Zwei mal Sechs: Die besten Österreicher der Bundesliga

17. April 2013Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

In den starken Neunzigern, die für Österreichs Nationalmannschaft in einer WM-Teilnahme 1998 gipfelten, waren zahlreiche Spieler der ÖFB-Auswahl Leistungsträger bei Bundesligisten, wie Stürmer Toni Polster oder Spielmacher Andreas Herzog. Nachdem es einige Jahre ruhig wurde, kommen nun immer mehr Spieler aus dem Nachbarland in die Liga: Keine Nation stellt mehr ausländische Spieler in der Bundesliga. Dominik und Felix haben die besten 6 Österreicher der Bundesliga gesucht.

 

In der Rubrik “Zwei mal Sechs” stellen zwei Autoren ihre persönliche Top 6 zu einem bestimmten Thema auf und präsentieren sie in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit dem 6.Platz.

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Die besten Österreicher der Bundesliga

von Felix

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Marko Arnautovic (Werder Bremen)

Knapp in meine Liste geschafft hat es das Ex-Megatalent Marko Arnautovic. Durch größere Einstellungsprobleme hat sich Arnautovic vom Champions League Sieger Inter Mailand zum Europa League Teilnehmer Twente Enschede und schließlich in den Bundesligaabstiegskampf zu Werder Bremen gespielt. Arnautovic profitiert von einem bulligen Körper und einer guten Ballbehandlung und weißt so die entscheidenden Vorteile von Zlatan Ibrahimovic auf. Leider dachte Marko zu häufig, auch genauso gut zu sein wie der Schwede. Ist er nicht. Aber für Platz 6 reicht es, weil ein motivierter Arnautovic jeden Gegenspieler in der Liga vor Probleme stellt.

 

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Andreas Ivanschitz (Mainz 05)

Andreas Ivanschitz wird am Saisonende dem FSV Mainz nach 3 Jahren den Rücken kehren, weil sein Vertrag nicht verlängert wurde. Gerade zu Beginn seiner Mainzer Zeit glänzte Ivanschitz als Spielmacher und Torschütze. Seine Flanken und Zuspiele in die Spitze verhalfen Holtby, Schürrle und Szalai zu vielen Toren und guten Verträgen bei größeren Klubs, seine Freistöße und Direktabnahmen für Jubel bei den Mitspielern und betretenen Mienen bei gegnerischen Torhütern. Leider fehlte auch Andi Ivanschitz zu häufig die Konstanz, was ihm zum Ende seiner Karriere den Stammplatz in Mainz und eine höhere Platzierung in meiner Liste kostet.

 

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Alexander Manninger (FC Augsburg)

Angesichts dem verletzungsanfälligen Simon Jentzsch und dem… nennen wir es „merkwürdigen“ Mohammed Amsif stand dem FC Augsburg in dieser Saison kein weiterer Torhüter zur Verfügung. Als sich abzeichnete, dass Jentzsch in dieser Saison (und wahrscheinlich nie wieder) zum Einsatz kommen würde, verpflichtete man den vertragslosen Alex Manninger als Ersatzmann, der diese Rolle bereits bei Arsenal London und Juventus Turin erfüllen konnte. Manninger erwies sich als sicherer Rückhalt, erkämpfte sich einen Stammplatz und zeigt nicht nur eine für sein Alter erstaunliche Beweglichkeit, sondern gibt der recht unerfahrenen Abwehr des FC Augsburg im Abstiegskampf Ruhe und Halt.

 

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Christian Fuchs (Schalke 04)

Seit 2008 jagt der Außenverteidiger die linke Seite in verschiedenen Bundesligastadien herunter. Sein Weg führte vom VfL Bochum über Mainz 05 zu Schalke 04, wo Fuchs in der Champions League beweisen konnte, dass er auf seiner Position zu den besseren Spielern Europas zählt. Dabei profitiert Fuchs von seiner Schnelligkeit und seiner für einen Flügelspieler ungewöhnlichen Größe (1,86 m), die ihm die Zweikampfführung erleichtert. Schwächen im Stellungsspiel gleicht er durch seine Freistöße (Tore aus 20-25 Metern sind keine Seltenheit) und vor allem durch seine Flanken aus. Fuchs gehört zu der aussterbenden Sorte Spieler, welche die klassische „Bananenflanke“ noch im Repertoire haben. Trotz seiner aktuellen Formkrise ist Christian Fuchs für mich der drittbeste Österreicher der Bundesliga.

