Zwei mal Sechs: Die besten Transfers von Klaus Allofs

15. November 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

Klaus Allofs und Werder Bremen: Das war eine Kombination, die viele Jahre lang durch geschickte Transferpolitik Fußballdeutschland immer aufs Neue verblüffen konnte. Stephan und Felix blicken zurück in die Zeit vor Carlos Alberto, Marcelo Moreno und Sandro Wagner, und stellen ihre Top6 der besten Transfers von Klaus Allofs auf.

 

 

6. Hugo Almeida (kam 2006 vom FC Porto)
Der bullige Portugiese kam 2006 zunächst als Leihgabe des FC Porto an den Weserstrand und war als Ergänzung zu den etablierten Stürmern Klasnic, Klose und Hunt gedacht. Unter der Anleitung dieser Topleute entwickelte sich Almeida zu einer gefährlichen Waffe, mit einem verdammt harten Schuss und gefährlichem Kopfballspiel. Im Frühjahr 2010 ging der Plan auf: Almeida hatte sich zu Werders Sturmführer und bestem Torschützen entwickelt. Und wurde trotzdem an Besiktas Istanbul verkauft.

5. Tim Wiese (kam 2005 vom 1.FC Kaiserslautern)
Nachdem abzusehen war, dass Andreas Reinke den Ansprüchen der Bundesliga körperlich nicht mehr gerecht wurde, musste sich Klaus Allofs nach einem neuen Torhüter umsehen. Und verpflichtete erneut einen Schlussmann aus der harten, aber effektiven Schule des ehemaligen Lauterer Tormanns Gerry Ehrmann. Tim Wiese wechselte 2005 als ungeschliffener Diamant an die Weser. Zwar verließ er den Verein 2012 genauso ungeschliffen, wie er dort antrat. Aber in der Zwischenzeit zog er immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich und den Verein: Durch fiese Tritte, pinke Trikots, unnötiges Abrollen in Champions League Spielen und – natürlich – hervorragende Leistungen zwischen den Pfosten.

4. Mesut Özil (kam 2008 von Schalke 04)
Mesut Özil sollte Klaus Allofs letztes dickes Geschäft werden. In der Winterpause 07/08 glaubte der junge Mittelfeldspieler nicht mehr an seinen Durchbruch bei Schalke 04 und wechselte ins grüne Trikot. Dort begann sein kometenhafter Aufstieg, der ihm die Spielmacherposition in der Nationalmannschaft und bei Real Madrid sichern sollte. Özil lernte bei Werder einiges von begabten Mitspielern wie Diego und Torsten Frings und schoss das Siegtor im Pokalfinale 2009. Zudem spülte sein Transfer zu Real Madrid 18 Millionen Euro in die Bremer Vereinskasse.

3. Miroslav Klose (kam 2004 vom 1.FC Kaiserslautern)
Als sich 2004 die Meisterschaft des SV Werder abzeichnete und Torjäger Ailton seinen Abschied nach Gelsenkirchen ankündigte, suchte man in Bremen dringend einen Ersatz für die brasilianische Tormaschine. Man wurde fündig in Kaiserslautern, wo Nationalstürmer Miroslav Klose zwar noch unter Vertrag stand, aber transferrechtlich nicht mehr gebunden war. Die klammen Pfälzer hatten die Transferrechte für Klose aus finanziellen Nöten heraus an die Lottogesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz veräußerst, weshalb der beste deutsche Stürmer der letzten 20 Jahre für vergleichsweise geringe 5 Millionen Euro nach Bremen kam. In jeder Saison, in dem Klose für den Verein aktiv war, qualifizierte sich Werder für die Champions League. Sein bestes Jahr war zweifellos 2006, in dem Klose Torschützenkönig der Bundesliga und der Weltmeisterschaft wurde.

2. Valerien Ismael (kam 2003 von Racing Straßburg)
Wenn Bayern München einen Spieler verpflichtet, den man selbst in die Bundesliga gehievt hat, ist das meistens ein Ritterschlag, den einem Uli Hoeneß zu Teil werden lässt (und der Versuch, eine Mannschaft auseinander zu reißen.) Kaum jemand ist häufiger auf diese Weise ausgezeichnet worden als Klaus Allofs. Eines der bemerkenswertesten Beispiele ist Valerien Ismael, der aus dem Nichts (genauer: Racing Straßburg) zu Werder kam, als Abwehrchef in seinem ersten Jahr Meister und Pokalsieger wurde, dazu wichtige Tore beisteuerte, um nach zwei Jahren nach München zu wechseln. Wo er außerhalb der Praxis von Dr.Müller-Wohlfahrt nur extrem selten anzutreffen war.

1. Claudio Pizarro (kam 1999 von Alianza Lima)
Der erste sollte der beste sein: Claudio Pizarro wurde von Allofs nach Beginn der Saison 1999/2000 aus Peru nach Bremen geholt, um dem müden Werdersturm aus Marco Bode und Rade Bogdanovic gefährlicher zu machen. Dem Peruaner gelang ein unglaublicher Einstand: In seinen ersten zwei Spielen von Beginn an erzielte Pizarro 4 Tore. Werder hatte zuvor in 3 Spielen 1 Tor erzielt, mit Pizarro auf dem Platz sollte es in den folgenden zwei Partien 12 werden. Es folgt die Geschichte des erfolgreichsten ausländischen Stürmers der Bundesliga, der erneut den Hoeneßschen Ritterschlag mit sich brachte. Sogar zwei Mal. Klaus Allofs hat eine Menge extrem guter Transfers getätigt, aber seine größte Tat war unumstritten Claudio Pizarro in die Bundesliga zu holen.

