Zwei mal Sechs: Die besten Wintereinkäufe dieser Saison

27. März 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

In unserer Kolumne “Zwei mal Sechs” stellen unsere Autoren ihre persönliche Top 6 zum aktuellen Thema der Woche auf. Heute geht es um die besten Wintereinkäufe der Saison 2011/2012. Nicht selten sind Spieler, die in der Winterpause verpflichtet werden, Panikkäufe von Teams, die vom Abstieg bedroht sind oder ihr Saisonziel verpassen könnten. Doch es gibt auch die Kehrseite: Zielsichere Verpflichtungen, die einem unterbesetzten Mannschaftsteil endlich die nötige Qualität verpassen. Lucio, Rosicky und van Nistelrooy sind nur einige der Spieler, die in der Winterpause verpflichtet wurden. Wir präsentieren ihre Nachfolger aus dem Jahr 2012 in dieser Liste.

 

6. Felix Bastians (23 Jahre/ Hertha BSC)
Felix Bastians wechselte im Winter im Abstiegskampf die Fronten – vom SC Freiburg zu Hertha BSC. Seitdem geht es für Freiburg bergauf, für Hertha aber steil bergab. Eigentlich kein gutes Zeugnis für den linken Verteidiger. Dennoch nehme ich den Wechsel in meine Liste auf, weil er für den Verein Sinn macht. Hertha verfügt nur über zwei linke Verteidiger im Kader. Von denen ist Sebastian Neumann zu jung und Levan Kobiashvili zu alt. Im Hinblick auf die Zukunft ein guter Einkauf der Hertha, denn die bald entstehende Lücke wurde mit Bastians gefüllt.

5. Fallou Diagne (21 Jahre/SC Freiburg)
Der Aufschwung des SC Freiburg in der Rückrunde hat nicht so viel mit den Abgängen zu tun, sondern viel mehr mit seinen Neueinkäufen. Einer davon ist Fallou Diagne, der in der Rückrunde bereits 9 von 10 Spielen für seinen neuen Verein machte und entscheidend dazu beiträgt, die in der Hinrunde sehr anfällig Defensive der Breisgauer zu stabilisieren. Mit 21 Jahren verspricht der Innenverteidiger dabei nicht nur eine kurzfristige Verstärkung für die Mannschaft, sondern einen hohen Transfererlös für die Zukunft – ähnlich wie Papiss Cisse oder Boubacar Diarra in der Vergangenheit.

4. Mame Diouf (24 Jahre/Hannover 96)
Mame Diouf kommt mit der Empfehlung von 16 Toren in 29 Spielen nach Hannover, die er 2009 im Trikot des Molde FK in Norwegen erzielte. In seinen bisherigen 6 Bundesligaspielen scheint Diouf diese Quote sogar toppen zu können: Bisher traf er bereits 4 Mal. Hannover 96 hat damit ein tolles Trio im Sturm – alle Spieler kommen aus unterschiedlichen Teilen Nordafrikas und wurden in Norwegen entdeckt. Ein Beleg für die hervorragende Arbeit des Scoutingteams und von Manager Jörg Schmadtke.

3. Felipe Lopes (24 Jahre/VfL Wolfsburg)
Wer hätte gedacht, dass Felix Magath einen Spieler in dieser Liste unterbringen kann? Es gab sogar drei Kandidaten, von denen ich mich gegen Petr Jiracek und Ricardo Rodriguez entschieden habe. Felipe gibt der Wolfsburger Hintermannschaft endlich die Stabilität, die etliche seiner Vorgänger (Kjaer, Kyrgiakos, Madlung, Chris) nicht gewährleisten konnten. Und damit leistet er einen wertvollen Beitrag dazu, dass der VfL im Saisonendspurt noch um den Einzug in den Europapokal mitspielen darf.

2. Mohamed Zidan (30 Jahre/Mainz 05)
Nach fünf Jahren kehrte Mohamed Zidan wieder zum FSV Mainz 05 zurück und freute sich darüber dermaßen, dass er in den ersten sieben Spielen nach seinem Wechsel jeweils ein Tor schoss. Damit stellte Zidan einen Bundesligarekord auf -  seit Fredi Bobic, der 1994 von den Stuttgarter Kickers zum VfB wechselte und dort in seinen ersten fünf Spielen fünf Mal erfolgreich war – konnte kein neuverpflichteter Spieler seinem Verein so beeindruckend und belegbar weiterhelfen wie Mohamed Zidan seinem FSV Mainz 05. Dennoch darf er sich nicht über den Spitzenplatz in meiner Liste freuen: Seine egoistische und dumme Tätlichkeit gegen Matthias Ostrzolek von zwei Wochen kostet ihn meine Sympathie und zeigt auf, warum seine er sich eine Karriere außerhalb von Rheinland-Pfalz durch Disziplinlosigkeit stets verbaute.

