Zwei Mal Sechs: Wer wird Weltmeister?

11. Juni 2014Felix> WM 2014, | Zwei mal Sechs

Brasilien? Spanien? Deutschland? Oder gar Belgien? Welche sechs Mannschaften haben die besten Titelchancen in Brasilien? Um diese Frage erschöpfend zu beantworten haben wir uns Verstärkung geholt: Von unserer Partnerseite vompunkt.de schaut Marc vorbei und stellt seine Favoriten vor. Hier sind – ohne weitere Vorreden – die sechs Favoriten der WM 2014. Zwei Mal.

In der Rubrik “Zwei mal Sechs” stellen zwei Autoren ihre persönliche Top 6 zu einem bestimmten Thema auf und präsentieren sie in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit dem 6.Platz.

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Die Favoriten der WM 2014

von Marc (vompunkt.de)

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Belgien

flagge-belgienHat ein Geheimfavorit eigentlich irgendwann auch mal die WM gewonnen? Oder wird er seit jeher nur so genannt, weil man um seine Stärke zwar weiß, ihm jedoch einen Sieg nie wirklichen zutraut? Aber ob Zutrauen oder nicht, Belgien hat einen dermaßen starken Kader, wie es ihn seit Enzo Scifo nicht mehr hatte. Und zwar so stark, dass eine Überraschung durchaus drin sein könnte. Gespickt mit Namen aus internationalen Topteams, hat es Trainer und Ex-Kampfschwein Marc Wilmots geschafft, ein Team zu formen, welches ohne Niederlage absolut souverän durch die Quali marschierte und in 10 Spielen gerade mal vier Gegentore zuließ. Nur die Kroaten konnten den Belgiern in Brüssel ein Remis abtrotzen. Das Unentschieden am letzten Qualifikationsspieltag gegen Wales nach längst überstandener Quali kann man getrost unter den Tisch fallen lassen. Bereits im Achtelfinale könnte es zu einem Aufeinandertreffen mit Deutschland kommen und wer weiß, wenn vieles passt, können die roten Teufel für eine faustdicke Überraschung sorgen.

 

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Italien

flagge-italienNiemals darf man den Fehler machen und die Squadra Azzurra abschreiben. Wettskandal 2006? Was haben die Zeitungen damals getönt, wie sehr sich die italienische Mannschaft davon beeinflussen lassen würde. Die haben doch den Kopf nicht frei, schaut euch doch mal an, was bei denen in der Heimat los ist. Stimmt, die hatten den Kopf dermaßen voll, dass sie Deutschland im Halbfinale aus allen Träumen rissen und mit 2:0 in den letzten Minuten der Verlängerung mit zwei überaus schönen Toren besiegten und schließlich gegen Frankreich im Finale nach Elfmeterschießen Weltmeister wurden. Italien überstand die Qualifikation zwar ebenfalls ohne Niederlage, hatte aber mit vier Unentschieden aus 10 Partien doch durchaus Einiges an Arbeit. Zudem sind die neun Gegentore in 10 Spielen für italienische Verhältnisse eher ungewöhnlich, waren doch, bei allem Respekt, Gegner wie Malta, Armenien und Bulgarien in der Gruppe. Aber was hab ich nicht gerade gesagt? Italien darfst du nie nie nie niemals abschreiben!!!

 

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Argentinien

flagge-argentinienWas gäbe es schöneres, als den Titel im Land des großen Rivalen einzuheimsen? Allerorten wird über die schwierigen klimatischen Verhältnisse geschrieben und dass die südamerikanischen Teams daher im Vorteil sind. Warum also nicht Argentinien, nach Brasilien das erfolgreichste Team vom Kontinent? Nicht umsonst gewann man die Copa América bereits 14 Mal.Auch die Qualifikation für das Turnier überstand man relativ schadlos und war bereits im September 2013 für die WM in Brasilien qualifiziert. 16 Spiele, 2 Niederlagen, eine davon nach bereits feststehender Qualifikation. Zudem scheint Messi mehr und mehr in seine Rolle in der Albiceleste hineinzuwachsen und seine Leistung zu bringen, für die sie ihn beim FC Barcelona so verehren. Ihm zur Seite stehen noch Sergio Agüero, der Schwiegersohn seiner Gottheit himself, und der vielleicht beste Gonzalo Higuain, den wir je sahen. Argentinien wird sich ganz sicher nicht noch einmal so vorführen lassen wie in Südafrika vor vier Jahren.

