Zwei mal Sechs: Die besten Spieler ohne Länderspiel

18. April 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

In unserer Kolumne “Zwei mal Sechs” stellen unsere Autoren ihre persönliche Top 6 zum aktuellen Thema der Woche auf. Sein Land in einem Länderspiel vertreten zu dürfen ist die höchste Ehre im Leben eines Fußballers. Nur die besten, schnellsten und talentiertesten Spieler werden nominiert, wenn die Fußballnationen der Welt sich messen. Doch es gibt auch eine Menge Spieler, mit ebenso großem Talent und Ehrgeizig, die bisher vergeblich auf einen Anruf ihres Nationaltrainers gewartet haben. Wir haben die 6 besten Bundesligaspieler gesucht, die noch nie ein Länderspiel bestritten haben.

 

 

6. Marc-Andre ter Stegen (20 Jahre/Borussia Mönchengladbach)
Marc-Andre ter Stegen ist der einzige Spieler in dieser Liste, der es sogar in die Kandidatenliste zum Überspieler 2012 geschafft hat. Warum er sich dann nur auf Platz 6 wiederfindet? Weil es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis ter Stegen sein erstes Länderspiel absolviert. Sprungkraft, starke Reflexe und erstaunlich sichere Strafraumbeherrschung machen ihn zu einem kompletten Torwart, an dem kein Bundestrainer der Zukunft vorbeikommen wird.

5. Manuel Schmiedebach (23 Jahre/Hannover 96)
Als Teil der Doppelsechs von Hannover wurde Manuel Schmiedebach in der vergangenen Saison zum Stammspieler, als zentraler Defensivspieler vor der Abwehr oder im halbrechten Mittelfeld kommt er in dieser Saison zu seinen Einsätzen in der Bundesliga und im Europapokal. Schmiedebachs Stärken liegen dabei in seiner Zweikampfstärke und seinem unaufgeregtem, wenn auch wenig kreativem Aufbauspiel. Sollte er sich in den Kader der deutschen Mannschaft spielen können, so hat er auch eine zweite Wahl: Schmiedebach wäre auch für die Nationalmannschaft Venezuelas spielberechtigt.

4. Peer Kluge (31 Jahre/Schalke 04)
Auch wenn er diese Saison vom Verletzungspech verfolgt war: Peer Kluge hat über Jahre hinweg einen soliden bis guten Bundesligaspieler abgegeben. Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Passspiel waren bei ihm auf angemessenem Niveau, aber für die Nationalelf hat es nicht ganz gereicht. Obwohl mit Clemens Fritz oder Marco Engelhardt Spieler auf vergleichbarem oder sogar schwächerem Niveau den Adler auf der Brust tragen durften. Im Gegensatz zu ter Stegen oder Schmiedebach halte ich es für ausgeschlossen, dass Peer Kluge nochmal das Trikot einer Nationalelf tragen wird.

3. Sergio Pinto (31 Jahre/Hannover 96)
Trotz der starken Leistung von Hannover in dieser und in der letzten Saison hat es für das Herzstück der Mannschaft, der Doppelsechs bestehend aus Pinto und Schmiedebach, nicht für internationale Ehre gereicht. Dabei hat Pinto genau wie sein eben erwähnter Mannschaftskamerad die Möglichkeit für zwei Nationalteams zu spielen, aber weder für Portugal, noch für Deutschland scheint er gut genug. Pinto besticht im Spiel durch großen Einsatzwillen und ansprechende Technik, doch leider gibt es auf seiner Position eine Menge Spieler, die ebenfalls Ehrgeizig, aber technisch ein wenig besser sind.

2. Dante (28 Jahre/Borussia Mönchengladbach)
Dante hat sich in dieser Saison zu einem der besten Abwehrspieler der Bundesliga entwickelt, sein gutes Stellungs- und Kopfballspiel machen ihn zu einem unbequemen Gegenspieler. Zudem hat er für einen Defensivspieler eine recht gute Ballbehandlung, die es ihm erlaubt, am Spielaufbau seiner Mannschaft teilzunehmen. Doch für einen Einsatz im brasilianischen Nationalteam hat sich Dante auch nach acht Jahren in Europa nicht empfehlen können. Vielleicht ist auch deshalb ein Wechsel zu Bayern München für ihn attraktiv: Hier würde er mehr im Fokus der brasilianischen Scouts stehen.

1. Roman Weidenfeller (31 Jahre/Borussia Dortmund)
Roman Weidenfeller ist ein klassischer Beweis dafür, dass es in Deutschland ein Überangebot an guten Torhütern gibt. Wäre er in 2/3 aller anderen europäischen Länder wahrscheinlich Stammtorhüter der Nationalelf, so hat es in Deutschland nicht für einen einziges Länderspiel gereicht. Dabei hat er sich gerade in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt: So war der Torwart des BVB zwar schon immer Reaktionsstark und zeigte außergewöhnliche Paraden, aber in den letzten Jahren wurde sein Auftreten immer souveräner und seine Aussetzer nicht nur seltener, sie verschwanden fast ganz. Die Ruhe, die Weidenfeller nun ausstrahlt, hat dem BVB zu zwei Meistertiteln verholfen. Nur der Nationalelf scheint er nicht helfen zu dürfen.

