schnelligkeit und gutes Stellungsspiel zeichnet diese Spieler aus, in den letzten Jahren sind die Außenverteidiger mehr und mehr zu einem wichtigen Element im Spielaufbau geworden. Wer sind die Besten in der Liga?

 

6. Florian Dick (27 Jahre/1.FC Kaiserslautern)
Auch wenn Florian Dick mit dem 1.FCK auf dem letzten Tabellenplatz steht und die aktuelle Situation wenig Anlass zur Hoffnung bietet: Florian Dick gehört in diese Liste. Mit seiner grundsoliden Spielweise und guten Übersicht, sowie unaufgeregten Spieleröffnung trägt er  dazu bei, dass die Roten Teufel bislang nur 32 Gegentreffer zugelassen haben und mit 2 geschossenen Toren ist er sogar drittbester Torschütze. Chapeau!

5. Rafinha (26 Jahre/Bayern München)
Hätten wir die Top 6 zu seiner Schalker Zeit geschrieben, wäre Rafinha definitiv ein paar Plätze weiter vorn gelandet. Denn zu dieser Zeit verzückten mich seine schnellen Dribblings, gefährlichen Vorstöße und vor allem seine Spielfreude. Letzteres ist bei den Bayern leider ein wenig verloren gegangen. Aber etwas Positives kann man davon abgewinnen: Sein Defensivverhalten ist für einen Brasilianer vorbildlich.

4. Christian Pander (28 Jahre/Hannover 96)
Christian Pander wäre ein guter Außenverteidiger geworden: Körperliche Stark, gute Technik und hohe Genauigkeit im Fuß. Wäre da nicht diese Verletzungsanfälligkeit. Diese ließ ihm Auf Schalke und in der Nationalmannschaft keine Chance auf einen Stammplatz.
Mit 28 Jahren scheint sich Christian Pander aber zu rehabilitieren: Mit Hannover 96 kommt er auf 22 Saisonspiele und bislang 2 Treffer. Platz Vier für die oben genannten Fähigkeiten plus den Mut und Willen nach jeder Verletzung zurück zukommen.

3. Lukasz Piszczek (26 Jahre/Borussia Dortmund)
Als Lukasz Piszczek von Hertha BSC zum BVB wechselte konnte ich diesen Transfer nicht nachvollziehen. Was wollte man mit diesem durchschnittlichen Außenverteidiger eines Absteigers. Fast zwei Jahre später muss ich erkennen, dass sich Lukasz Piszczek den dritten Platz in meiner Top 6 verdient hat. Seine tadellose Technik, Schnelligkeit und vor allem seine brandgefährlichen Vorstöße sind für das Offensivspiel der Borussia ein enormer Vorteil. Auch Defensiv steigert er sich, wobei er allerdings sehr von seinen Innenverteidigern profitiert. Platz Drei für einen guten Außenverteidiger.

2. Philipp Lahm (28 Jahre/ Bayern München)
Natürlich gehört Philipp Lahm in diese Liste. Früh erkannten die Münchener sein Talent und ließen ihn die Jugendabteilungen und zweite Mannschaft durchlaufen. Spielpraxis gab es danach bei den Bayern aber erst mal nicht – Philipp Lahm wurde zwei Jahre zum VfB Stuttgart ausgeliehen, wo er Erfahrung sammeln und sich weiter entwickeln konnte. Die Geschichte ist einfach und schnell zusammengefasst: Stammspieler bei Bayern München, Stammspieler in der Nationalmannschaft und Kapitän bei beiden. Wir können jetzt von seiner guten Technik, Schnelligkeit, von seinem guten Stellungspiel und einer kreativen Spieleröffnung sprechen. Denn all das zeichnet ihn aus. Für mich macht ihn aber eines mit zum besten Außenverteidiger der Bundesliga aus: Seine Spielintelligenz. Platz Zwei für Philipp Lahm.

1. Khalid Boulahrouz (30 Jahre/ VfB Stuttgart)
Es war ein enger Kampf zwischen Philipp Lahm und Khalid Boulahrouz. Was war ausschlaggebend dafür, dass ich mich letztendlich für den Niederländer entschieden habe? Internationale Klasse finden wir bei beiden wieder, technische Begabung und gute Spieleröffnung zeichnen beide aus. Der einzige Grund, warum Khalid Boulahrouz meine Nummer eins ist: Seine defensive Stärke. Ein Außenverteidiger gehört in den Defensivverbund und ist ein wichtiger Bestand der Viererkette. Um diese zu stabilisieren benötigt es ein gutes Stellungspiel sowie ein gutes Zweikampfverhalten gepaart mit körperlicher Präsenz – zumindest präsenter als die von Philipp Lahm. All das bringt Khalid Boulahrouz mit und steht für mich verdient auf Platz 1.