 

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Deutschland

flagge-deutschlandJa, wir haben nur einen Stürmer. Ja, der eine Stürmer läuft eigentlich mit einem Rollator über den Platz. Ja, wir haben auch keine Außenverteidiger außer Philipp. Und ja, wir haben Probleme in der Zentrale. Aber bei genauerem Hinsehen sind das nichts anderes als Erneuerungsprozesse. Mit Draxler, Götze, Müller, Schürrle, Podolski und Özil hat Deutschland neben Spanien das variabelste und torgefährlichste Mittelfeld aller Mannschaften, die Hälfte davon kann auch als “falsche 9″ und Stürmer eingesetzt werden. Auf den Außen hat das Team mit Boateng, Höwedes, Durm und Großkreutz vier weitere Spieler neben Philipp, die alle fähig genug sind, den Gegner insoweit vor Probleme zu stellen, dass Tore nicht so ohne weiteres über die Seiten fallen sollten. Christoph Kramer hat in Gladbach eine mehr als bärenstarke Saison abgeliefert, ist mit 13,1 Kilometern pro Spiel die meisten Kilometer aller Bundesligaspieler gelaufen und hatte zudem eine Passquote von 88% bei knapp 2000 gespielten Pässen. Es ist bei weitem nicht alles so schwarz, wie es viele Pessimisten malen wollen. Deutschland wird auch in diesem Jahr weit kommen und ein Wörtchen mitreden.

 

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Spanien

flagge-spanienJahrelang gönnten wir den sympathischen Spaniern ein Erfolgserlebnis, einen Titel. Nun wünschen wir uns seit Jahren nichts sehnlicher, als dass diese Übermannschaft endlich mal wieder vom Thron gestoßen wird. EM-Titel 2008 nach einem 1:0 gegen Deutschland, WM-Titel 2010 nach einem 1:0 gegen die Niederlande, EM-Titel 2012 nach einem 4:0 gegen Italien… Also wirklich, so langsam reichts! Aber so lange Vicente del Bosque Trainer ist, solange Spieler wie Iniesta, Xavi, Xabi Alonso, Villa, Torres, Ramos und weitere im Kader der Furia Roja stehen, solange führt der Weg über den WM-Titel 2014 nur über Spanien.

 

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Brasilien

flagge-brasilienSeit Bekanntgabe der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien wurden die Mannschaft und das Land auf diesen einen Erfolg geeicht. Seit sieben Jahren geht es für die Seleçao nur um dieses Turnier. Die Trophäe bei der heimischen WM zu holen, ein Traum für jeden Spieler und Fan. Eigens dafür wurde sogar ein Superstar hochgezüchtet. Neymar da Silva Santos Júnior, der der WM sein Gesicht und seinen Stempel aufdrücken soll, jetzt schon das Aushängeschild ist und manches Mal wirkt wie ein Kunstprodukt. Er darf Alles, nur nicht scheitern! Der Confed-Cup im letzten Jahr gab schon mal einen Vorgeschmack darauf, was los sein kann in den Stadien. Schaffen es die Brasilianer, sich gegenseitig zu entfesseln, wird Neymar und Co. kein Gegner aufhalten können.

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Die Favoriten der WM 2014

von Felix

 

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Portugal

flagge-portugalDie Jungs aus Portugal dürften ziemlich gut drauf sein: Mit Pepe, Fabio Coentrao und selbstverständlich Cristiano Ronaldo stehen drei Stammspieler von Champions League Sieger Real Madrid im Kader Portugals. Dass Weltstar Ronaldo auch Kratzen und Beißen kann zeigte sich bereits bei der EM 2012, als sich die Portugiesen trotz Auftaktniederlage ins Halbfinale kämpften. Dort mussten sie sich Spanien erst im Elfmeterschießen geschlagen geben. Das laufstarke Mittelfeld mit Nuno Valente, Raul Meireles und Joao Moutinho könnte bei Tropentemperaturen ebenfalls ein großer Bonus sein. Außerdem kann Cristiano Ronaldo in jedem Spiel gegen jeden Gegner den entscheidenden Unterschied machen.