 

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David Alaba (Bayern München)

Von einem der besseren Außenverteidiger Europas kommen wir nun zu einem Spieler, der schon zu den Besten gezählt wird. Der afrophillipinische Österreicher David Alaba hat sich trotz seiner jungen 20 Jahre in dieser Saison einen Stammplatz bei den besten Bayern seit mehr als 20 Jahren erkämpft. Durch seine Schnelligkeit und Einsatzfreude ist er auf der linken Seite ein zuverlässiger Partner für Franck Ribery. Alaba hinterläuft den Franzosen unermüdlich oder sichert ihn, bei hohen Führungen, nach hinten ab. Seine Schuss- und Flankentechnik gehört bereits zur besseren Hälfte der Bundesliga und kann immer noch verbessert werden. Dennoch erwarten Alaba, wie jedes Talent in seinem Alter, noch ein paar schwere Jahre und Formkrisen. Aufgrund dessen steht Österreichs Fußballer der Jahre 2011 und 2012 nur auf Rang 2 in meiner Liste: Er muss sein Leistungsniveau noch bestätigen.

 

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Martin Harnik (VfB Stuttgart)

Aus der “Talentschmiede” des SV Werder Bremen (die Jahr für Jahr ganz passable Drittligaspieler produziert) stieg im Jahr 2007 der Österreicher Martin Harnik empor, der sich aber aufgrund der damaligen Konkurrenzsituation an der Weser nicht durchsetzen konnte. Stattdessen führte sein Weg, nach einer überragenden Zweitligasaison bei Fortuna Düsseldorf, in den Kader des VfB Stuttgart. Dort besticht Harnik durch Schnelligkeit, Dribbelstärke und Torgefahr. Im letzten Jahr kam er im Sturmzentrum auf 17 Saisontreffer; dieses Jahr muss er häufig auf der Außenbahn auflaufen und kommt dadurch weniger zur Geltung. Aufgrund seiner guten Leistungen in den vergangen Jahren und seiner wirklich ansehnlichen Technik ist Martin Harnik für mich der beste Österreicher der Bundesliga.

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Die besten Österreicher der Bundesliga

von Dominik

 

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Zlatko Junuzovic (Werder Bremen)

Wir fangen an mit einem der vielen Österreicher in Diensten von Werder Bremen. Der defensive Mittelfeldspieler kam im Winter letzten Jahres von Austria Wien an die Weser und hat sich dort direkt einen Stammplatz erkämpft. Während er im letzten Jahr drei Tore vorbereiten konnte, zeigt er in der laufenden Saison schon mehrfach seine Torgefahr – drei Saisontore stehen aktuell auf dem Zettel, dazu eine Torvorbereitung. Für einen Abräumer im defensiven Mittelfeld ein guter Wert. Januzovic hat den sechsten Platz in meiner Liste knapp vor Christian Fuchs vom FC Schalke bekommen, der in der aktuellen Saison meiner Meinung nach stark abgebaut hat.

 

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Martin Harnik (VfB Stuttgart)

Es gibt zwei Gründe, warum der Stuttgarter Rechtsaußen nur auf Platz fünf landet. Im Vergleich zur vergangenen Saison hat Harnik stark abgebaut, aktuell steht er zwar bei guten fünf Toren und vier Vorlagen, letzte Saison hatte er aber zu diesem Zeitpunkt 14 Tore und acht Vorlagen (insgesamt 17/8). Zudem zeigte er sich in dieser Spielzeit sehr undiszipliniert, sah bereits zweimal die gelb-rote Karte und musste ebenfalls eine Gelbsperre absitzen – damit hat seiner Mannschaft sehr geschadet, denn alle drei Spiele, in denen er dadruch nicht mitwirken konnte, wurden verloren. Als offensiver Spieler, der nur bedingt defensive Aufgaben erledigen muss, ein äußerst schlechter Wert und dadurch auch keine vordere Position in meiner Liste.