 

 

6. Wähle selbst
Bei Vergabe von Platz sechs habe ich mich sehr schwer getan. Hierbei kamen einige Kandidaten in Frage, beispielsweise Marcel Schäfer: offensiv-stark, aber 44 Gegentore bei 24 Spielen seiner Wölfe sprechen aktuell nicht unbedingt für den sonst verlässlichen Linksverteidiger. Rafinha: Leistungsmäßig betrachtet wohl der derzeit beste Außenverteidiger unter den hier aufgeführten Kandidaten. Allerdings aufgrund seiner teils hinterhältigen Spielweise absoluter Unsympath, darüber hinaus derzeit zu häufig in der Rotationsschleife. Jerome Boateng: Bei der WM 2010 funktionierte er in seiner ungewohnten Rolle als Außenverteidiger relativ gut. Da er beim FC Bayern meist in seiner Stammposition, der Innenverteidigung spielt, würde ich ihn nur bedingt als „Außenverteidiger“ sehen. Dennis Aogo: Der Hamburger rückte als Lahm-Ersatz beim DFB-Test gegen die Franzosen auf und enttäuschte auf ganzer Linie. Auch offensiv konnte sich Aogo bei seinem Ex-Club Freiburg besser in Szene setzen.

5. Christian Pander (28 Jahre/Hannover 96)
Eigentlich hätte ich es mir einfach machen und den Fuchs-Text mit wenigen Änderungen hier hinein kopieren können. Ich halte die beiden Spieler für sehr ähnliche Spieltypen. Mit dem Unterschied, dass ein Pander in meinen Augen etwas disziplinierter agiert, allerdings (noch) nicht am Level des Schalkers heranreicht. Der ehemalige Schalker Dauerpatient spielt seine Offensivqualitäten in der Abwehr von Hannover 96 derzeit so gut aus, dass er von Trainer Slomka mittlerweile sogar ins Mittelfeld gezogen wird. Verläuft Panders Entwicklung weiter in diese Richtung, kommt auch Jogi Löw (wieder) nicht mehr um ihn herum.

4. Marcel Schmelzer (24 Jahre/Borussia Dortmund)
Die Stärke vom etwas buckelig wirkenden Dortmunder ist der unermüdliche Offensivdrang. Seit Wochen beackert er wieder erfolgreich die linke Außenbahn beim BVB. Gemeinsam mit seinem Counterpart auf rechts, Lukasz Piszczek, trägt er zur herausragenden Leistung der schwarz-gelben Defensive bei. Nicht umsonst kassierte der BVB erst in zwei Partien mehr als einem Gegentreffer. Dem Vergleich auf internationaler Ebene ist Schmelzer, wie der Großteil seiner jungen Mannschaftskollegen, allerdings noch nicht gewachsen, was sich in der kläglichen CL-Bilanz und in seinen eher bescheiden ausgefallen fünf Nationalmannschafts-Einsätzen widerspiegelt.

3. Christian Fuchs (25 Jahre/Schalke 04)
Mit dem Ziel, sich irgendwann mal in England zum Führungsspieler zu etablieren tingelt der Österreicher nun in seinem vierten Jahr durch die Bundesliga. Über Bochum, Mainz und Schalke. Fuchs‘ Stärken sind ganz klar seine scharfen präzisen Flanken und brandgefährliche Standards. Sein Stellungsspiel und Spielaufbau funktionieren allerdings nur so lange sich der Österreicher nicht nervös machen lässt. Ansonsten nehmen seine Qualitäten rapide ab. Sollte er diese Schwäche in den Griff bekommen, klappt’s bestimmt auch bald mit der Insel.

2. Lukasz Piszczek (26 Jahre/Borussia Dortmund)
Bei seiner Verpflichtung werden sich nicht wenige Borussen gefragt haben: „Wat sollen wir denn mit dem??“. Spielte er bei seinem Ex-Club Hertha BSC vorwiegend im Mittelfeld (und teilweise sogar im Sturm), erkannte wohl erst „Kloppo“ seine wahren Qualitäten. Mit einer Passgenauigkeit von über 80% verlaufen Angriffe über seine rechte Seite im Zusammenspiel mit Nationalmannschafts-Kollegen Kuba blitzschnell. Woran der Pole dringend arbeiten muss, sind seine Torgefahr sowie seine Flanken – diese finden nur in einem Drittel alle Versuche einen Abnehmer.

1. Philipp Lahm (28 Jahre/ Bayern München)
Der FC Bayern- und DFB-Kapitän landet auf dem vordersten Rang. „Der feine Unterschied“ zur Konkurrenz liegt aus meiner Sicht in seiner nahezu konstant abgerufenen Top-Leistung. Charakterlich ist er – zumindest was das Geschehen auf dem Spielfeld betrifft – vorbildlich: keine großen Schauspiel-Aktionen, keine großen Meckereien, sondern stets wachsam und konzentriert. Als Rechtsfuß ist er hinsichtlich der Flankenqualität auf Links vielleicht ein wenig verschenkt.

 

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Ist Lionel Messi der beste Fußballer aller Zeiten?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

Eine deutsche Mannschaft scheidet aus einem internationalen Wettbewerb aus, ein Bundesligatrainer wird entlassen. Zu solchen Anlässen verfasst einer unserer Sechser einen Abschiedsbrief. Felix wendet sich heute an Klaus Allofs, der nach 13 erfolgreichen Jahren Werder Bremen den Rücken kehrt…

Was haben Mike Hanke, Patrick Helmes und Stefan Kießling gemeinsam? Sie alle müssten schon mindestens 100 Länderspiele haben. Zumindest wenn man die Trends des Jahres 2012 rückwirkend betrachtet…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Wir sehen eine Wiederholung von Spielern, die sich Schweiß aus dem Gesicht wischen. Es handelt sich tatsächlich um die Highlights der zweiten Hälfte." > Frankreich - England
More in > Bundesliga, | Zwei mal Sechs (348 of 418 articles)