Zwei mal Sechs: Die besten Trainer der letzten 20 Jahre

19. September 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

Zwei Mal Sechs – Das bedeutet, dass zwei Autoren ihre persönliche Bestenliste zu einem Thema aufstellen. Heute sind es Felix und Stephan, welche die besten Bundesligatrainer der letzten 20 Jahre suchen.

 

 

 

 

6. Christoph Daum (VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt)
Christoph Daums größter Triumph liegt bereits 20 Jahre zurück: Der Meistertitel mit dem VfB Stuttgart. In der Folge ging Daum mehrmals in die Türkei, unterbrochen von einigen hervorragenden Jahren bei Bayer Leverkusen, die ihm zwar keinen Titel, aber fast den Job als Bundestrainer einbrachten, den er sich durch seinen nachgewiesenen Kokainkonsum selbst verbaute. Für einen hervorragenden Motivator, der einen Abstiegskandidaten von 1996 in den Folgejahren immer unter die ersten drei führte, reicht es nur für Platz 6. Begründet ist dies durch die grauenhafte Amtszeit bei Eintracht Frankfurt in der Rückrunde 2010.

5. Huub Stevens (Schalke 04, Hertha BSC, Hamburger SV)
2 Pokalsiege und 1 UEFA-Cup Erfolg stehen in Huub Stevens Vita, was seine Bundesligakarriere angeht. Alle diese Titel sammelte Stevens in seiner ersten Amtszeit bei Schalke 04, auf die ein weniger glückliches Gastspiel bei Hertha BSC folgte. Der Trainer verschwand danach einige Jahre aus Deutschlands Eliteklasse und tauchte 2007 beim Hamburger SV wieder auf, den er vor dem Abstieg rettete und in den Europapokal führte. Seit 2011 ist Stevens zurück bei Schalke und führte die Königsblauen in die Champions League, was für den fünften Platz in meiner Liste reicht.

4. Felix Magath (Hamburger SV, 1.FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, Bayern München, VfL Wolfsburg, Schalke 04)
2 Doublesiege mit Bayern München und das Kunststück, mit dem VfL Wolfsburg die deutsche Meisterschaft zu gewinnen, hieven Felix Magath auf Platz 4 der besten Bundesligatrainer der letzten 20 Jahre. Magath begann seine Karriere als Feuerwehrmann und rettete fast alle Vereine, die ihn einstellen zuverlässig vor dem Abstieg (Ausnahme ist Werder Bremen, 98/99 sowohl anheuerten, als auch entlassen haben). In Stuttgart gelang Magath der Durchbruch zum Spitzentrainer, als er eine junge Mannschaft überraschend zur Vizemeisterschaft führen konnte. Seit seinem Engagement bei Schalke 04 scheint sein Stern jedoch zu sinken, da ihm immer wieder Selbstherrlichkeit vorgeworfen wird.

3. Jürgen Klopp (Mainz 05, Borussia Dortmund)
2 Deutsche Meisterschaften und 1 DFB-Pokalsieg sammelte Jürgen Klopp in der Bundesliga. Dass er dabei Borussia Dortmund trainierte, die in allen Fällen nichts als Favorit in die Saison starteten, lässt ihn vor Magath einlaufen. Im Gegensatz zu Magath ist Klopp sehr charismatisch und allgemein beliebt, seine direkte Art scheint Umfeld und Mannschaft mitzureißen. Er schaffte es zunächst Mainz 05 drei Jahre in der Bundesliga zu halten und wechselte 2008 nach Dortmund um wieder aufzubauen, was Thomas Doll ihm übrig gelassen hatte. Und das gelang ihm mit großem Erfolg.

2. Otto Rehhagel (Werder Bremen, Bayern München, 1.FC Kaiserslautern, Hertha BSC)
Otto Rehhagel verfügt auch über die Titelsammlung der anderen Trainer, die hier aufgeführt werden, aber seine Erfolge erzielte er dazu mit unglaublichen Außenseitern: Er wurde 2 mal Deutscher Meister, gewann den DFB-Pokal, den Europapokal der Pokalsieger und hatte als einziger Trainer dieser Liste auch mit einer Nationalmannschaft erfolgt: Der Gewinn der EM 2004 mit Griechenland ist eine ebenso beeindruckende Leistung, wie die deutsche Meisterschaft mit dem Aufsteiger Kaiserslautern 1998. Zuvor leistete Otto Rehhagel bei Werder Bremen über ein Jahrzehnt gute und erfolgreiche Arbeit. Trotz des Abstiegs mit Hertha BSC war Otto Rehhagel eine Ausnahmeerscheinung der letzten 20 Jahre.