 

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Argentinien

flagge-argentinienWer Carlos Tevez nicht berücksichtigt und trotzdem die beste Offensive des Turniers auf den Platz schicken kann, darf nicht ignoriert werden. Argentinien ist ein brandgefährlicher Gegner. Um Lionel Messi, zu dem keine Zeile mehr geschrieben werden muss, tummeln sich mit Di Maria, Agüero, Higuain und Lavezzi überragende Einzelakteure. Allein die anfällige und Reaktionsschwache Defensive verhindert eine höhere Einstufung. Abräumer Javier Mascherano wird eine Menge Feuer zu löschen haben, die seine Teamkollegen legen werden.

 

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Uruguay

flagge-uruguayUruguay vor Argentinien? Das wird der Albiceleste nicht gefallen. Doch die Schwächen Argentiniens sind die Stärken des kleinen Nachbarn. Uruguay verfügt über eine Verteidigung, die ihre Gegner gnadenlos bügelt und dabei wertvolle Unterstützung aus einem disziplinierten Mittelfeld bekommt. Dazu kommen 2 ½ Stürmer, die in ihrer Qualität den argentinischen Offensivkräften nicht hinterherhinken. Edinson Cavani hat seit 2010 in fast jedem zweiten Spiel getroffen. Luis Suarez ist der dribbelnde Alptraum der Defensivreihen der Premier League. Und was von Diego Forlan noch übrig ist, sollte zumindest für Costa Rica reichen.

 

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Brasilien

flagge-brasilienBrasilien befreit sich gerade aus einer 6 Jahre andauernden Krise, in der Holzfüße wie Luis Fabiano (praktisch der brasilianische Carsten Jancker) das Land repräsentierten. Mittlerweile hat die Mannschaft mit Hulk, Neymar und Thiago Silva wieder einige Stars, die aber am Anfang ihrer Karriere stehen. Ähnlich wie Deutschland 2006 wird diese Mannschaft viel lernen und von der Begeisterung im Land mindestens ins Semifinale getragen werden. Aber vom Leistungsvermögen zählen die Brasilianer nicht zu den stärksten Mannschaften im Turnier. Nur in der Innenverteidigung sorgen David Luiz und Thiago Silva für Klasse, die andere Mannschaften in diesem Mannschaftsteil nicht vorweisen können.

 

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Deutschland

flagge-deutschlandBei der EM 2012 reiste Deutschland mit dem besten Kader an, den je eine deutsche Mannschaft zu einem Turnier schickte. 2 Jahre später machen sich, mit wenigen Ausnahmen, die gleichen Spieler daran, endlich wieder einen Titel nach Deutschland zu holen. In jedem Mannschaftsteil haben die Deutschen mit Neuer, Lahm, Hummels, Khedira, Özil und Klose Spieler, die Weltklasse sind oder waren. Hinzu kommt eine Offensivreihe, die so hohe Qualität hat, dass sie den Ausfall des zuvor überragenden Marco Reus einfach wegstecken kann. Ob Kunstschütze Schürrle, Kraftpaket Podolski oder Schlitzohr Müller: Sie alle sind genauso torgefährlich, jeder auf seine eigene Weise. Dieses Team kann jeden Gegner schlagen, der nicht Italien ist.

 

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Spanien

flagge-spanienWenn die Spanier die Motivation der letzten Jahre aufrecht erhalten, werden sie wieder Weltmeister. Punkt. Keine Diskussion. Diese Mannschaft kann eine Art von Fußball spielen, den kein anderes Team der Welt spielen kann, konnte oder können wird. Der Ball ist ständig in den eigenen Reihen, die Gegner laufen sich müde, um ihn zu bekommen und sind kraftlos, wenn sie ihn haben. Spanien hat seit Beginn der KO-Runde der EM 2008 nur 2 Gegentore bekommen. Und an der Besetzung hat sich, mit Ausnahme der Außenverteidiger, nichts verändert. Ein Hoffnungsschimmer für andere Teams ist der Niedergang des FC Barcelona. Dessen Spieler Xavi, Busquets, Iniesta und Fabregas wirkten beim ähnlichen Spielstil ihres Vereins zunehmend lustlos. Dennoch unterstelle ich jedem Spieler, bei einer Weltmeisterschaft Gas zu geben. Deswegen lege ich mich fest: Spanien ist mein Topfavorit.

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