 

 

6. Mladen Krstajic (kam 2000 von Partizan Belgrad)
Im zarten Alter von 26 Jahren holte Klaus Allofs den serbischen Nationalspieler an die Weser. Er wurde schnell zu einem wichtigen Element in der Bremer Verteidigung und absolvierte 112 Partien für den SV Werder ehe er 2004 zu Schalke 04 wechselte. Zweifelsohne sind seine größten Erfolge die Deutsche Meisterschaft und der DFB-Pokal Sieg direkt vor seinem Wechsel nach Gelsenkirchen.

5. Naldo (kam 2005 von Juventude)
Ein weiteres Abwehrjuwel wurde im Jahre 2005 verpflichtet: Ronaldo Aparecido Rodrigues – kurz Naldo. Er wechselte vom Brasilianischen Verein Esporte Clube Juventude nach Bremen und gehörte nach kurzer Anpassungszeit zu den besten Verteidigern der Bundesliga. Er absolvierte 172 Spiele im Trikot der Bremer und erzielte 22 Tore – dank seiner enormen Schussstäke einige davon durch direkt verwandelte Freistöße . Den größten Erfolg in seines 7-jährigen Gestspiels feierte Naldo mit dem Sieg des DFB-Pokals 2009.

4. Johan Micoud (kam 2002 vom FC Parma)
Ein Franzose mit glänzender Spielübersicht und einer feinen Technik stand 2002 auf der Einkaufsliste von Klaus Allofs. Der kreative Mittelfeldregisseur beflügelte das Bremer Offensivspiel und war die Schaltzentrale der Norddeutschen im Meisterjahr 2004. Er selbst erzielte in 123 Begegnungen für den SVW 31 Tore und feierte 2004 das Double in Bremen. 2006 zog es Micoud zurück in seine Heimat, wo er noch 2 Jahre für Girondins Bordeaux spielte, bevor er seine Karriere beendete.

3. Mesut Özil (kam 2008 von Schalke 04)
Der damals 18 Jährige Özil fand einen untypischen Weg zu Werder Bremen. Als großes Talent bei Schalke 04 forderte er eine Stammplatzgarantie für seine Vertragsverlängerung – als die Gelsenkirchener sich zierten ging Allofs das Risiko ein und verpflichtete den heutigen Nationalspieler. In 71 Partien für die Norddeutschen spielte sich Özil nicht nur in die Nationalmannschaft, sondern auch auf die Scoutingliste von Real Madrid. Im August 2010 wechselte Özil für rund 18 Millionen Euro zu den Spaniern, mit denen er 2012 Meister wurde. In Bremen reichte es 2009 nur für den DFB-Pokal.

2. Diego (kam 2006 vom FC Porto)
Nachdem Johan Micoud 2006 abgegeben wurde, suchte man Ersatz auf der Spielmacherposition und fand mit Diego viel mehr als nur das. Er galt in seinen drei Saisons in Bremen als die Verkörperung des Zehners: Überragende Technik, feine Pässe, unhaltbare Freistöße und ein leicht divenhaftes Verhalten. Doch der einzige große Erfolg sollte der DFB-Pokalsieg 2009 bleiben. In 84 Partien lenkte Diego die Geschicke der Norddeutschen, erzielte dabei 38 Treffer und wechselte 2009 für eine Rekordtransfersumme in Höhe von 24,5 Millionen Euro zu Juventus Turin.

1. Miroslav Klose (kam 2004 vom 1.FC Kaiserslautern)
Als Nachfolger für den Torschützenkönig Ailton wechselte Miroslav Klose 2004 von Kaiserslautern zu Werder Bremen. Auch im Weserstadion konnte er sein brilliantes Kopfballspiel und seinen überragenden Torinstinkt zeigen und wurde so 2006 mit 25 Treffern Torschützenkönig. Nur zu einem Titel reichte es bei Werder Bremen nicht. Im Jahre 2008 machte er es wie sein Vorgänger im Sturm Claudio Pizarro und wechselte von der Weser an die Isar.

 

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Wer wird Weltmeister 2014?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

“68.Minute – Tor für Deutschland!
Özil tritt einen Freistoß in den Strafraum, der griechische Torwart rennt irgendwohin, Klose ist mit dem Kopf zu Stelle.”

Na das war ja der krönende Abschluss unter ein tolles Jahr 2012 von Schiedsrichter Wolfgang Stark. Nach seinem unerträglichen Rumgeeier beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Mai und seinen Fehlentscheidungen bei der EM…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Bela Rethy unterstellt dem kroatischen Trainer, sich taktische Tipps von Felix Magath zu holen. Mal abwarten, ob im Viertelfinale sieben andere Spieler auflaufen und die verbleibenden vier auf neuen Positionen." > Kroatien - Spanien
More in > Bundesliga, | Zwei mal Sechs (202 of 418 articles)