1. Ottmar Hitzfeld (Borussia Dortmund, Bayern München)
Ich lasse seine beeindruckende Titelsammlung auf nationaler Ebene einfach mal aus, obwohl sie den Spitzenplatz alleine rechtfertigen würde, und verweise auf folgenden Fakt: Die letzten beiden deutschen Mannschaften, welche die Champions League gewinnen konnten, wurden von Ottmar Hitzfeld trainiert (Dortmund 1997 und Bayern 2001). Hitzfeld zog sich 2004 von seinem Job als Bayerntrainer zurück und sprang 2007 als Ersatz für den entlassenen Felix Magath noch einmal ein, um im Jahr darauf erneut das Double an die Isar zu holen. Seitdem genießt er seinen Ruhestand als Nationaltrainer der Schweiz und kann sich dort über keine Titel freuen, aber eine andere Statistik: Hitzfelds Schweizer sind in den vergangenen vier Jahren das einzige Team, das Europa-Welt-Europameister Spanien in einem Turnierspiel besiegen konnte.

 

 

6. Christoph Daum (VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt)
Vielleicht wäre Christoph Daum sogar auf dem fünften Platz gelandet, hätte er sich diese merkwürdige Vorstellung im letzten Jahr mit Eintracht Frankfurt gespart. Schwelgen wir also in Erinnerungen: Meisterschaft mit Stuttgart, 3x Vizemeister mit Bayer Leverkusen und ein ewiger Hass auf Uli Hoeneß.

5. Jürgen Klopp (Mainz 05, Borussia Dortmund)
Der „Pöhler“ hat eine Trainerkarriere hingelegt, die ihm in dieser Form wahrscheinlich kaum einer zu getraut hätte. Er verbindet taktische und strategische Fähigkeiten mit einer großen Portion Motivator – ein bisschen wie Christoph Daum, nur mit mehr „Geil“ und weniger Koks.

4. Jupp Heynckes (Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Bayern München)
Bislang hat Jupp in den letzten 20 Jahren Bundesliga nicht allzu viel gewonnen. Wie er allerdings mit den kriselnden Bayern im letzten Jahr und mit allen dazugehörigen Brandherden umging, zeigt von großer Klasse und viel Erfahrung. Und wäre Dortmund nicht ständig besser und international ambitioniert gewesen, dann wäre mit den Bayern auch eine Meisterschaft für ihn herausgesprungen.

3. Felix Magath (Hamburger SV, 1.FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, Bayern München, VfL Wolfsburg, Schalke 04)
Nach dem zweimaligen Double in Folge mit Bayern München durfte schon vielen klar sein, dass Felix Magath ein ganz besonderer Trainer ist. Aber spätestens nach der Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg hat er sich in eine neue Sphäre gehoben, die er– zumindest in seinem Kopf – nie mehr verlassen hat. Aber dennoch kann er in den letzten 20 Jahren Bundesliga mehr Erfolge als Jupp Heynckes aufweisen und findet sich verdient auf dem dritten Platz wieder.

2. Otto Rehhagel (Werder Bremen, Bayern München, 1.FC Kaiserslautern, Hertha BSC)
Nur ein Wort: Königotto.

1. Ottmar Hitzfeld (Borussia Dortmund, Bayern München)
Lassen wir mal Titel sprechen: 7x Meister, 3x DFB-Pokal Sieger, 2x Champions-League-Sieger mit zwei verschiedenen Vereinen, 1x UEFA Trainer des Jahres, 1x Weltclubtrainer und als Schweizernationaltrainer die Spanier besiegt. Klingt toll? Ist es auch. Platz 1 für Herrn Hitzfeld.

 

1 comment zu “Zwei mal Sechs: Die besten Trainer der letzten 20 Jahre”

  1. Dito · 2. Oktober 2016 Antworten

    Welcher Bundesligaverein hat seit Gründung der Bundesliga die meisten Trainer entlassen?

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