Zwei mal Sechs: Die besten Brasilianer der Bundesliga

8. November 2012Stephan> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

Die besten Fußballer der Welt kommen aus Brasilien – zumindest wenn man die gewonnen WM-Titel zugrunde legt. Nachdem in den 2000er Jahren immer wieder Wellen von Spielern über den Atlantik gespült worden, haben sich die Ballkünstler in deutschen Stadien rar gemacht. Dominik und Felix haben die besten 6 der Liga gesucht.

Für eine Auflistung von brasilianischen Fußballern findet man unglaublich viele Defensivspieler und keinen einzigen Stürmer. Diesem Phänomen gehen wir hier auf den Grund.

 

 

6. Roberto Firmino (21 Jahre/ 1899 Hoffenheim)
Der Mittelfeldspieler von 1899 Hoffenheim schafft es gerade so in diese Liste. Firmino besticht durch die feine Ballbehandlung, die seine Landsleute auszeichnet, ebenso wie die Disziplin- und Sorglosigkeit, die man ihnen nachsagt. Vielleicht liegt an seiner Anstellung in Hoffenheim, vielleicht an seiner Persönlichkeit, aber Roberto Firmino lässt sich zu schnell hängen, wenn es für ihn und seine Mannschaft nicht lässt. Aus diesem Grund ist nicht mehr als Platz 6 drin.

5. Naldo (30 Jahre/VfL Wolfsburg)
Bei Naldo ist es ähnlich wie bei seinem früheren Mannschaftskameraden Claudio Pizarro: Ich bin mir bei diesen Spielern nicht sicher, ob sie noch ihr früheres Leistungsniveau erreichen können, oder ob sie durch Verletzungen und Alter so sehr abgebaut haben, dass ihre frühere Klasse nur in der Erinnerung weiterleben wird. Naldo scheint sich in Wolfsburg noch nicht zu Recht gefunden zu haben und wirkte beim 0:4 gegen Hannover extrem wacklig. Dennoch reicht es für den außergewöhnlich Schussstarken Verteidiger zu Platz 5.

4. Felipe Santana (26 Jahre/Borussia Dortmund)
Er spielt häufig nur als Ersatz für Mats Hummels oder Neven Subotic, aber wenn Felipe Santana für Borussia Dortmund aufläuft, macht er seine Sache gut. Der Brasilianer ist Zweikampf- und Kopfballstark und bringt damit die wichtigsten Voraussetzungen für einen Innenverteidiger mit. Außerdem ist er ein so zuverlässiger Spieler, dass Jürgen Klopp ihn jederzeit aufs Spielfeld schicken kann, ohne einen großen Leistungsabfall seiner Mannschaft befürchten zu müssen.

3. Diego (27 Jahre/VfL Wolfsburg)
Diego ist nur einer von enorm vielen brasilianischen Spielern, dessen fortgesetzte Disziplinlosigkeit eine große Karriere verhindert haben. Der kleine Mittelfeldspieler hat bereits in Bremen gezeigt, dass er mit dem Ball praktisch alles anstellen kann: Seine Dribblings, Pässe und Torabschlüsse zählen zu dem Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Abgesehen von seinem Zweikampfverhalten liegt Diegos größte Schwäche jedoch neben dem Platz, in seinem Kopf und bei Mannschaftssitzungen, wo er darüber informiert wird, dass er nicht spielen darf.

2. Dante (28 Jahre/Bayern München)
Vor einem Jahr hätte es der Innenverteidiger wahrscheinlich noch schwer gehabt, überhaupt in meine Liste zu kommen, nun steht er auf Platz 2. Dantes Leistungen in Mönchengladbach waren ein Grund, warum die Borussia dieses Jahr wieder international vertreten ist. Und bei Bayern hat er sich nahtlos in eine der besten Viererketten Europas eingeführt und macht dort keinesfalls einen schlechteren Eindruck als sein Konkurrent Holger Badstuber, der sich vergangene Saison ebenfalls stark verbessert hat. Kopfballstärke, Sicherheit im Zweikampf und Stellungsspiel auf dem allerhöchsten Niveau machen ihn zu einem kompletten Innenverteidiger, der auch fußballerisch besser ist als viele seiner Kollegen auf dieser Position.

1. Luiz Gustavo (25 Jahre/Bayern München)
17 Millionen Euro überwiesen die Bayern nach Hoffenheim, um sich einen der besten Defensivspieler Europas zu holen. Angekommen ist Luiz Gustavo in diesem erlauchten Kreise zwar noch nicht, aber er hat definitiv den Weg dorthin gefunden. Luiz Gustavo ist enorm Zweikampfstark und unglaublich wertvoll, weil er nicht nur viele Bälle für sein Team gewinnen kann, sondern auch noch etwas Sinnvolles damit anzustellen weiß. Sein Passspiel ist in Ordnung für einen Sechser, seine Schüsse aus der Distanz sind gefährlich und gefürchtet. Allein in Puncto Auffassungsgabe und Timing bei Tackling offenbart er auf höchstem Niveau (Champions League) noch offensichtliche Schwächen.

