Zwei mal Sechs: Die besten Sechser der Bundesliga

21. Dezember 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

Als die “Zwei mal Sechs” das erste Mal den Weg auf unsere Seite fand, suchten Dominik und Felix die besten Sechser der Liga. Die Listen von damals sind inzwischen überholt, schlecht formatiert und enthalten Peer Kluge. Also auf ein Neues: Die besten Sechser der Bundesliga!

 

 

6. Timmy Simons (35 Jahre/1.FC Nürnberg)
Mit Spielern wie Simons hat man beim FCN gute Erfahrungen gemacht: Der Belgier ist ein Spielertyp wie Tomas Galasek, sein Vorgänger beim Club, mit dem der DFB-Pokal gewonnen wurde. Auch Simons kam als Champions League erfahrener Profi aus den Niederlanden und ist auf seiner Position vor der Abwehr der unumstrittene Chef in Nürnbergs Defensive. Passspiel, Zweikampfstärke und Erfahrung sind die Stärken des Belgiers, auch wenn ihm mit zunehmendem Alter seine Antritt und seine Laufstärke immer mehr im Stich lassen. Dennoch sorgt Simons durch seine Erfahrung dafür, dass der Club seit mehreren Jahren nie in ernsthafte Abstiegsgefahr geraten ist.

5. Simon Rolfes (30 Jahre/Bayer Leverkusen)
Der mehrfache Nationalspieler und  Kapitän der Mannschaft von Bayer Leverkusen ist ein wichtiger Spieler für das Team: Rolfes wirkt abgeklärt und Zweikampfstark, sein Spielaufbau ist unspektakulär, aber sicher. Noch dazu strahlt Rolfes mehr Torgefahr aus, als einem gewahr sein dürfte: Seit mehr als 6 Spielzeiten zählt Rolfes stets zu den 6 besten Torschützen der Werkself. Zwar ist er technisch nicht so gut wie Roman Neustädter oder Pirmin Schwegler, doch Rolfes macht in der Defensive wenig bis gar keine Fehler und sorgt offensiv für Tore. Deshalb rutscht er auf Platz 5 meiner Liste.

4. Julian Schuster (27 Jahre/SC Freiburg)
Selten wird der Höhenflug des SC Freiburg im Jahr 2012 mit einzelnen Spielern verbunden. Das ist jedoch kein Grund, nicht damit zu beginnen. Julian Schuster hat in diesem Jahr einen enormen Sprung nach vorn gemacht. Schuster war lange Zeit ein Spieler, der solide, aber nicht fehlerfreie Defensivarbeit verrichtete und dem Aufbauspiel seiner Mannschaft fast gar keine Impulse geben konnte. Besonders in dieser Saison zeigt Schuster enorme Fortschritte. Defensiv erlaubt er sich fast überhaupt keine Fehler mehr und entwickelt sich von einem Sicherheitsrisiko zu einem Spieler, der erkennt wann man mal tüchtig dazwischen hauen muss, und dies dann auch tut. Sein Passspiel ist ebenfalls besser geworden und nicht mehr ausschließlich auf Rückpässe beschränkt. Das reicht unterm Strich für den fünften Platz in der Liga und den vierten in dieser Liste.

3. William Kvist (27 Jahre/VfB Stuttgart)
William Kvist ist einer der letzten klassischen Staubsauger vor der Abwehr, die über 90 Minuten Gras fressen und sich nur ganz selten in die gegnerische Hälfte wagen. Dies beschreibt den Dänen sehr genau: Seine Laufbereitschaft, Einsatzfreude und Zweikampfstärke sind unvergleichlich. In jedem einzelnen dieser Punkte ist Kvist der beste Spieler in dieser Liste. Er versteht es zudem, gewonnene Bälle bei einem Mitspieler unterzubringen, allerdings kostet ihn dies bereits einige Mühe und Konzentration. Womit wir bei dem Punkt wären, der einen höheren Platz verhindert: Technisch ist der Sechser des VfB Stuttgart unterdurchschnittlich, im Spielaufbau ist Kvist nicht zu gebrauchen. Und deshalb reicht es nur für Platz 3.

2. Sebastian Kehl (32 Jahre/Borussia Dortmund)
Ein beeindruckendes Comeback: Als Borussia Dortmund 2011 die Meisterschaft feierte, hatte Sebastian Kehl fast genauso viel Anteil daran, wie jeder Fan auf der Südtribune. Schließlich saß Kehl die meiste Zeit mit Krücken an der Seitenlinie, während Sven Bender und Nuri Sahin seine Rolle vor der Abwehr glänzend ausfüllten. Sahin verließ den BVB, Kehl kehrte auf den Platz zurück und war auf Anhieb ein wichtiger Mosaikstein im Bild des Doublesiegers 2012. Spielübersicht, Zweikampfstärke, Erfahrung, Ballbehandlung. All‘ dies zeichnet den einzigen Spieler aus, der sowohl 2002 als auch 2012 mit dem BVB den Titel gewann. Kehl ist für seine Mannschaft in vielen Funktionen wichtig: Als Balleroberer, als Aufbauspieler und vor allem als Leitwolf einer jungen Mannschaft. Und er erfüllt jede einzelne Rolle auf dem höchsten Niveau, das die Bundesliga zu bieten hat.