1. Koo Ja-Cheol (23 Jahre/FC Augsburg)
Koo Ja-Cheol wurde im Winter vom VfL Wolfsburg an den FC Augsburg verliehen und verhilft den Schwaben zu neuer Hoffnung auf den Klassenerhalt. Der Südkoreaner hilft der Mannschaft dabei nicht nur dadurch, dass er einer der wenigen Spieler im Kader ist, die den technischen Ansprüchen der Bundesliga gerecht werden. Sein taktisches Verständnis und seine Disziplin helfen ihm zudem, sich im System von Trainer Jos Luhukay zurecht zu finden – was dem ebenfalls ausgeliehenen Jan Moravek auch vor seinen Verletzungen nicht gelingen wollte. Mit zwei traumhaften Toren und guten Pässen hat Koo das Tor zum Klassenerhalt für die Augsburger wieder aufgestoßen. Deshalb ist er für mich der beste Transfer der Winterpause.

 

 

6. Francois Affolter (21 Jahre / Werder Bremen)
Die Bremer musste sich zur Winterpause defensiv verstärken. Denn nach dem Abgang von Andreas Wolf und den Verletzungen von Naldo und Prödl musste gehandelt werden. Mit Francois Affolter bekam nicht nur einen jungen Schweizer Nachwuchsverteidiger, der sowohl innen als auch auf der Außenbahn verteidigen kann, sondern auch einen Spieler mit einem tollen Vornamen.
Alles richtig gemacht, Herr Allofs.

5. Petr Jiracek (26 Jahre / VfL Wolfburg)
Ich möchte gar nicht über die Einkaufstour von Felix Magath im Winter schreiben. Dennoch beginne ich meinen Satz damit – aber gefühlte 37 Neuzugänge sind auch zu schön, um es unerwähnt zu lassen. Einer davon heißt Petr und kommt aus Pilsen. Ich weiß nicht, ob seine Erfahrung, seine Qualitäten oder seine Verschonung von Felix Wechselspielchen der Defensive von Wolfsburg Stabilität verleiht – ist wahrscheinlich auch vielen egal. Petr Jiracek ist ein gutes Pendant zu Josué und beweist Magaths gutes Gespür für Spieler.

4. Vedad Ibisevic (27 Jahre / VfB Stuttgart)
In 123 Spielen für 1899 Hoffenheim kam Vedad Ibisevic auf 48 Tore. Das ist kein schlechter Wert für einen Stürmer. In Stuttgart knüpft er an diese insgesamt gute Leistung an auch wenn der Start bei den Schwaben als unglücklich bezeichnet werden kann. Die letzten Partien zeigen allerdings, dass er sich in die Mannschaft gespielt hat. Dies verdeutlichen nicht nur seine Torerfolge, sondern auch seine vier Torvorlagen. Bleibt Vedad Ibisevic auf diesem Niveau und so mannschaftsdienlich, haben die Stuttgarter einen guten Fang gemacht.

3. Felipe (24 Jahre / VfL Wolfsburg)
Ich möchte gar nicht über die Einkaufstour von Felix Ma…Moment. Mit Felipe hat sich der VfL einen talentierten brasilianischen Innenverteidiger geholt, der sich langsam auf das Bundesliganiveau einstellt. Mit mehr Erfahrung und Spielpraxis wird er – ich wage eine Prognose – nächste Saison in der Innenverteidigung der Wolfsburger elementar wichtig werden.Denn dann kommt zu seinen defensiv Qualitäten auch die nötige Konstanz, die ihm momentan noch fehlt. Platz 3 für einen Wintertransfer mit Perspektive.

2. Mame Biram Diouf (24 Jahre / Hannover 96)
Von Manchester United zu Hannover 96 zu wechseln, bedeutet folgendes: sieben Spiele, vier Tore und drei Vorlagen. Kein schlechter Start des Senegalesen Diouf, der unter Sir Alex Ferguson nur zu fünf Einsätzen und einem Torerfolg kam. Die meiste Zeit verbrachte Diouf nicht in Manchester, sondern in Molde und Blackburn, sodass er quasi keine Anpassungsprobleme in Hannover hatte. Dort spielt er ausgezeichnet, verstärkt den Kader und deutet an, dass er für Hannover in den nächsten Jahren noch sehr wertvoll werden kann. Platz 2 für einen Wintertransfer, der sofort sticht.

1. Mohamed Zidan (28 Jahre / Mainz 05)
Ich dachte immer es liegt am „Stadion am Bruchweg“, das auf einer Wasserader gebaut wurde und Mohamed Zidan einfach hilft dort immer die meisten Tore zu schießen. Ich stelle fest: das ist Blödsinn. Mainz hat ein neues Stadion und Mohamed Zidan trifft auch auswärts. Sechs Tore und zwei Vorlagen halfen dem FSV so weit, dass sie die letzten beiden Spiele gegen Augsburg und Berlin sogar verlieren konnten, ohne dass man in Mainz unruhig wird. Platz 1 für einen Wintertransfer, der verbindet, was zusammengehört.

1 comment zu “Zwei mal Sechs: Die besten Wintereinkäufe dieser Saison”

  1. uwe · 27. März 2012 Antworten

    also ich verstehe nicht, wie man zidan nicht auf die 1 setzen kann. der hat einen bundesligarekord gebrochen! und die tätlichkeit ist ja praktisch nie passiert…

    außerdem vermisse ich da ein paar namen, wie etwa junuzuvic. der tut für bremen mehr als affolter. und sakai ist sicher auch besser wie bastians!

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