 

 

6. Josue (32 Jahre/VfL Wolfsburg)
Der Brasilianer im Diensten des VfL WOlfsburg eröffnet diese Liste, er spielt seit 2007 dort und wechselte direkt aus Brasilien vom FC Sao Paulo zum VW-Club. Seit dieser Zeit durchlebte die Mannschaft Höhen (Meisterschaft 2009) und Tiefen (Fast-Abstieg 2011), Josue konnte aber stets seine guten Leistungen im defensiven Mittelffeld abrufen. Er versteht es gleichzeitig die gegnerischen Angriffe zu stören und das Spiel der eigenen Mannschft zu öffnen. Hat in dieser Saison allerdings etwas abgebaut, sicherlich auch der allgemeinen Unlust der Mannschaft geschuldet, weshalb ihm kein besserer Platz vergönnt war. Überlegt hatte ich auch, diesen Platz Felipe Santana zu geben, der sicherlich ein guter Innenverteidiger ist, allerdings hat er dafür einfach zu wenig Einsatzzeiten.

5. Naldo (30 Jahre/VfL Wolfsburg)
Auch auf Platz fünf findet sich ein Brasilianer im Diensten der Wolfsburger wieder. Naldo hätte auf jeden Fall Chancen auf eine bessere Platzierung gehabt, wenn er sich in Wolfsburg besser hätte einfügen können. Aber momentan ist er ziemlich weit von seinen Bremer Glanzzeiten entfernt und ich bin mir nicht sicher, ob er nach zahlreichen schweren Verletzungen wieder auf dieses Level kommt. Daher muss sich Naldo mit dem fünften Platz in meiner Liste zufrieden geben. Er hat sicherlich noch Luft nach oben und ich wünsche mir sehr, auch mal wieder ein paar Freistöße mit seiner linken Klebe ansehen zu können.

4. Roberto Firmino (21 Jahre/ 1899 Hoffenheim)
Der jüngste Spieler in meiner Liste belegt Platz vier und spielt bei der TSG aus Hoffenheim. Firmino hat sicherlich das Potential und das Talent, ein großartiger Mittelfeldspieler zu werden – ich vergleiche ihn gerne mit dem jungen Diego. Doch genau wie er hat Roberto Firmino mit seinem eigenen Charakter zu kämpfen, oft fiel er schon entweder durch Undiszipliniertheiten oder extremer Lustlosigkeit auf. In dieser Saison läuft es noch nicht so gut bei Hoffenheim, aber bei Firmino blitzte schon wieder sein Talent auf, er konnte bisher schon drei Treffer erzielen. Ich bin gespannt, wohin sein weg geht und ob Firmino es schafft, disziplinierter zu werden und so zu einem großen Spieler reifen kann.

3. Diego (27 Jahre/VfL Wolfsburg)
Der dritte Wolfsburger in dieser Liste schafft es auf Platz drei und hat schon eine bewegte Karriere hinter sich. Im Jahr 2006 durften wir den Dribbelkünstler das erste Mal in der Bundesliga bewundern, als er von Porto an die Weser wechselte. Dort zauberte er im Mittelfeld, wie man es von einem Brasilianer gewohnt ist und verzückte dabei das Publikum. Dann lockte Juve und Diego hörte, dort konnte er nur selten an die hervorragenden Leistungen in der Bundesliga anknüpfen, weshalb sich Wolfsburg nur ein Jahr später den Brasilianer schnappte. Hier kam Diegos negative Seite mit vielen Undiszipliniertheiten zum Vorschein, weshalb er auch hier nicht zu seiner Form finden konnte und nach Atletico Madrid verliehen wurde. Dort konnte er wieder zaubern und dribbeln, weshalb Madrid ihn unbedingt halten wollte. Aber er musste zurück nach Wolfsburg, wo er ganz ansehnlich spielt, aber noch viel mehr aus sich rausholen kann.

2. Luiz Gustavo (25 Jahre/Bayern München)
Wechselte zur Saison 2007/08 als Leihgabe aus Brasilien zur TSG Hoffenheim, ein Jahr später wurde er fest verpflichtet und konnte sich in der Bundesliga sofort etablieren. Statt im Mittelfeld zu zaubern, wie man es sich von einem Brasilianer denkt, zerstört er effektiv das Offensivspiel des Gegners und öffnet im defensiven Mittelfeld das eigene Spiel. Seit der Winterpause der Saison 2010/11 bei den Bayern, hatte dort Startschwierigkeiten, aber konnte sich immer mehr ins Team spielen. Dann wurde Javi Martinez verpflichtet und man dachte, Gustavo würde nicht mehr viele Einsatzzeiten bekommen. Doch er strafte alle lügen und legte nochmal drei, vier Schippen oben drauf und steht deswegen auch auf Platz zwei in dieser Liste.

1. Dante (28 Jahre/Bayern München)
Statt direkt aus Brasilien in eine der großen Fußball-Ligen zu wechseln, verschlug es Dante Bonfim Costa Santos 2004 im Alter von 21 Jahren vom Esporte Clube Juventude nach Frankreich zum OSC Lille. Die weitere Laufbahn geht über Charleroi und Standard Lüttich nach Gladbach, wo er im Jahre 2009 sofort einschlagen konnte. Als Stammspieler hielt er hinten den Laden in unnachahmlicher Art sauber, oft sieht es etwas unbeholfen aus und dadurch riskant. Aber sein Positionsspiel, die Zweikampfstärke und da Kopfballspiel zeichnen Dante aus. Er besinnt sich auf seine Defensivarbeit und stößt nur selten mit nach vorne. Das sorgt zwar für wenig Torgefahr, aber für ein überaus sicheres Defensivspiel, und deshalb gehört diesem Brasilianer die Nummer 1 in meiner Liste.

 

 

1 comment zu “Zwei mal Sechs: Die besten Brasilianer der Bundesliga”

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