1. Bastian Schweinsteiger (28 Jahre/Bayern München)
Bastian Schweinsteiger als Spitzenmann im defensiven Mittelfeld in der Fußballbundesliga – noch vor 3 Jahren ein undenkbares Bild: Als Kopf-runter-und-los-Schweini rannte der Bayernspieler die Außenbahnen der Liga herunter. Louis van Gaal und Marc van Bommel halfen ihm, sein Spiel zu beruhigen und mehr Verantwortung zu übernehmen: Nun stopft Schweinsteiger entstehende Lücken vor der Abwehr, gleicht leichte Defizite im Zweikampf durch gutes Stellungsspiel aus und glänzt im Spielaufbau wie kein anderer Spieler in dieser Liste. Zwar wirkt er teilweise noch etwas Phlegmatisch in der Spieleröffnung, doch ist Schweinsteiger wesentlich kreativer als die anderen Spieler auf seiner Position und kann zudem durch Dribblings für Überraschungen sorgen. Schweinsteiger hat als Antwort auf den verschossenen Elfmeter im CL-Finale und der schwachen EM eine überragende Hinrunde gespielt und sich erneut den Spitzenplatz in meiner Liste gesichert.

 

 

6. Sebastian Kehl (32 Jahre/Borussia Dortmund)
Der Dortmunder Kapitän eröffnet meine Liste und steht auf dem sechsten Platz. Grund für die Entscheidung, ihn nicht weiter vorne zu platzieren liegen vor allem darin, dass er merklich weniger Einsatzzeiten bekommt. In dieser Saison hat er nur in elf Spielen in der Liga mitgewirkt, wurde dabei fünfmal ausgewechselt. Sicherlich ist dies auch teilweise durch seine Verletzung begründet, aber man merkt deutlich, dass seine Zeit als Stammspieler langsam abzulaufen scheint. Wenn Kehl spielt, dann hat er aber immer noch den Biss und den Willen, sich voll reinzuhängen, was gerade als Sechser elementar wichtig ist.

5. William Kvist (27 Jahre/VfB Stuttgart)
Der Stuttgarter konnte aufgrund einer Fußverletzung die letzten Spiele in der Hinrunde nicht teilnehmen, war aber sonst in jedem Spiel von Beginn an dabei. Kvist mag möglicherweise ein wenig unscheinbar sein, aber erst vor allem auch eins: Richtig gut. Ohne übermäßige Härte unterbindet er das Spiel des Gegners und leitet die Angriffe der eigenen Mannschaft ein. Der zweimalige Fußballer des Jahres in Dänemark hatte keine Probleme, sich von Anfang an in der Bundesliga zurechtzufinden und ist bei den Stuttgartern unangefochtener Stammspieler.

4. Lars Bender (23 Jahre/Bayer Leverkusen)
Der Dauerbrenner im defensiven Mittelfeld der Leverkusener überzeugt auch diese Saison bisher wieder mit guten Leistungen. Er kam in fast allen Saisonspielen zum Einsatz, fehlte nur am 7. Spieltag verletzungsbedingt. Mit Simon Rolfes zusammen bildet der Nationalspieler ein gutes Duo, bei dem Bender die deutlich offensivere Rolle einnimmt. Dadurch gelangen ihm in der Hinserie bereits drei Torvorlagen, er selber war ebenfalls einmal erfolgreich. Es wundert nicht, dass die Bayern in der Sommerpause sehr stark an Bender interessiert waren, auch man sich dann für die “größere” Lösung entschieden hat.

3. Javi Martinez (24 Jahre/Bayern München)
Der Rekordeinkauf wurde behutsam von Jupp Heynckess in den Kader integriert und hat seine Erwartungen bisher vollkommen erfüllt. In 15 Ligaspielen kam er zum Einsatz, darüber hinaus in allen Gruppenspielen der Champions League. Er besitzt die ideale Mischung aus ruhigem, souveränen Spielaufbau und “ich hau mal kräftig dazwischen”. Martinez sucht auch mal den Weg nach vorne und konnte dabei ein sehenswertes Fallrückzieher-Tor erzielen, auch zwei Torvorlagen sind ihm bereits geglückt. Nach seiner ersten Halbserie in Deutschland lässt sich ein positives Fazit ziehen, auf seinen guten Leistungen lässt sich aufbauen und ich bin guter Dinge, dass wir im Laufe der Zeit einen Martinez mit Weltklasseformat sehen werden.

2. Sebastian Rode (22 Jahre/Eintracht Frankfurt)
Der Frankfurter ist in dieser Liste der einzige Spieler, der in allen Spielen für seine Mannschaft zum Einsatz kam. Rode ist mit für die sensastionelle Hinrunde der Frankfurter verantwortlich, weil er es versteht, die Lücken, die sich dem Gegner im Mittelfeld bieten können, zu schließen – und auf der anderen Seite sich stetig in das Offensivspiel seiner Mannschaftskollegen mit einzuschalten. Rode ist für mich eine der Überraschungen der Saison, der es sofort geschafft hat, von einem guten Zweitligaspieler zu einem guten Bundesligaspieler zu werden.

1. Bastian Schweinsteiger (28 Jahre/Bayern München)
Für mich unangefochten an der Nummer 1 in dieser Liste ist ganz klar Bastian Schweinsteiger nach einer bärenstarken Hinserie! Der Nationalspieler im Diensten der Münchener wurde in der vergangenen Saison häufig schlecht geredet und geschrieben, auch ihm wurde die Finalniederlage in der Champions League angelastet. Doch Schweinsteiger hat sich davon komplett rehabilitiert und kam umso stärker – und torgefährlicher – aus der Sommerpause zurück. Ihm gelangen in dieser Saison schon vier Tore in der Liga und weitere zwei in der Champions League. Er reißt das Spiel immer häufiger an sich und übernimmt viel Verantwortung, was ihm in der Vergangenheit häufig abgesprochen wurde. Seine Defensivaufgaben löst er zumeist ohne Probleme, seine Stärken liegen aber klar im offensiv ausgerichteten Spiel. Mich freut es sehr, dass er sein kleines Leistungstief überwunden hat und nun wieder der Schweinsteiger ist, den man kennt und ich mir wünsche.

 

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