Zwei mal Sechs: Die besten Innenverteidiger der Bundesliga

25. September 2013Stephan> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

Eine guter Angriff gewinnt Spiele, eine gute Abwehr gewinnt Meisterschaften. Diese Phrase hat wahrscheinlich schon Sepp Herrberger mit der Muttermilch eingesogen. Also schauen wir uns mal das Herzstück der Abwehrketten der Bundesliga an und schauen, wer die besten Innenverteidiger und damit die größten Chancen auf den Titel hat. Wer hier nur Kopfballmonster und Knochenbrecher erwartet, der irrt gewaltig…

In der Rubrik “Zwei mal Sechs” stellen zwei Autoren ihre persönliche Top 6 zu einem bestimmten Thema auf und präsentieren sie in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit dem 6.Platz.

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Die besten Innenverteidiger der Bundesliga

von Felix

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Benedikt Höwedes (Schalke 04)

Auch wenn er sich als Mitglied der chronisch wackligen Innenverteidigung von Schalke 04 kaum für einen Listenplatz eignet, bin ich dennoch im Benedikt Höwedes nicht herumgekommen. Zum einen, weil nicht klar wie gut Holger Badstuber seine Serie an Knieverletzungen überstehen wird, zum anderen, weil es kaum ein Feldspieler der Bundesliga in puncto Sprungkraft mit Höewedes aufnehmen kann. Die daraus resultierende Kopfballstärke bleibt das große Plus des Schalker Kapitäns, der in der Luft überragend und auf dem Boden solide, wenn auch zuweilen etwas lethargisch ist.

 

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Sokratis Papasthatopoulos (Borussia Dortmund)

Borussia Dortmund hat mit dem Griechen einen erstklassigen Transfer getätigt und kann dadurch drei Spieler in dieser Liste unterbringen. Der griechischte der drei Kandidaten besticht durch enorme Spielübersicht und abgeklärtheit in der Zweikampfführung. Wie Kollege Subotic hat Sokratis zwar Nachteil in der Laufgeschwindigkeit, kann diese aber in den meisten Fällen durch gutes Stellungsspiel ausgleichen. Während Sokratis nicht so schnell hektisch wird wie der Serbe, reichen dessen Vorteile in Robustheit und Kopfballstärke aus, um einen Platz vor seinem neuem Vereinskameraden zu landen.

 

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Neven Subotic (Borussia Dortmund)

Womit wir beim zweiten Teil der Dortmunder Fraktion in dieser Liste angelangt sind. Neven Subotic ist ein Kernbestandteil der Dortmunder Mannschaft, die seit seiner gemeinsamen Ankunft mit Jürgen Klopp vor fünf Jahren in jeder Saison eine Steigerung in Stärke und Verblüffungspotential erfahren hat. Neben Mats Hummels, dessen Spiel zuweilen sehr elegant wirkt, ist Subotic der Mann für’s Grobe. Neven fegt dazwischen, haut sich in Kopfbälle und gewinnt eine Vielzahl seiner Zweikämpfe. Seine fehlende Schnelligkeit und an manchen Tagen miserables Stellungsspiel (ganz böse Kombi) verhindern einen höheren Platz als Nummer 4.

 

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Ömer Toprak (Bayer Leverkusen)

Einer der großen Gewinner der letzten Saison von Bayer Leverkusen war Ömer Toprak. Wenn der Türke spielte gewann Bayer eine ganze Menge Stabilität. Wenn Toprak nicht auf dem Platz stand, brachte Leverkusen nur ein einziges Spiel ohne Gegentor zustande. Dabei bezieht der Innenverteidiger, der 2008 einen schweren Kartunfall überlebte, seine Stärke vor allen Dingen aus Antritts-, Reaktions- und Handlungsschnelligkeit. Auch in den klassischen Attribute wie Körpergroße, Zweikampfstärke und Kopfballspiel hat Toprak keine Schwächen, wenn er auch nicht so gut oder groß ist wie andere Spieler dieser Liste. Platz 3 für den Abwehrchef von Bayer Leverkusen.

 

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Dante (Bayern München)

Der Brasilianer mit dem Wuschelkopf mauserte sich stetig, seit er in der Bundesliga angekommen ist. Zunächst nicht mehr als ein fehlerlastiges Gimmick in der Viererkette von Borussia Mönchengladbach entwickelte sich Dante in wenigen Monaten zum Abwehrchef des Überraschungsteams 11/12 zum überragenden Verteidiger des scheibar unbesiegbaren Triplegewinners aus dem Jahr 2013. Dabei besticht Dante durch Kopfballstärke, strategisch gutes Stellungsspiel und abgeklärte Zweikampfführung. Hinzu gehört er zu den technisch besseren Spielern auf dieser Position und kann problemlos in den Spielaufbau mit eingebunden werden. Kleinere Pannen, wie sein Eigentor zum Saisonstart gegen Gladbach, sind nur noch selten zu sehen und machen den Brasilianer umso liebenswürdiger.

 

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Mats Hummels (Borussia Dortmund)

Der beste Spieler der Welt auf seiner Position ist natürlich auch der beste Spieler der Bundesliga. Mats Hummels ist das komplette Paket: Am Boden holt sich der Dortmunder fast jeden Ball, in der Luft ist der Koloss noch schwerer zu bezwingen. Darüber hinaus glänzt Hummels als Organisator und Stratege mit exzellentem Stellungsspiel und natürlicher Autorität. Seine technischen Fähigkeit machen ihn zu absoluten Ausnahmeerscheinung in dieser Liste: Was Hummels mit dem Ball anstellen kann, haben die meisten Mittelfeldspieler in der Liga nicht drauf. Seine Pässe sind präzise und tödlich in Kombination mit den schnellen Dortmunder Stürmern, seine Dribblings sind aufgrund seiner Körpergröße nur schwer zu stoppen. So langsam klappt’s bei Mats auch in den großen Spielen: War er früher auf internationaler Bühne häufig ein Nervenbündel, so erlaubt sich nun auch in Champions League spielen nur noch einen dicken Patzer pro Partie.