 

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Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach)

Als Stranzl in der Winterpause der Saison 2010/2011 zu den Gladbachern kam, hat er die Defensive sofort verstärkt und war mit dafür verantwortlich, dass man zunächst die Klasse halten und im Folgejahr die Europa League erreichen konnte. Sechs Mal hat Stranzl in der Liga den Gladbachern gefehlt, nur zwei Spiele konnte man von diesen gewinnen. Das zeigt auch, wie wichtig er für die defensive Stabilität ist. Darüber hinaus zeigen seine vier Saisontore auch seine vorhandene Torgefährlichkeit. Er ist ein ruhiger, souverän agierender Innenverteidiger, der scheinbar nicht genug vom Fußball bekommen kann und statt seine Karriere nach dieser Saison wie geplant zu beenden, noch ein Jahr in Gladbach dran hängt. Zum Glück.

 

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Andreas Ivanschitz (Mainz 05)

Hier spielt wahrscheinlich auch ein wenig persönliche Sympathie eine Rolle, denn wie schonmal vor einigen Tagen auf dieser Seite erwähnt, mag ich Ivanschitz. Aber auch objektiv betrachtet, hat der Mainzer Mittelfeldspieler den dritten Platz in dieser Liste verdient. Dafür reicht schon ein Blick auf die Zahlen: Sechs Tore und fünf Torvorlagen bei Mainz sind ein überaus guter Wert. Auch im Pokal erzielte er ein zwei Spielen ein Tor und bereitete zwei vor. Darüber hinaus übernimmt er Verantwortung als erster Elfmeterschütze. Warum die Mainzer einen ihrer besten Spieler am Saisonende einfach gehen lassen, ist für mich sehr unverständlich. So darf sich der Ivan immerhin über den dritten Platz freuen.

 

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Marko Arnautovic (Werder Bremen)

Und der zweite Bremer in meiner Top 6 ist Marko Arnautovic, weil er sich in dieser Saison bei zwei Eigenschaften stark verbessert hat. Zunächst ist er sehr viel disziplinierter geworden, in den letzten Wochen ist sogar ungewohnt ruhig um ihn geworden. Keine Eskapaden, keine Wutausbrüche, keine negativen Schlagzeilen. Darüber hinaus – wahrscheinlich eine Folgerung aus dem eben genannten – arbeitet Arnautovic neuerdings sehr viel nach hinten und hilft seiner Mannschaft auch defensiv. Des Weiteren sprechen fünf Tore und acht Torvorlagen ebenfalls für ihn. Ohne ihn würden die Bremer wohl noch weiter unten drin stecken.

 

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David Alaba (Bayern München)

Unangefochten auf Platz 1 meiner Liste steht der Linksverteidiger des neuen Deutschen Meisters Bayern München. David Alaba hat die Lücke, die schon lange auf der Außenverteidigerposition vorherrschte, mit Bravur geschlossen. Auch ein Mittelfußbruch und damit einhergehend eine längere Ausfallzeit haben den Österreicher nicht in seiner rasanten Entwicklung gestoppt. In dieser Saison setzt Alaba noch mehr Offensivakzente als in der Vergangenheit, ohne dabei seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen. Insgesamt schoss Alaba in dieser Saison bisher fünf Tore, eine gute Quote. Dazu übernahm er als erster Elfmeterschütze schon in jungen Jahren viel Verantwortung. Ihm steht noch eine große Zukunft bevor und ich hoffe sehr, dass diese beim FC Bayern sein wird.

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1 comment zu “Zwei mal Sechs: Die besten Österreicher der Bundesliga”

  1. Werner · 18. April 2013 Antworten

    1. David Alaba
    2. Zlatko Junuzovic
    3. Martin Harnik
    4. Jonathan Schmid (der unbekannte Österreicher)
    5. Christian Fuchs
    6. Marko Arnautovic/Andreas Ivanschitz

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