 

 

6. Roman Weidenfeller (31 Jahre, Borussia Dortmund)
Beginnen möchte ich meine Liste mit dem Torwart des amtierenden Deutschen Meisters, der aufgrund der extrem hohen Dichte an deutschen Torhütern bisher kein Länder bestritten hat und wohl auch in Zukunft keins mehr bestreiten wird. Roman Weidenfeller hat das selbe Problem wie viele andere Torhüter: Er hat das falsche Alter. Er war damals zu jung, um an Kahn und Lehmann vorbeizukommen und ist jetzt zu alt, um Neuer oder den anderen jungen Torhütern den Platz streitig zu machen. Dennoch ist Weidenfeller ein sehr guter Torwart mit starken Paraden und guten Reflexen, auch durch ihn wird Dortmund wohl auch in dieser Saison die Bundesliga gewinnen.

5. Roman Neustädter (24 Jahre, Borussia Mönchengladbach)
Der Noch-Gladbacher und Bald-Schalker sorgt dafür, dass die Defensive der Fohlen so sicher ist. Im defensiven Mittelfeld rückt er dem Gegner zu Leibe und leitet Angriffe und Konter ein. Man darf gespannt sein, ob Neustädter in Gelsenkirchen Jermaine Jones auf dieser Position verdrängen kann oder ob es dort zu einer Doppelsechs mit den beiden kommt. In Gladbach kam er in allen Ligaspielen zum Einsatz und sah dabei erst zwei gelbe Karten – für diese Position ein Topwert! Des Weiteren ist Neustädter auch eine Position weiter vorne im zentralen Mittelfeld einsetzbar, wo er eine seiner Stärken, das Verteilen von Bällen, noch mehr ausspielen kann.

4. Lars Stindl (23 Jahre, Hannover 96)
Einer der Leistungsträger und Dauerbrenner bei den Niedersachsen, und das mit gerade einmal 23 Jahren. Vorzugsweise im rechten Mittelfeld läuft er den Flügel hinunter und füttert die Stürmer regelmäßig mit guten Flanken. Kein Wunder, dass wohl Borussia Mönchengladbach an ihm dran ist. Für mich gehört Stindl zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft, leider hat er das Problem, dass es eben doch noch einige gute, bessere Spieler für seine Position im Mittelfeld gibt. Aber ich halte es für durchaus realistisch, dass er mal Nationalmannschaftsluft schnuppern darf.

3. Patrick Herrmann (21 Jahre, Borussia Mönchengladbach)
Beackert dieselbe Position wie Lars Stindl (Platz 4), hat aber allein schon von den Daten her die Nase vorn: Sechs Tore und neun Torvorlagen sind eine gute Quote und untermauern seine starken Flanken und die Torgefhr, die er ausstrahlt. Er gehört zu Gladbachs Stammepersonal und hat dort eine große Zukunft vor sich. Auch Herrmann könnte gute Chancen haben, demnächst mal zur Nationalmannschaft eingeladen zu werden, verdient hätte er es auf jeden Fall. Ich frage mich, wann andere Vereine versuchen werden, ihn von Gladbach loszueisen. Er ist ein Spieler, der vielen anderen Vereinen gut stehen würde, zum Beispiel Leverkusen oder Bremen.

2. Sergio Pinto (31 Jahre, Hannover 96)
Ähnlich wie bei Lars Stindl auf Platz 4 sieht es auch bei Sergio Pinto aus: Durch ihn ist Hannover seit der letzten Saison zu einem Anwärter auf die Europa League Plätze geworden. Seine Auftritte in der Bundesliga, aber vor allem in eben jener Europa League waren geprägt von großen Einsatz und dem unbedingen Willen, die Spiele zu gewinnen. Im zentralen Mittelfeld verteilt er klug die Bälle und setzt seine Mitspieler gekonnt ein. Darüberhinaus ist er auch torgefährlich, gerade wenn er es aus der Distanz versucht, hier kommt ihm seine Schusskraft zu Gute.

1. Dante (28 Jahre, Borussia Mönchengladbach)
Konnte der Brasilianer in meinen Top6 zu den besten Ausländern der Bundesliga und den besten Innenverteidigern der Bundesliga jeweils den sechsten Platz belegen, so schafft es Dante in dieser Top6 nun nach ganz vorne auf den ersten Platz. Über seine Fähigkeiten habe ich schon viel geschrieben: Er steht hinten sicher, ist sehr kopfballstark und sorgt damit auch vor dem gegnerischen Tor für Gefahr. Ein Einsatz in der Selecao blieb ihm bislang verwehrt, Chancen auf eine Nominierung hat er aber allemal. Er ist ein wichtiger Stützpfeiler des Gladbacher Erfolgs, weshalb sich hartnäckig die Gerüchte halten, dass der Wechsel zu Bayern München schon lange feststeht. Sollte dies passieren, wird auch eine Nominierung für die Nationalmannschaft realistischer.

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