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Die besten  Innenverteidiger der Bundesliga

von Stephan

 

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Heiko Westermann (Hamburger SV)

Seine Karriere begann der fränkische Innenverteidiger Heiko in der zweiten Liga bei Greuther Fürth, ehe er 2 Jahre für Arminia Bielefeld spielte. Bei den Ostwestfalen gehörte er schnell zum Stammpersonal und verkörperte bald eine neue Art des Innenverteidigers; technisch durchaus in der Lage das Spiel zu eröffnen und dennoch körperlich Stark, um die Defensive zu stabilisieren. Dies erkannten auch die Schalker und verpflichteten ihn 2007 von der Arminia. Auch auf Schalke setzte sich Heiko durch, wurde Kapitän der Blau-Weißen und wechselte nach 3 Jahren zum Hamburger SV, wo er bis heute zum Stammpersonal gehört. Eine seiner größten Stärken – neben dem Kopfballspiel – ist sicherlich die liebenswürdige Art, allen Mitspielern egal auf welcher Position jederzeit Unterstützung zu bieten. Größter Erfolg: wohnt in Hamburg.

 

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Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach)

Über Umwege gelang Marting Stranzl 2011 zu Borussia Mönchengladbach und zählt dort zu den aktuellen Schlüsselspielern des VfL. Seine Karriere begann bei 1860 München ehe er aufgrund des Abstiegs der Löwen 2004 zum VfB Stuttgart wechselte. Doch bei den Schwaben wurde der gebürtige Österreicher und Nationalspieler des ÖFB nicht glücklich, sodass er schon nach 2 Jahren den VfB in Richtung Moskau verließ. Nach drei Vizemeisterschaften in Russland kehrte Martin 2011 in die Bundesliga zurück und unterschrieb in Gladbach. Aufgrund seiner Erfahrung und klaren Spielweise trägt der Innenverteidiger der Fohlen seit zwei Jahren dazu bei, dass die Defensive des VfL mit zu den besseren der Bundesliga gehört. Größter Erfolg: Österreicher.

 

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Neven Subotic (Borussia Dortmund)

Vom sonnigen Florida in die Landeshauptstand Rheinland-Pfalz – dies klingt eher nach einem Abstieg, bedeutete für Neven Subotic aber den Anfang einer großen Fußballkarriere. Nach zwei Jahren in Mainz wechselte er 2008 zu Borussia Dortmund und folgte damit seinem Trainer Jürgen Klopp in den Ruhrpott. Nachdem die „Altlasten“ Wörns und Kovac entsorgt wurden, war Neven an der Seite von Mats Hummels als Stammspieler gesetzt und entwickelte sich wie sein Pendant in den nächsten Jahren zu einem sehr guten Innenverteidiger. Dabei sind seine größten Stärken die körperliche Robustheit und eine gute Zweikampfführung. Seinen größten Erfolg feierte der serbische Nationalspieler in der Saison 2011/2012 mit dem Gewinn der Meisterschaft und des Pokals.

 

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Jerome Boateng (Bayern München)

Von Hertha BSC kommend, gelang Jerome Boateng 2007 mit dem HSV der Durchbruch. Seine körperliche Präsenz, die auch damals seine Spielweise arg prägte, und die chronische Defensivschwäche der Norddeutschen ließen den jungen Jerome schnell zum Stammspieler werden. Nach einer kurzen Zwischenstation bei ManCity und mit Erfahrungen aus der Premier League gesegnet unterschrieb Boateng 2011 bei Bayern München, wo er mit Dante eine der besten Innenverteidigungen Europas bildet. Seine größten Stärken sind seine körperliche Präsenz und eine starke und vor allem mittlerweile saubere Zweikampfführung, die er sich bei den Münchener aneignete. Seinen größten Erfolg feierte Jerome wie sein Teamkollege Dante mit dem Triple 2012/2013.

 

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Dante (Bayern München)

Im Januar 2009 begann Dantes Bundesligakarriere beim damaligen Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach, wo er schnell zum Stabilisator der Defensive avancierte und als wichtiges Element für den Klassenerhalt der Fohlen betrachtet werden darf. Aufgrund seiner Übersicht, starken Zweikampfführung und konstanten Leistungen wechselte Dante 2012 zu Bayern München. Unter Jupp Heynckes verbesserte der brasilianische Innenverteidiger sein Stellungsspiel und gehörte schnell zur ersten Elf der Münchener. Seinen größten Erfolg feierte er 2012/2013 als er mit dem FCB das Triple holte.

 

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Mats Hummels (Borussia Dortmund)

In der Jugend von Bayern München ausgebildet und im späteren Verlauf für die Profis der Münchener für nicht gut genug befunden, spielt Mats seit 2008 für Borussia Dortmund. Schon nach einem Jahr gehörte der junge Innenverteidiger zum Stammpersonal der Borussen und reifte unter Jürgen Klopp zum besten Innenverteidiger der Bundesliga; sein Zweikampfverhalten, Stellungsspiel sowie seine sehr gute Spieleröffnung machen ihn für das Dortmunder Spiel unverzichtbar und zählen zu seinen größten Stärken. Sein bestes Jahr und seinen größten Erfolg feierte Mats Hummels in der Saison 2011/2012 als er mit dem BVB die Meisterschaft und den Pokal gewann.

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