Zwei mal Sechs: Die ewigsten Talente der Bundesliga (Teil 1)

13. Februar 2012Felix> Bundesliga, | Zwei mal Sechs

In unserer Kolumne “Zwei mal Sechs” stellen unsere Autoren ihre persönliche Top 6 zum aktuellen Thema der Woche auf. Lars Ricken, Ibrahim Tanko oder Sebastian Deisler: Sie alle sind Musterbeispiele für die Rolle des “ewigen Talents”. Spieler, die bereits in jungen Jahren durch ihre Begabung auffielen und denen eine große Zukunft prophezeit wurde, es dann aber doch nicht schafften, eine überdurchschnittliche Karriere zu starten. Wir suchen in der heutigen Ausgabe von Zwei Mal Sechs die ewigsten Talente, die zur Zeit in der Bundesliga unter Vertrag stehen. Im ersten Teil schauen wir uns die Einschätzung von Felix an:

 

 6. Rene Adler (27 Jahre/Bayer Leverkusen)
Als Bayer Leverkusen in der Rückrunde 06/07 beim Meisterschaftsfavoriten Schalke 04 antreten musste, war der Favorit für die Partie klar: Die Leverkusener mussten gegen die in guter Form befindlichen Schalker ihren dritten Torwart einsetzen. Doch dieser rettete seiner Mannschaft durch eine überragende Leistung den knappen 1:0-Sieg über die Zeit. Adler schaffte einen überragenden Aufstieg und wurde schnell zum Nachfolgekandidat für Nationaltorhüter Jens Lehmann. Doch schien Adler in seiner Entwicklung stehen zu bleiben: Seit 2009 holte sein Konkurrent Manuel Neuer immer weiter auf, zudem hatte Adler immer häufiger mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Diese kosteten ihn nicht nur die WM 2010, sondern auch den Stammplatz bei Bayer Leverkusen. Noch kann Adler das Ruder herumreißen, doch bisher muss er als ewiges Talent gelten.

5. Sandro Wagner (24 Jahre/1.FC Kaiserslautern)
Nur wenige Jahre ist es her, da gewann Sandro Wagner die U21-Europameisterschaft. An seiner Seite standen Spieler wie Sami Khedira, Manuel Neuer oder Jerome Boateng. Zwar hatte Wagner mit seinen Toren einen wichtigen Anteil am Titelgewinn, doch seine Entwicklungskurve zeigt nach unten. Lediglich in der 2.Liga beim MSV Duisburg reichte es zum Leistungsträger. Während seine Mannschaftskameraden aus der U21 bei Real Madrid oder Bayern München unter Vertrag stehen wurde Wagner von seinem Klub Werder Bremen zum 1.FC Kaiserslautern ausgeliehen. In der Hoffnung, dass er dort endlich den Durchbruch schafft…

4. Breno (22 Jahre/Bayern München)
In der Tradition der großen Wintertransfers Julio dos Santos und Jose Ernesto Sosa wechselte Breno im Winter 2008 für 12 Millionen Euro zum FC Bayern München. Als großes Talent gepriesen konnte er in seinen ersten beiden Spielzeiten nicht überzeugen und wurde im Winter 2010 an den 1.FC Nürnberg ausgeliehen – wo er sich nach wenigen Spielen das Kreuzband riss. Seitdem steht Breno nur noch durch Knieverletzungen, Brandstiftung oder beleidigender Tweets in den Schlagzeilen, jedoch nicht mehr wegen seiner Leistungen auf dem Platz. Ein teures und scheinbar ewiges Talent.

3. Patrick Ebert (24 Jahre/Hertha BSC)
Im Boxen galt eins das eher rassistische Motto „Die besten Boxer bekommst du aus dem Ghetto – aber das Ghetto nie aus dem Boxer.“ Nach diesem Motto beförderte Hertha BSC im Jahr 2006 eine Reihe junger Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft: Patrick Ebert, Ashkan Dejagah und die Boateng-Brüder. Dejagah wechselte zum VfL Wolfsburg und wurde dort deutscher Meister, Jerome und Kevin-Prince Boateng spielten bereits bei der Fußballprominenz Europas und sind bekannte Namen in der Champions League. Ebert dribbelt noch immer mal begeisternd, häufig jedoch lustlos, die rechte Außenbahn im Olmypiastadion herunter und drischt Flanken hinters Tor. Zusammen mit anderen hoffnungsvollen Talenten gefördert und befreundet konnte er sich seit Jahren kaum weiterentwickeln und lädt dazu ein, ihn auf seine Frisur zu reduzieren.

2. Paulo Guerrero (28 Jahre/Hamburger SV)
In den Jahren 2002-2004 dominierte Guerrero mit den Amateuren des FC Bayern die Regionalliga Süd, zusammen mit Spielern wie Piotr Trochowski oder Zvjezdan Misimovic. Als einziger der drei schaffte Guerrero den Sprung in den Profikader der Bayern und machte dort in den ersten Spielzeiten als treffsicherer Joker auf sich aufmerksam. Im Jahr 2006 wechselte er zum Hamburger SV und musste dort das erste Mal zeigen, ob er auch ohne überragende Mitspieler erfolgreich sein konnte. Seit jeher ist Guerrero nie mehr als ein Mitläufer gewesen und konnte zu keiner Zeit die Erwartungen erfüllen, die zu Beginn seiner Karriere geweckt wurden. In seiner Zeit beim HSV steht als größter Triumph der Gewinn des UI-Cups 2007 und der Titel des Torschützenkönigs der Copa America 2011 – durch einen Hattrick im unwichtigen Spiel um Platz 3.

1. Alexander Baumjohann (25 Jahre/Schalke 04)
Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Schalke 04 – die bisherigen Stationen von Alexander Baumjohann lesen sich nicht schlecht. Dennoch konnte er sich, als beidfüßiges Talent gelobt, bei keinem der genannten Vereine wirklich durchsetzen. In seiner ersten Profizeit bei Schalke war er noch zu jung, dann wechselte er zu Mönchengladbach, wo er zunächst einige Jahre auf der Bank verbrachte und dann wegen durchschnittlicher Leistungen in einem sehr schwachen Team hervorstieß. Jürgen Klinsmann holte ihn deswegen zum FC Bayern, doch Klinsmann war schon weg, als Baumjohann nach München kam. Nachfolger Louis van Gaal stellte ihn dennoch am ersten Spieltag in die Startelf – doch Baumjohann enttäuschte den Niederländer. Im Winter 2010 folgte jener unheilvolle Tag, an dem Felix Magath den Spieler zurück nach Schalke lotste, wo Baumjohann regelmäßig auf ein gutes Spiel zwei grauenhafte folgen lässt. Gemessen an den Vorschusslorbeeren ist Baumjohann das Musterbeispiel für ein ewiges Talent.

 

Hier gibt es die Liste von Dominik:

6. Andreas Ottl
5. Lukas Podolski
4. Alexander Baumjohann
3. Markus Feulner
2. Jan Schlaudraff
1. Sebastian Boenisch


 

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